Marktheidenfeld

Bilderbücher: Das digitale Zeichnen ist auf dem Vormarsch

Eine Frauenrunde aus Künstlerinnen, Verlagsvertreterinnen und Vertreterinnen der Stadt diskutierte anlässlich der Meefisch-Ausstellung im Marktheidenfelder Franck-Haus.
Neun Wettbewerbsteilnehmerinnen tauschten sich zum Auftakt der Meefisch-Ausstellung mit Jury, Veranstalter und Arena-Verlag aus. Foto: Martin Harth

18 Beiträge haben es in die Auswahl der gegenwärtigen "Meefisch"-Ausstellung im Franck-Haus geschafft. Immerhin neun Teilnehmerinnen kamen zu einer Gesprächsrunde mit Vertretern der Jury, der Stadt und des Arena-Verlags vor der Ausstellungseröffnung.

Maren Amini (Hamburg), Julia Berghöfer (Bremen), Johanna Berking (Heidelberg), Izabela Bick-Baginski (Oberdorla), Franziska Buhl (Aindorf), Anja Fell (Berlin), Irina Krez (Köln), Magdalena Skala (Würzburg) und Julia Veits (Darmstadt) waren in Marktheidenfelds städtische Kulturzentrum gekommen, um sich über das Thema Illustrationskunst des deutschsprachigen Bilderbuchs auszutauschen.

Beispielhaftes Frauen-Netzwerk

Die gute Beteiligung freute Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder, Jury-Mitglied Susanne Wunderlich und Organisatorin Inge Albert besonders. So stellte sich die Zusammenkunft dann auch als ein ganz beispielhaftes Frauen-Netzwerk heraus, denn vom Arena Verlag standen die neue Lektorin Annette Stanger und die zuständige Programmleiterin Isa-Maria Röhrig-Roth als im Buchgeschäft erfahrene Ansprechpartnerinnen zur Verfügung.

Die Teilnehmerinnen, darunter auch "Wiederholungstäterinnen" aus früheren Meefisch-Auflagen, waren analog wie digital auf unterschiedlichen Wegen auf den Wettbewerb aufmerksam geworden. Vor allem die Werbung an den entsprechenden Hochschulen hatte Interesse geweckt, aber auch die Empfehlung früherer Beteiligter oder einfach der Zufall sind offenbar kaum zu unterschätzen.

Von den Verlags-Fachfrauen war zu erfahren, dass ein gutes Bilderbuch Kinder und Erwachsene gleichermaßen anspreche. Bis dahin sei es aber von der Idee, wie im Franck-Haus gezeigt, bis zu einer Veröffentlichung in einem Verlag noch ein weiter Weg. Eine sorgsame Betreuung im Lektorat mache das Projekt erst möglich und sorge für eine stimmige Dramaturgie von Bild und Text, für ästhetische und sprachliche Schönheit.

Höchst unterschiedlich seien die Traditionen in einzelnen europäischen Ländern, wobei sich hier langsam auch eine Angleichung bemerkbar mache. In Frankreich liebe man beispielsweise sehr expressive Bilderbücher und sei auch bereit, dafür mehr Geld auf den Ladentisch zu legen. Dies ermögliche den Verlagen größere Spielräume. In Deutschland agiere die Szene in den letzten Jahren ebenso freier. Das klassische Illustrieren trete hinter neue Techniken und Themen zurück, wovon die aktuelle Meefisch-Ausstellung berichten könne.

Digitales Lesen spielt bei Bilderbüchern noch kaum eine Rolle

Das digitale Lesen spiele im Bilderbuch-Bereich kaum eine Rolle. Auch im Erwachsenenbereich erleide das gebundene Buch keine wesentlichen Einbrüche. Die Verlage legten aber bei Veröffentlichungen wieder mehr Wert auf die besonderen Qualitäten und die Wertigkeit der traditionellen Form des Erscheinens als ein Argument für den Bücherkauf.

Digitale und traditionelle Wege der Illustrationskunst boten breiten Gesprächsstoff. Auf dem Rückzug scheinen sich die Befürworter alter, rein analoger Entwürfe zu befinden. Zu viele Vorteile bietet das digitale Zeichnen bei der Entwicklung einer Idee und deren konkreter Umsetzung. Dabei machten die Teilnehmerinnen deutlich, dass es auch zahlreiche Mischformen gibt, mit denen die kreative Ursprünglichkeit und die neuen medialen Techniken in Einklang zu bringen sind. Auch dazu findet der Betrachter aussagekräftige Beispiele in der Ausstellung.

Schulterzuckend bekannte Isa-Maria Röhrig-Roth ein Problem des digitalen Zeichnens: "Ein Original zur Präsentation in einer Ausstellung haben wir dann freilich nicht mehr – es gibt nur noch beliebig vervielfältigbare Ausdrucke. Das beliebte Geschenk einer Originalzeichnung entfällt dann einfach!"

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