Marktheidenfeld

Bürgermeisterin Schmidt-Neder: Krise auch als Chance verstehen

Die Stadtratssitzung in Marktheidenfeld stand im Zeichen der Corona-Pandemie. Die Rathauschefin nutzte die Zusammenkunft auch für einen Appell an die Bevölkerung und Dankesworte.
Nachbarschaftshilfe ist in Zeiten der Corona-Pandemie gefragt.
Nachbarschaftshilfe ist in Zeiten der Corona-Pandemie gefragt. Foto: Roland Weihrauch

"Das ist keine übliche Sitzung", stellte Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder zu Beginn der Zusammenkunft der Stadträte am Donnerstagabend fest. Das war auch auf den ersten Blick zu erkennen: Der Rathaussaal war um den angrenzenden zweiten Sitzungssaal erweitert, kein einziger Zuhörer war da – sogar der künftige Bürgermeister Thomas Stamm hatte sich entschuldigt – und die Bürgervertreter saßen mit großem Abstand um einen weitläufigen Ratstisch. Die Corona-Krise hat auch dem Marktheidenfelder Stadtrat ihren Stempel aufgedrückt.

Dass die Mandatsträger einmal "vor bisher nicht vorstellbaren Aufgaben" stehen würden, das habe vor kurzer Zeit noch niemand geahnt, sagte die Bürgermeisterin. Im Hinblick auf Corona sei nun die Unterstützung aller Bürgerinnen und Bürger gefragt und Schmidt-Neder zeigte sich hier zuversichtlich: "Ich bin mir sicher, dass die gesamte Stadt hier zusammenwirkt." Konkret heiße dies, die Anweisungen der Wissenschaft und der Politik zu befolgen, möglichst zuhause zu bleiben und sich nicht durch Gerüchte und Fakenews verunsichern zu lassen. Hamsterkäufe seien unnötig, die Versorgung sei gesichert. Ihr Dank galt allen, die in der Krankenpflege und im medizinischen Bereich derzeit Herausragendes leisten.

Organisierte Nachbarschaftshilfe über die Homepage der Stadt

Helga Schmidt-Neder, Bürgermeisterin der Stadt Marktheidenfeld.
Helga Schmidt-Neder, Bürgermeisterin der Stadt Marktheidenfeld. Foto: Marcus Meier

Über die Homepage, die ständig aktualisiert werde, und ein Servicetelefon biete die Stadt organisierte Nachbarschaftshilfe an. "Ich hoffe, dass wir diese Krise auch als Chance verstehen  und zu einer neuen Gemeinschaft finden", sagte Schmidt-Neder. Wer  Anregungen für Verbesserungen in der Stadt habe, möge diese per E-Mail oder Telefon an die Stadtverwaltung und auch an die Stadträte weitergeben.

Die Stadtverwaltung habe sich auf die neue Situation eingestellt. Aktuell sei sie zusätzlich gefordert durch die Vorbereitung von rund 9000 Briefwahlunterlagen. 

Der neue gewählte Bürgermeister und der künftige Stadtrat würden im Mai die Arbeit zweifellos in einer ganz besonderen Lage aufnehmen. Schmidt-Neder gratulierte Thomas Stamm und den neu oder wieder gewählten Bürgervertretern und wünschte den nicht Gewählten, dass sie ihre Enttäuschung bald überwinden mögen. 

Im Zusammenhang mit der Corona-Krise standen auch die Anfragen in der Sitzung. So wollte Andrea Hamberger wissen, ob die Marktheidenfelder Tafel schon auf die Stadt mit der Bitte um Hilfe zugekommen sei. Schmidt-Neder verneinte dies. Wolfgang Hörnig hatte dafür auch eine Erklärung: "Die Versorgung mit Waren ist noch nicht prekär." Dass verschiedene Tafeln geschlossen hätten, das sei zur Sicherheit der überwiegend älteren Mitarbeiter erfolgt. Auch in Marktheidenfeld werde dies überlegt. Die Bürgermeisterin wies hier nochmals auf die Nachbarschaftshilfe auf der Homepage oder per Telefon hin. Wenn bekannt sei, wer Bezugsscheine hat, dann könne auch dorthin geliefert werden. 

Bei der Jugendförderung noch einmal nachgelegt

Einstimmig beschloss das Gremium in der Sitzung, bei der Jugendförderung der Vereine nachzubessern. Da das im Haushalt eingestellte Geld 2019 für die eingereichten Abrechnungen nicht ausreichte, wird den betroffenen Vereinen nun insgesamt 7777,65 Euro nachgezahlt. Schmidt-Neder und auch ihr Stellvertreter Martin Harth regten an, bei den Haushaltsberatungen im Herbst den Ansatz für diesen Haushaltsposten zu erhöhen.

Festgestellt wurde in der Sitzung das Rechnungsergebnis für 2019, das einen Gesamthaushalt von 73 009 943 Euro aufweist. Die Kasseneinnahmenreste beliefen sich zum Jahresende auf 590 215 Euro. 

Einstimmig abgesegnet wurden die in nichtöffentlicher Sitzung beratenen Vergaben: Trockenbau, Innenputz und Malerarbeiten am Neubau der Fuerwache in Marktheidenfeld übernimmt für 121 132 Euro die Firma Riegel aus Bürgstadt. Für 48 897 Euro liefert das Autohaus Bauer in Marktheidenfeld einen neuen Kastenwagen für das Wasserwerk. Den Auftrag für die Gestaltung des Ortseingangs von Marienbrunn erhielt die Firma Strabag aus Schwarzach für 162 548 Euro.

Die Vermittlungsstelle für nachbarschaftliche Unterstützung ist von montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr unter Tel.: (09391) 400425 und per Mail an coronahilfe@marktheidenfeld.de erreichbar.

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