Lohr

Bosch Rexroth weitet in Lohr die Kurzarbeit aus

Bosch Rexroth Drives & Controls (Indramat) Werk im Industriegebiet Lohr Firmenlogo Foto: Roland Pleier

Die schlechte Auftragslage in der Gießerei der Lohrer Bosch Rexroth AG könnte dazu führen, dass rund 200 weitere Guss-Mitarbeiter ab 1. Januar weniger arbeiten müssen, dann allerdings auch weniger Geld im Portemonnaie haben.

Wie Peter Urlaub, Betriebsratsvorsitzender bei Rexroth Guss, gegenüber der Redaktion sagte, laufen derzeit Gespräche zwischen Geschäftsleitung und Arbeitnehmervertretung über eine Absenkung der Arbeitszeit von 35 auf 31,5 Stunden. Das würde pro betroffenem Mitarbeiter und Monat zwei Arbeitstage weniger bedeuten.

Laut Urlaub sind bereits seit Anfang Oktober rund 280 der etwa 500 Gießerei-Mitarbeiter, vor allem aus produktionsnahen Bereichen, in Kurzarbeit. Für diejenigen, die in den übrigen Bereichen noch voll arbeiten, werde nun über eine Arbeitszeitabsenkung von 3,5 Stunden pro Woche gesprochen. Bislang habe man hier die schlechte Auslastung noch durch Abbau von Zeitkonten abgefedert.

Anhaltend wenig Aufträge

Die Betriebsvereinbarung zur Kurzarbeit in der Gießerei läuft laut Urlaub noch bis Ende März 2020. Noch gebe es keine Aussagen dazu, wie es danach weitergehe. Die Auftragsbestand sei gleichbleibend niedrig, so Urlaub.

Die Pressestelle von Bosch Rexroth nannte am Dienstag auf Anfrage keine konkreten Zahlen zur Kurzarbeit in Lohr. Man äußere sich nicht zu einzelnen Bereichen. Allerdings erklärte Pressesprecherin Judith Mühlich, dass man Anfang Dezember im Werk I die Kurzarbeit auf weitere Bereiche ausgedehnt habe. Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Friedrich spricht von einem Anstieg von 150 auf nun 400 Kurzarbeiter. Im Januar könnten seinen Worten zufolge noch 150 bis 200 weitere hinzukommen.

Gespräche über Stellenabbau

Noch unklar ist, in welchem Umfang sich der von Rexroth vor einigen Wochen angekündigte Abbau von weltweit 640 Stellen am Lohrer Standort auswirken wird. Der Abbau soll bis Ende 2021 erfolgen. 230 Stellen will Rexroth in Deutschland streichen. Was dies für die einzelnen deutschen Standorte konkret bedeute, könne man noch nicht sagen, so Pressesprecherin Mühlich. Das Unternehmen stehe dazu mit dem Betriebsrat in stetigem Kontakt.

Der Gesamtbetriebsrat hatte eigens hierzu eine Verhandlungskommission gebildet. Diese traf sich laut Friedrich an diesem Dienstag erstmals mit der Geschäftsleitung. Friedrich ebenso wie Mühlich rechnen jedoch nicht damit, dass die Gespräche über den Stellenabbau noch in diesem Jahr zu konkreten Ergebnissen führen.

Klar ist hingegen, dass für die Zeit "zwischen den Jahren", am Standort Lohr mit Ausnahme von Electric Drives & Controls (ehemals Indramat) für keines der Rexroth-Werke eine Betriebsruhe vereinbart ist.

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