Karlstadt

Betz: Neuer Klinikreferent soll bis September feststehen

Anfang 2020 soll der neue Referent für das Klinikum MSP seinen Dienst antreten. Günter Betz erklärt, warum ein Headhunter bei der Suche nötig ist.
Günter Betz, stellvertretender Klinikreferent des Klinikums Main-Spessart. Foto: Markus Rill

Günter Betz, seit 1995 stellvertretender Klinikreferent des Klinikums Main-Spessart und seit Freistellung von Dr. Gregor Bett im März de facto federführend, hat keine Zweifel: "Bei der Besetzung einer Position wie der des Klinikreferenten ist ein Assessment durch eine Personalberatung ein völlig normaler Vorgang." Dass die Arbeit des Unternehmens HCL - Health Care Leaders  aus Rieden im Ostallgäu den Landkreis rund 25 000 Euro kosten wird, hatte reichlich Kritik hervorgerufen. Die CSU-Kreistagsfraktion hat diesen Beschluss des Werkausschusses des Kreistags in einer Stellungnahme abgelehnt und stattdessen die Einbindung der Genossenschaft Klinik-Kompetenz Bayern (KKB) gefordert. 

Betz erklärt: "Schon bei der Einstellung von Gregor Bett und dessen Vorgänger Hans-Peter Quindeau waren Headhunter in der Vorauswahl beteiligt." Das habe damals jeweils die Klinikleitung eigenständig entschieden, deswegen sei es in der Öffentlichkeit nicht breit diskutiert worden, so Betz. "Diesmal wollte ich den Werkausschuss Klinikum einbinden." Mit 8:7, also denkbar knapp, beschloss der Ausschuss, HCL zu beauftragen. Einstimmig befürworteten die Ausschussmitglieder, zudem die Beratung der KKB in Anspruch zu nehmen.

Viele Bewerbungen erwartet

"Die KKB ist der genossenschaftliche Zusammenschluss mehrerer kommunaler Krankenhäuser in Bayern", sagt Betz. "Innerhalb dieser Genossenschaft vergleichen wir Kennzahlen und beraten uns auf Augenhöhe. Aber ein derartiges Personal-Assessment führt die KKB nicht durch." Denkbar sei, dass ein Vertreter von Klinik-Kompetenz Bayern Teil der Auswahlkommission werde. "Aber da wird die Vertraulichkeitsklausel möglicherweise zu einem Problem." Schließlich sei denkbar, dass sich jemand um die Position des Klinikreferenten bewirbt, der noch an einem anderem Krankenhaus in Bayern angestellt sei.  

Grundsätzlich rechnet Günter Betz mit "bestimmt 50 Bewerbungen". Derartige Stellen seien begehrt. Gleich nach Bekanntwerden der Trennung des Landkreises von Gregor Bett "sind sechs oder sieben Personalfirmen an uns herangetreten", berichtet Betz. HCL habe Referenzen aus Kliniken in Ingolstadt, Augsburg, Bamberg und Fürth sowie den Bezirken Oberfranken und Oberpfalz vorweisen können – teilweise auch KKB-Mitglieder. "Zudem waren die Inhaber des Unternehmens früher in anderen Personalberatungen tätig und haben zwischen 2004 und 2007  gut für den Landkreis Main-Spessart gearbeitet." Günter Betz geht davon aus, dass die Headhunter nicht nur die Bewerbungen sichten, sondern auch geeignete Kandidaten in ihrem Netzwerk ansprechen.

Kompetenter Kommunikator gesucht

"Wir suchen jemanden mit wirtschaftlicher Kompetenz, in der Regel mit Hochschulabschluss, mit Managementerfahrung im Klinikbereich, idealerweise aus Bayern", so Betz. "Kommunikationsfähigkeit und Erfahrung im Umgang mit kommunalen Gremien sind auch wichtig." Der letzte Klinikreferent kam aus einem Wirtschaftsbetrieb und hatte diese Erfahrung nicht.  

"Der oder die neue Klinikreferentin soll am 1. Januar 2020 anfangen", sagt Betz. Deshalb müsse unter Berücksichtigung von Kündigungsfristen die Entscheidung im September fallen. Betz beschreibt das Prozedere: In einem ersten Arbeitsgang werden wohl etwa zehn geeignete männliche oder weibliche Kandidaten ausgewählt, davon präsentieren sich die besten dem Werkausschuss. "Entscheiden wird der Kreistag. Wir werden keine Empfehlung aussprechen." Die neue Führungskraft wird sich schnell einarbeiten müssen, denn der 63-jährige Günter Betz tritt am 1. April 2020 in den Ruhestand.    

Aufgaben gibt's reichlich: "Die Planung und Umsetzung des Neubaus sind natürlich große Projekte. Gleichzeitig muss der laufende Betrieb in Lohr gut funktionieren und die Nachnutzung in Marktheidenfeld weiter geführt werden." Betz ist zuversichtlich für die Zukunft des Klinikums: "Wir haben sehr hohe medizinische Kompetenz in der Chefarztriege und sind in der Pflege gut aufgestellt." Nun braucht es dafür noch einen neuen Kopf.

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