Karlstadt

Bürgermeisterkandidat: Stefan Rümmer einstimmig nominiert

Stefan Rümmer (links) ist jetzt offiziell als Bürgermeisterkandidat der SPD in Karlstadt nominiert. Der Bundestagsabgeordnete Bernd Rützel (rechts) machte davon gleich mal ein Selfie, für das sich auch  stellvertretender Landrat Harald Schneider gerne zur Verfügung stellte.   Foto: Karlheinz Haase

Stefan Rümmer ist nun als Bürgermeisterkandidat der SPD für Karlstadt nominiert. Bei der Versammlung am Donnerstagabend im Hotel Mainpromenade sprachen sich alle 31 anwesenden Stimmberechtigten für den 40-Jährigen aus. Die Ortsvereine Karlstadt und Gambach waren dort zusammengekommen, um ihn offiziell zu küren.

"Wenn ein SPD-Bürgermeister regiert, geht es Karlstadt besser", schickte der Bundestagsabgeordnete Bernd Rützel voraus. Und Kreisvorsitzender Sven Gottschalk meinte: "Es waren gute Zeiten, als die SPD in Karlstadt regierte; da wollen wir wieder hin."

"Ein Karschter für ganz Karlstadt." So überschreibt Stefan Rümmer seinen Wahlkampf. In seiner Rede kehrte er sein Innerstes nach außen: Geboren am 3. März 1979 als Jüngster von drei Geschwistern, habe er gelernt, Rücksicht zu nehmen, aber auch sich durchzusetzen. Grundschule, Hauptschule, Realschule, Mittlere Reife.

Vielfältig aktiv

Seine vielfältigen Beteiligungen lassen sich nur listenartig aufzählen: Aktiv in der Pfarrjugend, Ministrant, Oberministrant, Mitglied im Leitungsteam der Ministranten, Leiter eines Pfadfinderstamms, Pfarrgemeinderat der "Heiligen Familie", Mitglied der Band "Zone 30" und in der Kirchenverwaltung, Leichtathlet, Fußballer, Basketballer und jetzt Fördermitglied in der Turngemeinde, Mitglied bei Troja, im Deutschen Alpenverein und bei der KaKaGe.

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Bei Düker Energieelektroniker gelernt, fast zehn Jahre Schichtelektroniker in der Instandhaltung. Aktiv in der IG Metall und dem DGB, seit 2008 Betriebsratsvorsitzender. Aufsichtsrat der SKD-BKK-Krankenkasse. Aktiv in der Feuerwehr Karlstadt, Leiter der Werksfeuerwehr Düker und Riskmanager.

Über den Jugendbeirat kam Stefan Rümmer erstmals in Kontakt mit dem Stadtrat, dem er seit 2002 angehört, inzwischen als SPD-Fraktionsvorsitzender. 

Rümmer setzt auf Dialog

Rümmer sagte, die Stadtverwaltung setze teilweise Ideen um, die die Bürger nicht wollten. Er propagiere den Dialog, so mit besseren Absprachen der Vereine im Stadtgebiet, zum Beispiel bei deren Terminen, sowie den Dialog zwischen Jung und Alt. Wichtig sei ein runder Tisch für Handwerk und Dienstleistungen. Er höre von Firmen, dass seit sechs Jahren keiner mehr mit ihnen geredet hat. Dabei hätten manche Probleme wie etwa die Bauplatzsuche. Es sollte regelmäßige Treffen mit Vertretern der Stadtteile geben und die Zusammenarbeit mit den umliegenden Gemeinden, um diese beispielsweise in den Tourismus einzubinden.

Das Potenzial des bürgerlichen Engagements will Rümmer in einer regelmäßigen Bürgerwerkstatt nutzen und ein Leitbild für Karlstadt erstellen: "Wollen wir eine Industrie- oder eine Schlafstadt sein?" Die Karlstadter Altstadtsanierung sei ins Stocken geraten, kritisiert der Kandidat. Unbedingt müsse das vierte Quartier angegangen werden. Aber auch die Dörfer dürften nicht vernachlässigt werden.

Altbürgermeister Karl-Heinz Keller begleitete die Genossen bei der Hymne "Brüder, zur Sonne....". Foto: Karlheinz Haase

Im Hirschfeld schwebt ihm für die Naherholung ein Stadtpark zwischen dem Gewerbegebiet und dem Wohnen in der Echterstraße vor. Auch sollte am Mainkai eine Uferpromenade mit Stadtstrand entstehen. Für die verloren gegangenen Parkplätze sollte das Parkdeck in der Gemündener Straße sofort umgesetzt werden.

Eine halbe Stunde bis zur Autobahn

Die halbe Stunde Fahrzeit von Karlstadt zur Autobahn sei zu lang. "Wir brauchen eine besser Anbindung." Den Begriff der B 26n vermied er, sprach aber von Umgehungen für die Dörfer. Pendlerparkplätze für Fahrgemeinschaften solle es in alle Himmelsrichtungen geben, um große Umwege zu den Treffpunkten zu vermeiden.

In Bezug auf neue Wege bei der Mobilität habe Karlstadt Nachholbedarf, beispielsweise bei Carsharing und beim Fahrradverkehr. Auch müsse der öffentliche Personennahverkehr attraktiv sein. Ihm schwebe eine 365-Euro-Karte vor, die an 365 Tagen gilt. Lacher erntete der Kandidat, als er eine "schilderfreie Stadt" propagierte. Er sagte, die Schilder hätten alle ein Verfallsdatum auf der Rückseite, würden also alle Folgekosten verursachen.

Wohnraum beschaffen 

Die Wohnraumbeschaffungs-GmbH müsse wiederbelebt werden, um über Zwischenkäufe Bauland zur Verfügung zu stellen. Neuen Wohnformen sollte man eine Chance geben. Leider finde die Initiative zum Generationenwohnen in Karlstadt derzeit kein Gehör.

Bei der Strophe "Brüder, in eins nun die Hände" reichten sich die Genossen die Hand. Foto: Karlheinz Haase

"Bei der Kleinkind- und  Schülerbetreuung hinken wir hinterher", meint Rümmer. Schon zu lange werde beispielsweise diskutiert, was mit dem Theresienheim passieren soll. Erholungsziele und Erlebnisspielmöglichkeiten sollten wiederbelebt werden. Rümmer erinnerte an das Fort auf dem Saupurzel. 

Im Nachgang erhielt er reichlich Lob von den Genossen. Altbürgermeister Karl-Heinz Keller bot ihm Hilfe in Form von Tipps an. Jetzt sei ein ganz wichtiger Zeitpunkt für Karlstadt. Aus dem Wahlkampf selbst wolle er sich aber heraushalten. In seinem Ruhestand hat er  das Gitarrespielen begonnen und begleitete nun die mit Inbrunst gesungene Abschlusshymne "Brüder, zur Sonne...".   

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