Laudenbach

Bürgergespräch: Sorge um Fortbestand des Laudenbachs

Ein Bürgergespräch fand in Laudenbach statt. Foto: Walter Gleichmann

Bei dem von den Laudenbacher Stadträten Wolfgang Tröster, Gerhard Kraft und Horst Wittstadt initiierten, regen Bürgergespräch im voll besetzten Rathaussaal in Laudenbach stand die Fortentwicklung des Ortsteils im Vordergrund, heißt es in einer Pressemitteilung. Aus dem Stadtrat anwesend waren zudem dritte Bürgermeisterin Anja Baier sowie der Fraktionsvorsitzende und Bürgermeisterkandidat der Grünen, Armin Beck.

Stadtrat Wolfgang Tröster gab eine Übersicht über Aufgaben und Herausforderungen, die in den nächsten Jahren anzugehen sind und für den Ort eine Belebung und eine positive Entwicklung bedeuten würden.

Neben einer Verbesserung der Freizeiteinrichtungen, zum Beispiel einer Aufwertung der Wanderhütte, Themenwegen mit historischem oder naturkundlichem Gehalt, einer Erweiterung des Spielplatzes am Main hin zu einem Generationenpark mit sportlichen Angeboten, betonte er die Notwendigkeit eines Bürgertreffs in einem Bürgerhaus, eine Verlangsamung des Verkehrs in den Ortseinfahrten, stärkere Unterstützung von Senioren durch Gründung eines Helferkreises, höhere Mobilität, zum Beispiel  durch Einrichtung einer Mitfahrer-App, mit der man die kürzlich aufgestellten Mitfahrerbänke noch besser nutzen könnte.

Köcherfliegen an der Quelle

Zu dem seit einigen Wochen diskutierten Thema „Fortbestand des Laudenbachs“, der als Identitätsmerkmal des Ortes gilt, nahm Karl-Heinz Stumpf Stellung. In der Antwort der Stadtverwaltung hinsichtlich einer Erhaltung der Qualität und der Quantität werde zwar bestätigt, dass im Verkaufsvertrag von 2013 der Bestand des Laudenbachs zugesichert worden und die Wassermenge durch Herüberpumpen aus dem Steinbruch möglich sei, dies werde aber durch das Auftreten der Köcherfliege an der Quelle unterbunden, sodass die Firma Schwenk diese Vereinbarung nur schwer umsetzen könne.

Angesichts dieser prekären Situation befürchteten einige Anwesende wie Ingrid Hüsam und Georg Schirmer, dass die Firma Schwenk ihre Zusage nicht einhalten könne und deshalb die Ungewissheit hinsichtlich des Erhalts des Baches weiter bestehe. Um mehr Klarheit über die Zukunft des Laudenbachs zu erlangen, schlug Bürgermeisterkandidat Armin Beck vor, eine Bürgerversammlung zum Thema Laudenbach zu beantragen, was auch durch die Dritte Bürgermeisterin Anja Baier sofort mit einer Unterschriftenliste und einem überwältigenden Ergebnis umgesetzt wurde. Spontan trugen sich 58 Bürger  ein.

Wasserkraft nutzen

Die Bedeutung und der Fortbestand des Laudenbachs mit seiner Wasserkraft könnten, so ein Vorschlag von Michael Langhirt, durch eine Initiative in Form eines Vereins oder einer Genossenschaft mehr Gewicht bekommen. Armin Beck sagte zu, das Ansinnen im Sinne des Ausbaus erneuerbarer Energiegewinnung zu unterstützen.

Horst Wittstadt berichtete von seinem Antrag im Stadtrat, in dem er forderte, dass die Firma Schwenk nicht schon jetzt Waldflächen abholzt, die erst viel später zum Abbau des Kalksteins gebraucht werden.

Umstrittenes Dammprojekt

Allgemeine Verwunderung rief das kürzlich vorgestellte Dammprojekt oberhalb der Ortseinfahrt von Laudenbach hervor, vor allem auch, weil dazu von Seiten der Stadt keine Vorinformation gegeben worden wären. Von Maximilian Gerhard wurde die Notwendigkeit eines solchen Bauwerkes, das eine Verschandelung der Umgebung darstelle, bezweifelt. Nach seinen Beobachtungen gelange das Wasser aufgrund des vorherigen Versickerns in der Senke davor gar nicht bis ins Dorf.

Zur Dorferneuerung trug der Vorsitzende der Teilnehmergemeinschaft für Laudenbach, Werner Langhirt, den augenblicklichen Stand der Arbeit des Gremiums vor: In der öffentlichen Vorstandssitzung  am 6. November im Pfarrheim in Mühlbach soll ein Konzept für das erste Projekt: „Sanierung und Gestaltung  der Heldstraße“  vorgestellt werden. Langhirt bemängelte, dass nach einer personellen Veränderung im Amt für ländliche Entwicklung die nun zuständigen Verantwortlichen durch die Laudenbacher Vorstandsmitglieder erst einmal mit den Gegebenheiten in Laudenbach vertraut gemacht werden mussten und so wertvolle Zeit verstrichen sei.

Deutliche Kritik fand, dass Stadtrat Horst Wittstadt ein für die Ausweitung des Dorfplatzes erforderliches Hausgrundstück für die Erweiterung seines Betriebes erworben habe. Die Stadt hätte ihr Vorverkaufsrecht nicht wahrgenommen. Horst Wittstadt wies darauf hin, dass er die für die Dorferneuerung benötigten Flächen jederzeit an die Stadt abtreten werde. Josef Hartmann erinnerte an die Devise, dass eine sinnvolle und effektive Planung von neuen Quartieren im Sinne einer vernünftigen Dorferneuerung nur dann möglich sei, wenn die Stadt möglichst viele Objekte (Grundstücke, alte Häuser) aufkaufe und sie dann nach einer angemessenen Planung wieder an Bauinteressenten veräußere.

Armin Beck und Gerhard Kraft gaben zu bedenken, dass zur Vermeidung solcher Fehler in Zukunft eine frühzeitige und vertrauensvolle Kommunikation unter allen Beteiligten, Vorstand Teilnehmergemeinschaft, Stadt und Kaufinteressenten einsetzen müsse.

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