Marktheidenfeld

Benefizkonzert zum 15-jährigen Bestehen des Weltladens

Gemeinsam für eine bessere Welt – der Würzburger Missio Chor, das Trommelhaus-Ensemble und das Ochsenfurter "SAX-Tett" traten in der St.-Josef-Kirche auf. Foto: Martin Harth

"Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt." Dieser Satz des einstigen Menschenrechtlers Mahatma Gandhi konnte am Sonntag als Leitmotiv über einem Konzert in Marktheidenfeld stehen. Der Weltladen feiert dieser Tage seinen 15. Geburtstag und aus diesem Anlass lud man zu einem Benefizkonzert ein, zu dem Dekan Hermann Becker knapp 300 Zuhörer in der katholischen Pfarrkirche St. Josef begrüßen konnte.

Mit dem Lied "Bra Jesus Ho – Komm zu Jesus" aus Ghana waren der Missio Chor und das Trommelhaus-Ensemble unter Leitung von Dr. Renate Geiser rhythmisch singend vor den Altar eingezogen. Erstmals wollte man an diesem Tag gemeinsam mit dem Ochsenfurter "SAX-Tett" auftreten.

Kurz stellte Ulrike Steigerwald den Weltladen an der Luitpoldstraße als eine Initiative vor, die fair gehandelte Produkte anbietet sowie Bildungsarbeit und kulturellen Austausch betreibt. Lag die Wurzel vor 35 Jahren in einem Projekt von Ministranten der katholischen Pfarrgemeinde, kümmert sich seit dem Jahr 2004 eigens ein Verein um das gemeinnützige Vorhaben.

Steigerwald dankte der engagierten Geschäftsführerin des Weltladens Christina Schlembach wie auch der Bürger-Kultur-Stiftung der Stadt. Durch deren Förderung konnten die Spenden der Gäste und die Einnahmen aus dem Verkauf von Getränken und fair gehandelten Snacks undgeschmälert zwei Projekten in Afrika zugutekommen.

Der Weltladen möchte eine weiterführende Schule der Kooperative Mahenge Amcos in Tansania unterstützen, deren Bauern auch den Kaffee der Fairtrade-Stadt Marktheidenfeld produzieren. Der Missio-Chor rückte die St.-Maurus-Schule für behinderte Kinder in einem Slum der kenianischen Hauptstadt Nairobi in den Blickpunkt.

Im Kern des Konzerts standen aber mitreißende und bewegend rhythmische, afrikanische Gesänge des Missio Chors. Dabei wurde die kulturelle, sprachliche und musikalische Vielfalt der vielen Völker und Stämme des Kontinents deutlich. Neben dem Chor sorgte das Trommelhaus-Ensemble mehrfach auch instrumental für einen Eindruck von afrikanischen Klangwelten.

Der Schwerpunkt lag bei geistlichen Liedern aus Ghana, Kenia, Tansania und Südafrika zu denen der Chor sich rhythmisch bewegte und auch ein wenig zum Mitklatschen oder Mitmachen motivierte. Die Vorträge erwiesen sich als leidenschaftlich und emotional, auch dann, als das Ochsenfurter Saxophon-Quintett einstieg, etwa bei der sehr bewegenden und fast zurückgenommen innerlich wirkenden Aufforderung aus Südafrika "Vuma, Vuma Moya Wam – Wende Dich Gott dem Vater zu".

Viel lebhafter zeigte sich der Chor dagegen beim Liebeslied "Ng Qome Kwazulu – Ja, ja die Liebe" und der schwungvolle Schlussgesang "Ewuradze Ne – Gottes Haus ist mein Haus" unter Leitung eines Gastmusikers aus Ghana bewies die mitreißende Körperlichkeit der afrikanischen Tradition besonders intensiv und erfrischend.

Eine ganz andere Note hatten da Michaela Meyer (Sopran), Katharina Dubiel (Alt), Urban Höfner (Tenor), Armin Löhr (Tenor) und Gerhard Nefzger (Bariton) auf ihren Instrumenten anzubieten. Mit teilweise selbst geschaffenen, raffinierten Arrangements brachte das Ochsenfurter "SAX-Tett" jazzig-westliche Klänge ein. So überraschte Queens komplexe Rock-Hymne "Bohemian Rhapsody" in beinahe klassischer Auffassung.

"Pata, Pata" die Erkennungsmelodie der unvergessenen "Mama Afrika" Miriam Makeba, konnte ebenso wenig fehlen wie Duke Ellingtons Jazz-Standard "It Don’t Mean a Thing" oder Louis Armstrongs Hit "Sugar Blues" von Clarence Williams. Im Zusammenklang zweier völlig unterschiedlichen Musikwelten und – auffassungen lag der besondere Reiz dieses so ungewöhnlichen Programms.

Man könnte ein solches musikalisches Zusammenrücken auch als eine symbolische, wertschätzende Annäherung ganz unterschiedlicher Lebensräume und -stile begreifen. Das Publikum forderte am Ende jedenfalls spontan nach Zugaben aller Beteiligten und dankte mit lange nachhallendem Schlussapplaus.

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