Esselbach

Bürgermeisterwahl: Polit-Neulinge und Amtierende haben überzeugt

Auch wenn es in einigen Ortschaften im Raum Marktheidenfeld nur Einzelkandidaten gab, ist die Freude über die Wahl zum Bürgermeister bei allen hoch.
Eine Amtszeit hat er hinter sich: Esselbachs Bürgermeister Richard Roos konnte 93,37 Prozent der Wähler für eine zweite Amtszeit überzeugen.
Eine Amtszeit hat er hinter sich: Esselbachs Bürgermeister Richard Roos konnte 93,37 Prozent der Wähler für eine zweite Amtszeit überzeugen. Foto: Daniel Weisner

Die Gemeinden Roden, Esselbach, Schollbrunn, Bischbrunn, Rothenfels, Urspringen und Kreuzwertheim haben bei der Kommunalwahl 2020 nur einen Bürgermeisterkandidaten ins Rennen geschickt. Blamiert hat sich am Sonntag keiner der nominell konkurrenzlosen Kandidaten, denn die Ergebnisse können sich zeigen lassen.

Roden: Die Wähler aus dem Rodener Ortsteil Ansbach stehen geschlossen hinter Johannes Albert, "ihrem" Kandidaten der Wählergemeinschaft Ansbach. Gemeinsam mit den Wählern aus Roden und denen, die per Briefwahl abstimmten, kam Albert auf 93,37 Prozent. Mit einer Wahlbeteiligung von 71,79 Prozent gingen –im Vergleich zu anderen Gemeinden – überdurchschnittlich viele zur Wahl.

Esselbach: Das Ergebnis in Esselbach und seinen Ortsteilen ist eindeutig: Richard Roos, seit sieben Jahren Bürgermeister, hatte ohne Gegenkandidaten ein leichtes Spiel und nur ganz wenige Wähler stimmten nicht für ihn. Die Wähler votierten zu 96,19 Prozent für den CSU-Mann. 25,93 Prozent kamen in die Stimmlokale nach Esselbach, Kredenbach und Steinmark. Briefwahl nutzten drei Viertel. Die Wahlbeteiligung lag bei 61,57 Prozent.

Schollbrunn: Auch die Schollbrunner wählten ihre bisherige Bürgermeisterin Thea Kohlroß für die nächsten sechs Jahre wieder zum Ortsoberhaupt. Insgesamt 65,71 Prozent der Wähler gaben ihre Stimme bei der Bürgermeisterwahl ab, 86,78 Prozent votierten für Kohlroß.

Bischbrunn: Seit 2016 ist Agnes Engelhardt Rathauschefin in Oberndorf. Und sie wird es auch bleiben. Die Wähler aus Oberndorf und dem Ortsteil Bischbrunn wählten die Kandidatin der Bürgerliste mit 87,50 Prozent wieder. Bemerkenswert, dass Engelhardt in Oberndorf mehr als 96 Prozent der Wähler überzeugen konnte. Woran das liegt, kann sie nicht sagen. Sie wirkte sehr unaufgeregt an diesem Wahlabend. "Heute Abend geht es weniger um mich", so Engelhardt. Spannend ist das Ergebnis der Gemeinderatswahl und die Frage: "Wie wird sich das Gremium in Zukunft zusammensetzen." Besonders gefreut hat sich Engelhardt nach eigener Aussage über die hohe Wahlbeteiligung von 67,89 Prozent.

Rothenfels: In der Gemeinde Rothenfels gingen zwei von drei Wählern zur Urne oder stimmten für den Bürgermeister per Briefwahl ab. Bereits bei der Wahl 2014 erreichte Rothenfels' Alleinkandidat Michael Gram (Freie Bürger) als einziger der Region über 90 Prozent - ein großer Vertrauensbeweis der Wähler. Jetzt stimmten mit 93,43 Prozent noch ein paar mehr Wähler für ihn. "Ich bin vollauf zufrieden mit dem Ergebnis, weil die Bürger mit meiner Arbeit zufrieden sind", sagte er am Telefon. In den vergangenen Tagen habe er kaum noch an die Kommunalwahl gedacht, so Gram. Das vorherrschende Thema sei derzeit die Corona-Krise. Er hofft, dass man diese so gut es geht – vor allem gesund und mit möglichst geringem wirtschaftlichen Schaden – durchsteht.

Urspringen: Auf Urspringens Bürgermeister Volker Hemrich entfielen 91,53 Prozent der abgegebenen Stimmen in seinem Heimatort - für Hemrich "ein überwältigendes Ergebnis", wie er am Telefon sagte. Die Wahlbeteiligung lag bei 70,08 Prozent. Einen Schatten auf den Wahlabend wirft auch dort die Corona-Krise. Wegen der Gefahr einer Übertragung des Virus' fiel die Wahlparty aus.

Kreuzwertheim: Klaus Thoma bleibt für eine weitere Amtszeit Bürgermeister von Kreuzwertheim. Bei dem Urnengang erhielt der Amtsinhaber laut vorläufigem Endergebnis rund 75 Prozent der Stimmen. Thoma ist seit 2014 Bürgermeister der Marktgemeinde. "Ich nehme das Ergebnis dankbar und demütig an und gehe mit Elan an die Aufgaben, die in dieser schweren Zeit auf uns zukommen", kommentierte Thoma sein Abschneiden bei der Wahl. Die Wahlbeteiligung lag mit rund 57 Prozent deutlich unter dem Wert der vorherigen Wahl (2014: 65 Prozent), was wohl hauptsächlich der Coronavirus-Krise geschuldet sein dürfte.

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