MAIN-SPESSART

Bett: Vorfreude auf Zentralklinik wächst

Klinikneubau in Lohr: Die Grafik zeigt, welche Funktionen im Erdgeschoss des neuen Zentralkrankenhauses unterkommen sollen. Wie das Gebäude selbst aussehen wird, ist noch nicht festgelegt. Foto: Grafik: Klinikum Main-Spessart

„Die Vorfreude wächst – der Abschiedsschmerz flaut ab.“ So beschreibt Klinikreferent Gregor Bett die Gefühlslage im Klinikum Main-Spessart mit Blick auf den kommenden Neubau des Zentralklinikums in Lohr.

Bett gab dem Werkausschuss des Kreistags am Dienstag einen aktuellen Überblick über das Projekt. Das Grundstück des Bezirks Unterfranken am Sommerberg in Lohr sei bereits vermessen und ein Schall- bzw. Verkehrsgutachten erstellt. Auf dieser Grundlage wollen Bezirk Unterfranken, Landkreis Main-Spessart und die Stadt Lohr die optimale Erschließung festlegen. Der Erbbauvertrag zwischen Landkreis und Bezirk werde gerade rechtlich geprüft.

150 Seiten in acht Stunden durcharbeiten

Am 22. Juni wird die Klinikverwaltung das Funktions- und Raumprogramm für die Zentralklinik mit dem Gesundheitsministerium in München diskutieren. Acht Stunden Zeit haben sich die Beteiligten gegeben, um das 150 Seiten starke Programm durchzuarbeiten.

Der Besuch von Gesundheitsministerin in diesem Jahr im Kreiskrankenhaus Lohr war aus Betts Sicht ein Erfolg für das Klinikum. Er zitierte die Ministerin mit den Worten: „Wenn sich Stadt, Landkreis und Bezirk einig und beieinander sind, wird's was Richtiges.“

„Die Verwaltung kommt dahin, wo Platz ist.“

Dem werde sich der Freistaat nicht in den Weg stellen. Im Gegenteil: Bett hat von Huml das Signal erhalten, dass das Bauvorhaben „mehr als bevorzugt behandelt wird“ – und zwar über alle Verwaltungsebenen. Deshalb werde man im Herbst den Förderantrag für das Projekt stellen, um bei der nächsten Fördergeldvergabe für das Krankenhausbau-Programm im Mai 2018 berücksichtigt werden zu können.

Bett stellte dann anhand von Grafiken den Funktions- und Raumplan vor: Das Erdgeschoss wird zum „Diagnose-Stockwerk“. Dort entscheidet das Personal über den weiteren Weg des Patienten durchs Haus.

Diagnose, Therapie und Pflege

Im 1. Obergeschoss befindet sich das „Therapie-Stockwerk“ mit den OP-Sälen, Intensiv-, weiteren Überwachungs-, Schlaganfall- und neurologischen Stationen.

Die beiden Geschosse darüber beinhalten die Pflegestationen mit insgesamt 280 Betten. Sie sollen sich nach Plänen des Klinikums wie folgt verteilen: 182 allgemeine Pflege, 34 Neurologie, 32 Akutgeriatrie, zwölf Überwachung (Intermediate Care), acht Intensiv, acht Schlaganfalleinheit und vier Palliativ (Schwererkrankungen). Geplant sind Zwei-Bett-Zimmer, die bei entsprechender Wunschleistung einzeln belegt werden können.

Im Untergeschoss sollen schließlich Technik, Speiseversorgung und andere begleitende Dienste etabliert werden. Für sich selbst und seine Mitarbeiter stellt der Klinikreferent wenige Ansprüche: „Die Verwaltung kommt dahin, wo Platz ist.“

Das Funktions- und Raumprogramm soll dann derart in eine noch zu planende Gebäudehülle integriert werden, dass die Wege für die Pflege so kurz wie möglich ausfallen. Bett will die Arbeitszeit des Personals in Pflege und nicht in Laufwege investieren. Deshalb überlegt er auch, ob es auf jeder Station eine Bettenaufbereitung geben soll. Und sogar der Einbau einer Rohrpost, um zum Beispiel Laborproben zu transportieren, ist im Gespräch. Am 4. Juli will Bett bei einem Treffen mit den Chefärzten das Thema vertiefen.

Mehr Hubschrauberflüge in der Zukunft?

Nach Worten des Klinikreferenten wird das neue Zentralklinikum einen Hubschrauberlandplatz bekommen. Statt derzeit zehn Flügen pro Jahr könnten es dann deutlich mehr werden, sprach Ärztlicher Direktor Dr. Mattias Schneider im Konjunktiv. Unklar sei auch, ob der Platz auf der Wiese unterkommt oder auf dem Krankenhaus-Dach, was allein rund zwei Millionen Euro mehr kosten würde.

Mögliche Synergien mit dem Bezirkskrankenhaus für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie lässt das Klinikum parallel prüfen. Klar scheint, dass das BKH seine Heizanlage selbst braucht. Auch eine gemeinsame Küche bietet sich nicht an, denn im BKH werden Töpfe mit Schöpfware auf die Stationen verteilt, im Klinikum Einzeltabletts.

Bett denkt daher eher an eine Zusammenarbeit bei Haustechnik, Informationstechnologie, Wäscherei, Labor, Hygiene und Apotheke. Noch mehr Synergien erhofft er sich im medizinischen Bereich, zum Beispiel bei der Neurologie.

Ein Blick ins 1. Obergeschoss des künftigen Zentralklinikums Main-Spessart: Dort sind die OPs, Intensiv- und weitere Überwachungsstationen sowie Schlaganfalleinheit und Neurologie untergebracht. Foto: Grafik: Klinikum Main-Spessart
3. und 4. Obergeschoss des neuen Zentralklinikums Main-Spessart beinhalten die Pflegestationen. Foto: Grafik: Klinikum Main-Spessart
Geprägt von Technik und begleitenden Diensten ist das Untergeschoss im künftigen Zentralklinikum Main-Spessart in Lohr.Grafik: Klinikum Main-Spessart

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