MAIN-SPESSART

Bundestagswahl: Tops und Flops in Main-Spessart

Ein Dokument der Zeit aus Marktheidenfeld: Nach der Wahl scheint für die SPD eine Zeit in der Opposition angebrochen zu sein, während die FDP womöglich nicht länger auf eine Regierungsbeteiligung zu warten braucht.
Ein Dokument der Zeit aus Marktheidenfeld: Nach der Wahl scheint für die SPD eine Zeit in der Opposition angebrochen zu sein, während die FDP womöglich nicht länger auf eine Regierungsbeteiligung zu warten braucht. Foto: Robohm

Nicht länger gewartet hat die FDP am Wahlsonntag und ihre Zeit genutzt – auch im Landkreis Main-Spessart. Zumindest hat sie dort mit ihrem besten Ergebnis (11,7 Prozent in Esselbach) die SPD mit ihrem schlechtesten Ergebnis (11,3 Prozent in Fellen) überholt.

Bundesweit gaben diesmal gut fünf Prozent Wahlberechtigte mehr ihre Stimme ab – und somit 76,2 Prozent. Was wohl 186 Retzstadter am Wahlsonntag gemacht haben? Den Gang zur Wahlurne haben sie im Gegensatz zu ihren 1092 Mitbürgern auf jeden Fall nicht angetreten. Trotzdem darf sich die Gemeinde rühmen, bei der Bundestagswahl die höchste Wahlbeteiligung im Landkreis Main-Spessart erreicht zu haben. 85,5 Prozent der Wahlberechtigten haben hier ihre Stimme abgegeben, die Wahlbeteiligung im gesamten Landkreis liegt bei 81,1 Prozent.

Man mag Gemünden in dieser Rangliste zwar als Schlusslicht bezeichnen, doch mit 76,5 Prozent trennen die Stadt nur neun Prozentpunkte vom Spitzenreiter Retzstadt und liegt sie immer noch knapp über dem Bundesdurchschnitt.

Bei den Zweitstimmen für die Partei hat die CSU im ganzen Landkreis die Mehrheit erreicht. Selbst in Partenstein, der einzigen Gemeinde in ganz Unterfranken, in der die SPD bei der Landtagswahl vor vier Jahren noch die CSU überholt hatte, schafften die Christsozialen mit 33,1 Prozent einen hauchdünnen Vorsprung von 0,3 Prozentpunkten vor den Sozialdemokraten. Trotzdem schaffte die SPD dort mit 32,8 Prozent ihr bestes Ergebnis in Main-Spessart. Hochburg für die CSU war die Gemeinde Fellen, wo sie 60,8 Prozent erreichte.

Auf Bundesebene sorgte das Ergebnis der AfD für Aufsehen. Im Landkreis Main-Spessart gingen die Ergebnisse für die AfD weit auseinander. Mit 6,2 Prozent bekam die Partei in Retzstadt nicht einmal die Hälfte ihres Bundesergebnisses, während sie in Bischbrunn mit 18 Prozent weit darüber lag.

Kurios fast schon das Ergebnis in Rieneck. Dass Bernd Rützel als Direktkandidat der SPD in seinem Geburtsort mit 65,4 Prozent die deutliche Mehrheit der Erststimmen bekam, ist wenig verwunderlich. Doch das politische Vertrauen der Rienecker gehört den Zahlen nach wohl mehr Rützel als seiner Partei. Denn die SPD bekam dort mit 21,3 Prozent zwar etwas mehr Stimmen als im gesamten Landkreis, doch die CSU als Partei ging in Rieneck mit 45 Prozent als klarer Sieger hervor. In abgeschwächter Form trifft das auch auf Rützels Wohnsitz in Gemünden zu.

Die Grünen schwankten in Main-Spessart zwischen 3,2 Prozent in Urspringen und 9,9 Prozent in Karlstadt. Die Linke erreichte ihr bestes Ergebnis in Hafenlohr und Rothenfels mit 8,1 Prozent, ihr schlechtestes mit 2,5 Prozent in Fellen.

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