Lohr

Beschäftigte in Main-Spessart: Mehr Verletzte als Grippekranke

Mit vier Prozent Krankenstand liegen die Beschäftigten im Landkreis Laut DAK-Report etwas über dem Landesschnitt. Die Krankenkasse hat auch die Folgen von Sucht im Blick.
Im Landkreis Main-Spessart ist die Zahl der Beschäftigten, die wegen einer Verletzung ausfielen, binnen eines Jahres um 24 Prozent gestiegen. Wie hoch dabei der Anteil der Sportverletzung ist, darüber macht der DAK-Report allerdings keine Aussagen. Unser Archivbild zeigt den Abtransport eines verletzten Fußballers 2016 in Burgsinn.  Foto: Yvonne Vogeltanz

Der Krankenstand im Landkreis Main-Spessart ist 2018 gesunken. Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen nahmen um 0,1 Prozentpunkte ab. Mit vier Prozent gab es in der Region dennoch einen höheren Krankenstand als im Landesdurchschnitt (3,7 Prozent), geht aus einer Pressemitteilung hervor. Laut DAK-Gesundheitsreport waren damit an jedem Tag des Jahres von 1000 Arbeitnehmern 40 krank geschrieben. Der höchste Krankenstand in Bayern wurde mit 4,6 Prozent in den Landkreisen Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld verzeichnet, der niedrigste mit 2,7 Prozent im Landkreis München.

Die aktuelle Analyse der DAK-Gesundheit für den Landkreis Main-Spessart zeigt die wichtigsten Veränderungen bei der Zahl und Dauer der Krankschreibungen: Auf Platz eins rangierten Muskel-Skelett-Erkrankungen, auch wenn hier ein Rückgang um zwölf Prozent verzeichnet wurde. Rückenschmerzen und Co. verursachten etwa jeden fünften Ausfalltag in der Region.

Erkältungskrankheiten auf Platz 3

Um 24 Prozent und damit am stärksten angestiegen sind die Fehltage aufgrund von Verletzungen. Ihr Anteil am gesamten Krankenstand beträgt mittlerweile 17 Prozent. Bronchitis, Erkältungen und Mandelentzündungen wurden im Vergleichszeitraum um drei Prozent häufiger verzeichnet. Sie rangierten an dritter Position und damit vor den psychischen Erkrankungen. Depressionen und Angstzustände verursachten im Vergleichszeitraum weniger Ausfalltage.

„Mit unseren Analysen zum Krankenstand im Landkreis Main-Spessart setzen wir gezielt beim Betrieblichen Gesundheitsmanagement an und bieten Arbeitgebern konkrete Hilfe“, sagt Christian Becker, Chef der DAK-Gesundheit in Lohr.

Hunderttausende Bayern haben ein Suchtproblem

Viele Erwerbstätige im Freistaat haben laut DAK-Erhebung auch mit gravierenden Sucht-Problemen durch Alkohol, Zigaretten und Computerspiele zu kämpfen. Rund 650 000 Arbeitnehmer - jeder elfte Beschäftigte - zeigen einen riskanten Alkoholkonsum. 17,4 Prozent sind zigarettenabhängig. Erstmals untersuchte die Kasse auch das Thema Computerspielsucht in der Arbeitswelt. Ergebnis: Demnach zeigen rund 380 000 Erwerbstätige in Bayern ein riskantes Nutzungsverhalten.

Drei von vier Fehltagen bei Suchtproblemen wegen Alkohol

Drei von vier Fehltagen bei Suchtproblemen sind in Bayern auf Alkohol zurückzuführen. Laut Studie der DAK-Gesundheit hat jeder elfte Arbeitnehmer hierzulande einen riskanten Alkoholkonsum. Bei Männern beginnt das beispielsweise bei täglich mehr als zwei 0,3 Liter-Gläsern Bier, bei Frauen schon bei einem 0,3 Liter-Glas Bier pro Tag. Mit ihrem Trinkverhalten setzen sich rund 650 000 Erwerbstätige in Bayern Risiken aus, krank oder abhängig zu werden. „Keine Droge verursacht so umfangreiche soziale und gesundheitliche Schäden in der Gesellschaft wie Alkohol. Das riskante Trinken bleibt daher ein zentrales Problem im Freistaat, das auch gravierende Folgen in der Arbeitswelt hat“, sagt Christian Becker. Die DAK wolle eine breite und offene Debatte zu diesem Thema anstoßen. "Wir müssen hinsehen, hinhören und handeln, um Betroffene nicht allein zu lassen. Ist es Genuss, Gewohnheit oder bereits Sucht?“ 

380 000 Beschäftigte in Bayern spielen riskant am Computer

Auch das Spielen am Computer, das gut jeder zweite Erwerbstätige in Bayern pflegt, hat Auswirkungen auf die Arbeitswelt. 5,5 Prozent davon gelten laut DAK als riskante Gamer. Vor allem 18- bis 29-Jährige zeigten auffälliges Nutzungsverhalten. Oft sind sie deshalb unkonzentriert bei der Arbeit. 

Das Rauchen von Zigaretten ist laut DAK-Report die am weitesten verbreitete Sucht, die auch die Arbeitswelt betrifft. Jeder sechste Erwerbstätige ist zigarettenabhängig. Unter den jungen Erwerbstätigen zwischen 18 und 29 Jahren gibt es mit 16,3 Prozent den geringsten Anteil. Bei den 60- bis 65-jährigen Berufstätigen raucht fast jeder Vierte. Etwa jeder zweite Raucher raucht auch während seiner Arbeitszeit, also außerhalb der Arbeitspausen.

Die DAK-Gesundheit ist eine der größten Krankenkassen Deutschlands und hat rund 12 000 Versicherte im Landkreis Main-Spessart.

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