Birgit Seubert weist Frauen und Männern den Weg

MAIN-SPESSART (MAC) Birgit Seubert hilft vielen Menschen, ihr Leben neu zu regeln. Die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Main-Spessart sieht sich selbst als "Wegweiser durch den Behördendschungel" und zu vorhandenen Hilfsangeboten. Am Montag gab sie dem Kreistag Main-Spessart Einblick in ihre Arbeit.

Seit 1993 ist Seubert die Gleichstellungsbeauftragte in Main-Spessart. Erst zum 1. Juli 1996 trat das Bayerische Gleichstellungsgesetz in Kraft, das ihren Aufgabenbereich genau definiert. Dazu gehört laut Seubert auch ein schwieriger Spagat. "Einerseits soll ich die Dienststelle bei der Umsetzung der gesetzlichen Vorschriften unterstützen und dazu Vorschläge einbringen, andererseits die Einhaltung dieser Vorschriften überwachen." Außerdem ist Seubert eine Anlaufstelle für alle Frauen und Männer des Landkreises, die sich ungleich behandelt fühlen oder andere Hilfe benötigen. Die Verwaltungsfachwirtin bekleidet eine Teilzeitstelle mit 19,25 Wochenstunden.

Im Landratsamt ist das Verhältnis von Männern und Frauen nahezu ausgeglichen. Allerdings sind über 80 Prozent der Frauen in unteren und mittleren Einkommensgruppen zu finden; die Spitzenpositionen sind ausschließlich von Männern besetzt. Seubert bezeichnet die neue Arbeitszeitregelung im Landratsamt als "beispielhaft". Sie ermögliche es besser, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren.

Im Klinikum Main-Spessart sind 85 Prozenten der Beschäftigten weiblich; in der Führungsebene sei das Verhältnis von Männern und Frauen ausgeglichen. Alle Chefarztstellen werden von Männern bekleidet, allerdings "lagen auch keine Bewerbungen von Frauen vor", so Seubert.

Teilzeitbeschäftigung wird weiterhin ganz überwiegend von Frauen genutzt; die Akzeptanz bei Männern steigt langsam, aber stetig von nur zwei teilzeitbeschäftigten Männern im Jahr 1997 über sechs im Jahr 2000 zu derzeit acht.

"Sehr wichtig" ist Birgit Seubert aber auch ihre Tätigkeit als "Ansprechpartnerin für Frauen und Männer, die nicht wissen, wohin sie sich zur Lösung ihrer jeweiligen Lebenssituation wenden sollen". Etwa zehn bis 15 telefonische Beratungsgespräche und etwa acht persönliche Gespräche dieser Art führe sie in der Woche und biete dabei "Hilfe zur Selbsthilfe" an. "Da kommen teilweise Witwen oder verlassene Frauen zu mir, die zum ersten Mal einen Kontoauszug sehen und nicht wissen, wie sie ihr Leben ohne Mann meistern sollen", so Seubert.

Die Gleichstellungsbeauftragte gibt dann Ratschläge und sagt den Menschen, "wo sie Hilfe bekommen, aber ich nehme sie nicht bei der Hand und führe sie dorthin", so Seubert. Dennoch erfahre sie viel Zuspruch und höre oft, "dass die Menschen froh sind, im Landratsamt von einer Stelle konkrete Informationen und einen Wegweiser zu erhalten".

Zu ihren weiteren Aufgaben gehört es, Broschüren und Faltblätter zu verschiedenen Themen wie "Mobbing", "Trennung und Scheidung" oder "Frauen in der Kommunalpolitik" herauszugeben, anderen Organisationen bei Veranstaltungen, Kursen und Workshops zu helfen sowie in verschiedenen Gremien (Jugendhilfeausschuss, Agenda 21-Kreis, Landesarbeitsgemeinschaft der Gleichstellungsbeauftragten) mitzuwirken. Seubert hält es für sehr positiv, Probleme direkt dem Landrat vortragen zu dürfen.

Der Landkreis ist mit Seuberts Arbeit zufrieden und hat erst im Mai beschlossen, sie bis 30. November 2008 weiterhin zur Gleichstellungsbeauftragten zu bestellen.

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