Karlstadt

Bürgermeister-Stichwahl: Rümmer oder Hombach für Karlstadt?

Im ersten Wahlgang lag der CSU-Kandidat vor dem SPD-Bewerber. Die Stichwahl per Briefwahl wird die Entscheidung bringen.
Stefan Rümmer (SPD, links) und Michael Hombach (CSU) stehen in der Stichwahl um den Bürgermeisterposten in Karlstadt.
Stefan Rümmer (SPD, links) und Michael Hombach (CSU) stehen in der Stichwahl um den Bürgermeisterposten in Karlstadt. Foto: Fabian Gebert

Am Sonntag entscheidet sich, wer ab Mai neuer Bürgermeister von Karlstadt wird: Michael Hombach (CSU) oder Stefan Rümmer (SPD). Die rund 11 000 Briefwahlunterlagen für die Kreisstadt und ihre Stadtteile haben die Mitarbeiter der Stadtverwaltung sehr zügig verteilt. Bis Sonntag um 18 Uhr müssen die Wahlbriefe beim Karlstadter Rathaus eingegangen sein.

Im ersten Wahlgang kam Michael Hombach auf 37,5 Prozent der Stimmen, Stefan Rümmer erhielt 21,7 Prozent und lag damit knapp vor Benedikt Kaufmann (20,5 Prozent) und Armin Beck (18,5 Prozent).  Janik Havla (Die Partei) erreichte 1,9 Prozent. Damit geht Hombach als Favorit in die Stichwahl, aber Rümmer ist keineswegs aussichtslos. Es wird entscheidend sein, wie diejenigen wählen, die im ersten Wahlgang für andere als die nun verbliebenen Kandidaten gestimmt haben.

Corona überschattet die Wahl

"Die meisten Menschen haben im Moment andere Sorgen als die Bürgermeisterwahl", weiß Stefan Rümmer. Er ist als Betriebsratsvorsitzender bei Düker dieser Tage mit Fragen zu Corona und den Folgen für die Wirtschaft befasst. Das gilt auch für Michael Hombach, den wirtschaftlichen Leiter von Burg Rothenfels. "Wir mussten die Jugendherberge und Tagungsstätte schließen. Alle Buchungen und Seminare sind abgesagt", erklärt Hombach. 

Auch die Stadt wird an Corona leiden. "Die Steuereinnahmen werden einbrechen, aber in welcher Höhe?", fragt sich Michael Hombach. "Das wird knallhart einschlagen", vermutet Stefan Rümmer. "Wir müssen dann sehen, was wir uns leisten können." Hombach sieht's ähnlich: "Wir stehen dann vor der Frage, wie wir unsere Aufgaben erfüllen können." 

Einzelhandel, Gastronomie und Tourismus in der Stadt würden ebenfalls hart getroffen. "Ich möchte die Bürger dafür sensibilisieren, die heimischen Unternehmen zu unterstützen", sagt Rümmer. "Die Arbeitsplätze zu sichern wird eine große Aufgabe", erklärt Hombach. An einigen seiner Ziele will der CSU-Kandidat festhalten: "In der Stadt fehlen 75 Kindergartenplätze. Da müssen wir etwas tun." Außerdem will er "bezahlbaren Wohnraum" schaffen. "Am Ende können wir gestärkt aus der Krise herausgehen", glaubt Hombach.

So weit voraus denkt Stefan Rümmer noch nicht. "Ich denke, das wird in ein paar Wochen nicht vorbei sein. Der Bürgermeister muss in einer solchen Zeit offen für Fragen sein und mit den Leuten kommunizieren. Das vermisse ich im Moment etwas." 

Eine Frage der Persönlichkeit

Grundsätzlich waren sich alle Karlstadter Bürgermeisterkandidaten weitgehend einig darüber, in welche Richtung sich die Stadt entwickeln soll. Deshalb wird die Stichwahl wohl zu einer Persönlichkeitswahl. Hombach plädiert für sich: "Ich komme aus der Wirtschaft und habe seit vielen Jahren Führungs- und Budgetverantwortung. In einer schwierigen Phase zeigt sich, aus welchem Holz einer geschnitzt ist. Ich habe schon vieles mitgemacht." Stefan Rümmer argumentiert: "Ich bringe viel Erfahrung aus vielen verschiedenen Bereichen mit, aus der Wirtschaft, dem Sozialen, den Vereinen, der Kirche. Ich bin sozial und sympathisch."

Rümmer betont, dass er sich auch für die Stadtteile einsetzen will. "So wie ich das auch seit 18 Jahren im Stadtrat tue." Sein Gefühl vor der Stimmauszählung am Sonntagabend: "Ich glaube, es wird eine sehr knappe Wahl." Wie sich die Briefwahl und Corona auf die Wahl auswirken, lasse sich kaum vorhersagen. Michael Hombach mag keinen Tipp abgeben, sagt aber: "Ich glaube nicht, dass in einer Kommunalwahl die Partei zählen sollte. Die Bürger sollten für den entscheiden, dem sie die Aufgabe zutrauen." Er lässt keinen Zweifel daran, wem er's selbst zutraut. "Ich bin mit dem Ziel angetreten, Bürgermeister von Karlstadt zu werden. Daran hat sich nichts geändert."

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