MICHELRIETH

Bürgerhaus Michelrieth: Wilde Feiern sind unerwünscht

Das geplante Dorfgemeinschaftshaus in Michelrieth – hier die Ansicht von der Grafschaftsstraße aus – soll der neue Ortsmittelpunkt werden. Im vorderen Bereich kommen die Büros und der Gruppenraum der evangelischen Kirchengemeinde unterkommen, hinter dem großzügigen Foyer der Saal und im Geschoß darunter weitere Gruppenräume. Foto: Entwurf: Büro Redelbach, Marktheidenfeld

Mit viel Beifall bedacht wurden die von Architekt Georg Redelbach in Absprache mit der örtlichen Lenkungsgruppe erstellten Pläne für das Dorfgemeinschaftshaus in Michelrieth. Die rund 70 Zuhörer der Bürgerversammlung im bestehenden Bürgerhaus, das dem Neubau weichen wird, hatten nach der Einführung von Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder und der Präsentation von Redelbach vor allem Fragen zur späteren Nutzung: Wer darf rein ins Haus und wer entscheidet darüber?

In anderen Stadtteilen kümmern sich der Vereinsring oder ein Verein um die Verwaltung des Gebäudes, informierte Schmidt-Neder auf die entsprechende Frage. Wie das in Michelrieth geregelt wird, darüber müsse noch geredet werden, meinte sie, machte aber keinen Hehl daraus, dass die Feuerwehr für die Bürgermeisterin hier die federführende Kraft sein sollte. Stadtrat Martin Gerberich verwies auf Erfahrungen aus Oberwittbach und betonte: „Die Michelriether haben es in der Hand, an wen sie vermieten wollen.“

Für Vereine, Kirche, aber auch die Bürger

Was aus den Wortmeldungen deutlich wurde: Man will nicht Tür und Tor für Veranstaltungen von Auswärtigen öffnen, für wilde Feiern, nach denen nur Ärger mit den Anwohnern und Verschmutzung bleiben. Das ist aber auch ganz im Sinne der Stadt. Zwar stehe das Nutzungskonzept noch nicht, so Schmidt-Neder, doch entstehe hier ein Bürgerhaus für den Stadtteil Michelrieth, für die Vereine, die Kirchengemeinde und die Menschen am Ort. Selbstverständlich sei auch die Vermietung an Privatleute möglich, so die Bürgermeisterin. Sie betonte aber: „Es ist nicht daran gedacht, dass das Haus zur Konkurrenz für die bestehende Gaststätte wird. Und wir wollen auch nicht, dass hier jedes Wochenende die Big Fete stattfindet unter der die Nachbarschaft leidet.“

Rund zehn private Feiern gibt es derzeit pro Jahr, informierte Harald Guglhör, der die Vermietungen im alten Bürgerhaus verwaltet. Es werden wohl einige mehr werden, weil das neue Gebäude dann barrierefrei sein werde, meinte er. Guglhör wollte wissen, ob er für 2019 noch Termine ausmachen dürfe oder bereits der Abriss des Hauses anstehe. „Vor 2020 werden wir hier nichts einreißen“, informierte Schmidt-Neder. Am kommenden Donnerstag stelle der Stadtrat die Weichen für die nächste Planungsphase. Der Förderantrag, so ihr Wunsch, soll im Frühjahr 2019 eingereicht werden.

Barrierefreiheit, Sicherheit, Parkplätze

Einige Fragen der Bürger wie zur Heizung oder zur Abtrennung des Saals blieben am Dienstagabend noch unbeantwortet. Dies müsse noch besprochen werden, so Architekt Redelbach. Auch hier werde die Lenkungsgruppe eingebunden, für die Dieter Beck von der Feuerwehr die gute Zusammenarbeit lobte. Wesentliche Punkte der Wunschliste wurden erreicht, freute sich Beck: Barrierefreiheit, Sicherheit, Parkplätze, ausreichend Räume und auch ein Bereich für die Jugend.

Auch Pfarrer Reinhold Völler war voll des Lobes: „Wir sind sehr zufrieden. Wir wollten adäquate Räume und die bekommen wir auch.“ Wie berichtet, entsteht der Neubau in Kooperation mit der evangelischen Kirchengemeinde. Dass solchen Projekten die Zukunft gehört, betonte Aschaffenburgs Dekan Rudi Rupp. Er versicherte, dass es auch nach dem Abriss des Pfarrhauses eine Wohnung für Pfarrer Völler geben werde, und zugleich, dass die Pfarrstelle für Michelrieth und Glasofen langfristig bleibe. „Die Gemeinde hier ist absolut zukunftsfähig“, verkündete er.

Einwohnerzahl mit aktuell 527 seit Jahren ziemlich konstant

Das gilt für die politische Gemeinde ebenso. Die Einwohnerzahl ist seit Jahren konstant (aktuell 527), das neue Dorfzentrum steigert die Attraktivität und wenn dieses fertig ist, dann werde die Stadt – so die Bürgermeisterin auf eine entsprechende Nachfrage – auch beim Thema Bauland Möglichkeiten schaffen. Geschätzte 2,6 Millionen Euro wird das Dorfgemeinschaftshaus kosten, informierte Georg Redelbach. Die Pläne für das Haus mit Büros und Gruppenraum für die evangelische Gemeinde, mit großem Saal, Küche und weiteren Gruppenräumen schienen den Bürgern nach der Vorstellung im Stadtrat und der Berichterstattung darüber hinlänglich bekannt. Hierzu kamen keine Nachfragen.

Wie gut die Stadt Marktheidenfeld gegenwärtig da steht, hatte Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder zu Beginn der Versammlung aufgezeigt: Die Einwohnerzahl liegt bei 11 939 und ist seit Jahren steigend, die Rücklagen belaufen sich auf derzeit 36 Millionen Euro und in den kommenden Jahren wird kräftig investiert in der Stadt und den Stadtteilen: Nach 19,3 Millionen Euro in diesem Jahr weitere 17,8 Millionen Euro im Jahr 2019 und 14,8 Millionen Euro im Jahr 2020.

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