Marktheidenfeld

CSU-Empfang mit Oettinger: Europa muss zusammenhalten

In Marktheidenfeld sprach Günther Oettinger vor rund 300 Zuhörern. Warum auch schwache Staaten aufgenommen werden müssen.
Neujahrsempfang der CSU Main-Spessart mit dem Kreisvorsitzenden Thorsten Schwab (von links), Günther Oettinger und den beiden EU-Kandidaten Eugen Köhler und Christian Staat.
Neujahrsempfang der CSU Main-Spessart mit dem Kreisvorsitzenden Thorsten Schwab (von links), Günther Oettinger und den beiden EU-Kandidaten Eugen Köhler und Christian Staat. Foto: Karlheinz Haase

Günther Oettinger eilt nicht der beste Ruf voraus. In Wikipedia wird er beispielsweise zitiert mit den Worten: "Das Blöde ist, es kommt kein Krieg mehr. Früher, bei der Rente oder der Staatsverschuldung haben Kriege Veränderungen gebracht." Außerdem erhielt er 2006 vom Verein Deutsche Sprache den Titel "Sprachpanscher des Jahres". Und ein Video macht sich über seine Englisch-Aussprache lustig.

Der schwäbische Zungenschlag in englischen Begriffen war zwar auch beim Neujahrsempfang der CSU Main-Spessart unüberhörbar, doch Unsäglichkeiten wie der oben zitierte Satz ersparte Oettinger den rund 300 Zuhörern im Marktheidenfelder Pfarrheim St. Laurentius. Der EU-Kommissar für Finanzfragen und Personal erwies sich als einer, der Sachverhalte der internationalen Politik anschaulich erklären kann.

Christian Staat kandidiert fürs Europaparlament

Genau so hatte ihn Christian Staat eingangs beschrieben. Der 35-jährige Bücholder ist seit 2015 Oettingers Büroleiter und er steht auf Platz eins der CSU-Liste Unterfranken fürs Europaparlament. Oettinger durchschaue komplexe Sachverhalte schnell, lobte Staat seinen Dienstherrn.

Dass Oettinger kein Manuskript braucht, bewies er umgehend in seiner halbstündigen freien Rede. Darin legte er dar, weshalb es wichtig ist, EU-Beitrittskandidaten auch dann aufzunehmen, wenn noch nicht alles in bester Ordnung ist. Plastisch hielt der Kommissar seinen Zuhörern das Beispiel Deutschland vor Augen: Deutschland hatte im Zweiten Weltkrieg die neutralen Belgier, Holländer und Luxemburger überfallen und viel Leid über diese Länder gebracht.

Verantwortung für den Friedenskontinent 

Trotzdem durfte Deutschland schon fünf Jahre nach Kriegsende Gründungsmitglied der Montanunion werden. Oettinger: "Dieses Angebot hatten wir nie und nimmer verdient." Und er zog die Parallele zu heute: "Verwehrt man den Ländern in Ex-Jugoslawien den Zugang zur EU, so werden sie sich Putin zuwenden." Es sei unsere Verantwortung, den Friedenskontinent Europa zu gestalten.      

Neben der Wertegemeinschaft gehe es auch um den Binnenmarkt. Denn Deutschland produziere viel mehr, als es selbst verbrauchen könne. "Eine Abschottung wäre nicht nur ziemlich abwegig, sondern geisteskrank." Heftiger Applaus.  Der AfD erteilte er ein klare Absage. "Es gibt Kräfte, die wollen die EU zerstören." Um diese klein zu halten, sei eine hohe Wahlbeteiligung wichtig.

Eugen Köhler zweiter Kandidat 

Julia Sauer wird ab März Bundeswahlkreisgeschäftsführerin der CSU Main-Spessart und Miltenberg.
Julia Sauer wird ab März Bundeswahlkreisgeschäftsführerin der CSU Main-Spessart und Miltenberg. Foto: Karlheinz Haase

All dies konnte Eugen Köhler bestätigen, und ans Publikum gewandt "auch wenn Sie vielleicht nicht hören wollten, dass Sie länger als bis 65 arbeiten sollten".  Der 55-jährige Karlburger steht auf der Landesliste der CSU für die Europawahl auf Platz 57. Bei der Wahl gelte es die Parteien rechts und links im Zaum zu halten.

Der CSU-Kreisvorsitzende Thorsten Schwab stellte die neue Bundeswahlkreisgeschäftsführerin Julia Sauer (27) vor. Sie tritt im März die Nachfolge von Herbert Hemmelmann an, der zum Bürgermeister von Himmelstadt gewählt wurde. Er machte den Zuhörern Hoffnung, dass die CSU mit dem Spitzenkandidaten Manfred Weber den EU-Kommissionspräsidenten stellen könnte.  

"Die Natur braucht den Menschen nicht"

Vor den Reden der Politiker und Kandidaten schrieb Dekan Hermann Becker allen Beteiligten sinngemäß ins Stammbuch: In der Politik geht es beispielsweise um die Frage, wie viele Straßen, Bau- und Gewerbegebiete entstehen sollen. All das sei komplex und viele hätten den Ernst der Lage, in der wir Menschen uns befinden, nicht erkannt. Becker wörtlich: "Die Natur braucht den Menschen nicht."

Abschließend sangen die Versammelten unter Begleitung der Gambacher "Spirken" das Frankenlied, die Bayernhymne, das Deutschlandlied und die Europahymne "Freude, schöner Götterfunken...".

     

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