LOHR

Bürgermeisterkandidat Mario Paul setzt auf Gemeinsinn

Strahlende Gesichter: Mit Mario Paul (Mitte) freuten sich nach dessen Wahl zum gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten von Grünen und SPD (von links) Christine Kohnle-Weis (Ortsvorsitzende SPD), Wolfgang Weis (Stadtratsfraktionsvorsitzender Grüne), Pauls Lebensgefährtin Diana Weis, Bärbel Imhof (Ortsvorsitzende Grüne). Foto: DEHM

Jetzt steht definitiv fest: Der parteilose Mario Paul (38) ist der gemeinsame Bürgermeisterkandidat von Grünen und SPD. In der Nominierungsversammlung am Mittwochabend im voll besetzten Pfarrheim waren 79 Stimmberechtigte anwesend. 78 von ihnen sprachen sich – bei einer Enthaltung – für Paul aus. Dieser zeigte sich „überwältigt“ von dem ihm entgegengebrachten Vertrauen: „Ich verspreche, ich werde euch nicht enttäuschen.“

Weitere Bewerber um den Kandidatenposten gab es nicht. Zwar wurde aus den Reihen der Versammelten als weiterer möglicher Bürgermeisterkandidat SPD-Stadtrat Seppl Blenk vorgeschlagen, doch dieser darf altersbedingt nicht antreten.

„Schwierige Herausforderungen“

Lohr sei „eine wirtschaftlich starke, lebenswerte und attraktive Stadt“, sagte Paul. Allerdings werde die Zukunft mit „schwierigen Herausforderungen“ verbunden sein. Unter anderem, weil der Wirtschaftsstandort Lohr im globalen Wettbewerb verliere und Lohrs finanzieller Handlungsspielraum immer enger werde. „Seit Jahren leben wir von den Rücklagen.“

Weiter gefiel Paul nicht, dass viele Projekte angefangen, aber nicht zu Ende gedacht würden; für die geplante Stadthalle gebe es bis heute „kein schlüssiges Betreibermodell“.

Ihm werde aber „nicht bange“ vor diesen Herausforderungen, „ganz im Gegenteil“. Er setze im Wesentlichen auf die „richtigen Ideen“, auf „Gemeinsinn, der uns an einem Strang ziehen lässt“ und auf „Entschlossenheit, Überzeugungskraft und harte Arbeit“.

„Lohr soll für Junge, Alte, Familien und Unternehmen attraktiv bleiben“, formulierte Paul als Ziel. Aufgabe der Kommunalpolitik sei es, hierfür günstige Rahmenbedingungen zu schaffen.

„Wir brauchen einen neuen Aufbruch“, betonte Wolfgang Weis, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Stadtrat. Bei den Bürgern sei mittlerweile der Eindruck entstanden, im Lohrer Rathaus werde „Hinterzimmerpolitik“ und „Vetterleswirtschaft“ betrieben.

Weis und Blenk greifen Prüße an

Den von ihm gewünschten „Wechsel an der Rathausspitze“ begründete Weis, wenig schmeichelhaft für Amtsinhaber Ernst Prüße, mit dem Sprichwort „Der Fisch stinkt vom Kopf her“. Außer einem neuen Bürgermeister – mit Mario Paul habe man den richtigen Kandidaten gefunden – wünschte sich Weis ab Mai 2014 „eine Gestaltungsmehrheit im Stadtrat“.

Seppl Blenk hob Pauls Eigenschaft, zuhören zu können, hervor. Er zeigte sich auch davon überzeugt, dass Paul als Bürgermeister „das schlimme Hinter-geschlossenen-Türen-Agieren“ beenden werde. Die SPD, so Blenk, sei nicht gegen Prüße als Bürgermeister, weil er der CSU angehöre, „sondern, weil er den Aufgaben dieses Amtes nicht gewachsen ist“. Seinen „vollmundigen Ankündigungen“ seien „keine Taten gefolgt“. Deshalb sei Lohr nach sechs Jahren Prüße heute in einer „nicht nur finanziellen Sackgasse“. Die vielen anstehenden Aufgaben könne man „nicht mit Maßkrugheben lösen“.

Werner Wolf wollte von Paul wissen, ob es mit ihm als Bürgermeister in Lohr neue Baugebiete geben werde. Dies sei bei den Arbeitstreffen, die seiner Nominierung vorausgingen, die am kontroversesten diskutierte Frage gewesen, antwortete Paul ausweichend. Mit Blick auf neue Gewerbegebiete meinte er, man müsse unter Abwägung aller ökologischen und sozialen Aspekte schauen, was möglich sei.

Mario Paul

Geboren und aufgewachsen in Selb in Oberfranken, lebt der 38-jährige Mario Paul mit seiner Familie seit Februar 2012 in Lohr, der Heimatstadt seiner Lebensgefährtin Diana Weis. Mit ihr hat der studierte Politikwissenschaftler, der als Sozialwissenschaftler an der Ruhr-Universität in Bochum arbeitet, drei Kinder im Alter zwischen sechs Jahren und drei Monaten. Nach Lohr zog die Familie, weil seine Frau in das Unternehmen ihres Vaters, das Säge- und Furnierwerk Mehling & Wiesmann, einstieg. Text: wde

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