LOHR

Brönner schließt die Rose

Ab sofort geschlossen: Das Lohrer Weinhaus „Rose“ fällt nach zehn Jahren vorerst wieder in den Dornröschenschlaf.
Ab sofort geschlossen: Das Lohrer Weinhaus „Rose“ fällt nach zehn Jahren vorerst wieder in den Dornröschenschlaf.

Das Weinhaus Rose in Lohr ist mit sofortiger Wirkung geschlossen. Dies teilte Martin Brönner, der die Gaststätte am oberen Eingang der Fußgängerzone zehn Jahre lang führte, am Mittwoch mit.

Als Grund für die kurzfristige Schließung nannte der 56-Jährige, dass er in Homburg am Main einen direkt am Radweg gelegenen Biergarten übernehmen werde. Dieser habe zuletzt „im Dornröschenschlaf gelegen“, soll jedoch binnen zwei Wochen startklar sein, so Brönner.

Welche Zukunft das traditionsreiche Weinhaus Rose nun hat, ist offen. „Es wird weitergehen“, orakelte Brönner, sagte auf Nachbohren jedoch nur: „Lasst euch überraschen.“

Luise Hippeli, die das Weinhaus zusammen mit ihrem Mann 27 Jahre lang bis 1979 betrieben hat und deren Tochter das Haus gehört, sagte gegenüber der Main-Post hingegen, dass zu einer Weiternutzung „noch nichts bekannt“ sei. Brönner habe seinen Abschied erst vor wenigen Tagen angekündigt.

Laut Brönner erfolgte der Entschluss zum Wechsel nach Homburg tatsächlich „Knall auf Fall“. Er sei zufällig mit dem Rad durch Homburg gefahren und habe dabei von den Eigentümern des Biergartens erfahren, dass dieser zu verpachten sei. Für ihn sei es „Zeit für eine neue Herausforderung gewesen“, so der Diplombetriebswirt.

Brönner hat seit 1984 das gastronomische und kulturelle Leben in Lohr mitgeprägt, zunächst als Wirt des Blues Corners, seit 2004 mit dem von ihm wiederbelebten Weinhaus Rose. Auch durch das von ihm über Jahre hinweg organisierte City-Festival hat Brönner Impulse gesetzt.

Spekulationen, wonach das Weinhaus Rose zuletzt schlechter lief und er sich deswegen eine neue Aufgabe gesucht hat, tritt Brönner entgegen: „Die Rose hat funktioniert. Ich musste nicht aufhören.“ Zuletzt sei es jedoch wie in allen anderen Gastronomiebetrieben immer schwieriger gewesen, Personal zu finden.

Den Biergarten in Homburg, der „Vogelfrei“ heißen soll, wolle er mit schlanker Personalausstattung betreiben, so Brönner. Er plane einen klassischen Biergarten mit Selbstabholung. Das Angebot soll auf Radfahrer abgestimmt sein und auch vegetarische und vegane Gerichte umfassen. Ausgeschenkt werden sollen Weine des örtlichen Weinguts Huller, dem der Biergarten gehört, sowie verschiedene Biere. Ab und zu will Brönner auch Livemusik engagieren. Der Biergarten hat rund 100 Plätze, die teilweise überdacht sind.

Liebeserklärung an Homburg

Die Lage des Biergartens direkt am Maintalradweg sei ideal, so Brönner. Das gleiche gelte für die Umgebung mit den Weinbergen. „Ich liebe Homburg“, sagt Brönner über seine neue Wirkungsstätte und deren touristische Möglichkeiten. Er werde jedoch in Lohr wohnen bleiben.

Darin, dass der Biergarten ein reines Sommergeschäft sein wird, sieht Brönner kein Problem. Ganz im Gegenteil: Er habe dann die Möglichkeit, in den übrigen Monaten andere Ideen zu weintouristischen und kulinarischen Angeboten zu verwirklichen.

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