Lohr

Bezirkskrankenhaus: Neues Gewächshaus für 1,1 Millionen Euro

Noch liegt der Masterplan für das Zentralklinikum Main-Spessart nicht vor. Doch die Weichen in Lohr sind bereits gestellt: Die BKH-Gärtnerei macht Platz für die Zufahrt.
Bezirkskrankenhaus Lohr: Das neue Gewächshaus der zur Forensik gehörenden Gärtnerei, das 1,1 Millionen Euro kostet und 2020 in Betrieb genommen wird. Das alte Gewächshaus dahinter soll abgerissen werden. Im Hintergrund, jenseits des Bahndamms, das Aloysianum mit dem Türmchen. Foto: Roland Pleier

Noch liegt der Masterplan für das Zentralklinikum Main-Spessart nicht vor. Doch die Weichen für den Neubau in Lohr sind bereits gestellt: Die Gärtnerei des Bezirkskrankenhauses (BKH) macht Platz für die Zufahrt.

Das klingt erst einmal nicht besonders aufregend. Doch dahinter verbirgt sich doch eine ganz erhebliche Summe: Nach Auskunft von BKH-Pressesprecherin Bettina Schäffer-Johnson sind für das Gesamtprojekt nicht weniger als 1,76 Millionen Euro angesetzt.

Etwas kleiner als das alte

Seit Wochen schon sind Bauarbeiter damit beschäftigt, das neue Gewächshaus am Westrand des Gärtnerei-Areals zu bauen. Mit rund 400 Quadratmetern ist es etwas (70 Quadratmeter) kleiner als das bisherige, das 1980 erbaut wurde und demnächst abgerissen werden wird. Fertiggestellt wird es laut Schäffer-Johnson im ersten Halbjahr dieses Jahres. Die Kosten belaufen sich auf rund 1,1 Millionen Euro.

Schmuckloser Zweckbau: Das Sozialgebäude der Gärtnerei des Bezirkskrankenhauses, das Platz machen soll für die Zufahrt zum künftigen Zentralklinikum und deshalb abgerissen wird. Foto: Roland Pleier

Auch das 1976 erbaute Sozialgebäude der Gärtnerei wird der Zufahrtsstraße zum künftigen Zentralklinikum Main-Spessart weichen. Über Abriss und Neubau werde zur Zeit noch mit dem Landkreis verhandelt, teilte die BKH-Pressesprecherin auf Anfrage der Redaktion mit. Für den Neubau seien rund 660 000 Euro angesetzt. Was Markus Mauritz, Pressesprecher des Bezirks Unterfranken insofern einschränkt, als dass dies nur eine grobe Kostenschätzung eines Architekten sei und es auch noch keinen Beschluss des Bezirkstags gebe.

Warum der Freistaat fast alle Kosten trägt

Entsprechend machte er auch keine Aussagen über eine mögliche Kostenverteilung für das Sozialgebäude. Anders sieht es beim Gewächshaus aus: Da dieses der Forensik zugeordnet ist, die keine 300 Meter Luftlinie entfernt am Sommerberg liegt, und nur noch für therapeutische Zwecke genutzt wird, schultert der Freistaat nahezu die gesamten Kosten.

Ganz oben auf dem Plan ist zu sehen, wie die Zufahrt zum Zentralklinikum gedacht ist: mit einem Bogen um das Haus 30 herum durch das bisherige Gärtnereigelände.  Foto: Garnhartner+Schober+Spörl

Wie groß die Gesamtfläche der Gärtnerei bisher ist und wie viel davon für die Zufahrt abgezwackt wird, darüber "können wir Ihnen leider keine Auskunft geben", bedauert Schäffer-Johnson. Dies sei "uns tatsächlich nicht bekannt". Einer groben Schätzung anhand des Bayernatlas' zufolge dürfte es sich um bisher rund 1,5 Hektar handeln. 

"Zum Sommerberg": Das Haus Nummer 30, das früher zur Gärtnerei des Bezirkskrankenhauses gehörte und an privat verkauft wurde. Foto: Roland Pleier

Ein Haus ist weg, zwei Bauplätze noch nicht auf dem Markt

Nicht berücksichtigt sind dabei zwei Liegenschaften im nordöstlichen Teil an der Straße "Zur Alm", die zum Sommerberg führt (und von der die Wombacher Straße Richtung Bauhof und Feuerwache abzweigt): Zum einen  das Haus mit der Nummer 30 und einem Umgriff von mehr als 1000 Quadratmetern, das bereits vor Jahren an privat verkauft wurde.

Zum anderen liegt - im Süden und Osten angrenzend an die Neubauten in der Wombacher Straße - noch eine Fläche brach. Dort standen bis Mitte der 2010er Jahre zwei Foliengewächshäuser. Wie die Stadt Lohr auf Anfrage bestätigte, hat sie "den Hauptteil der fraglichen Fläche" im Juli 2016 erworben. Auf diesen 1430 Quadratmetern seien zwei Bauplätze denkbar. Jedoch seien beide bislang nicht veräußert worden, so Pressesprecher Dieter Daus." Mehr könne die Stadt derzeit zu dieser Grundstückangelegenheit nicht sagen.

"Zur Alm", die Zufahrt zum Sommerberg: Zwei potenzielle Baugrundstücke neben dem Haus Nummer 30 (rechts) sind im Eigentum der Stadt. Im Hintergrund links das alte Gewächshaus der Gärtnerei des Bezirkskrankenhauses, das abgerissen werden soll. Foto: Roland Pleier

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