Lohr

Chaos Unity Festival: Laute Klänge, wummernde Bässe

400 Metal Fans feierten mit Final Breath und sieben weiteren Bands eine riesige Party in der Lohrer Stadthalle. Foto: Frank Zagel

»Es war ein Homecoming- Festival, genauso, wie wir uns es vorgestellt haben«, sagte in der weit fortgeschrittenen Samstagnacht in der Stadthalle ein sichtlich zufriedener Heiko Krumpholz.

Veranstaltete die Lohrer Heavy Metal Band Final Breath noch im letzten Jahr ihre Release Party zum ersten neuen Album nach 14 Jahren in ihrer Heimatstadt, hatten sich die fünf Mitglieder in diesem Jahr an die erste Auflage des »Chaos Unity - Final Breath Homecoming Festival« gewagt.

Laut Kulturamtsleiter Thomas Funck, der sich selber nicht zu schade war, literweise Bier in den Backstagebereich der acht auftretenden Bands zu servieren, hatten sich - wie im letzten Jahr - um die 400 Metal Fans eingefunden um eine siebenstündige Party mit harten Riffs und rauem Gesang abzufeiern.

Blasmusik-Fan Jupp begeistert

Dass diese Musik in der Mitte der Gesellschaft angekommen sei, wie Krumpholz einmal sagte, bewies ein Blick auf die Zuschauer: Neben schwarzen Lederhosen und Nietengürteln waren unter den Metal-Fans mit ihren langen Haaren auch auffällig viele Frauen. Vom Kinder- bis zum Rentenalter vermochte diese extreme Musikrichtung durchaus zu begeistern, wie Jupp bestätigte. »Meinen Nachnamen musst Du nicht schreiben, mich kennt eh jeder in Lohr«, äußerte das städtische Urgestein gleich zu Beginn.

Normalerweise ist der 66-Jährige Keil ein passionierter Anhänger der Blasmusik, er leitete selber über Jahrzehnte die Jagdhornbläser in Gemünden, doch die Neugier zu dieser Musikart führte ihn im letzten Jahr erstmalig auf das Final Breath-Konzert in die Stadthalle. »Musik muss laut sein, Bässe müssen wummern«, zeigte sich Jupp begeistert: »Musik muss Spaß machen und Metal macht genauso Spaß wie Blasmusik.«

Stimmung vom Start an

Mit den Bands Nepomuk und Goregonzola begann der musikalische Schwermetall-Reigen um 16 Uhr. Im Anschluss spielte ein Mix verschiedener Trash- und Death-Metal-Richtungen. Neben Newcomern wie Betrayal aus Aschaffenburg, die auch im letzten Jahr mit ihrem melodischen Soundgewand für ordentlich Stimmung sorgten, führten die Bands Absorb und Warpath, die bereits seit Jahrzehnten zur Szene gehören, mit Death Metal der alten Schule zu Begeisterungsbekundungen ihrer Fans.

Die bereits 1988 gegründete Kult-Formation Schirenc plays Pungent Stench enterte mit großer Erwartungshaltung am Abend die Bühne. Mit ihrem selbst betitelten Death ´n Roll gelang es den drei Österreichern nicht ganz ihrem Status als Co-Headliner gerecht zu werden, wie auch der dürftige Zuschauerschnitt während des Gigs unter Beweis stellte.

Wesentlich selbstbewusster

Nach einer kurzen Umbaupause füllte sich die Halle schnell. Mit den in Lebensgröße an den Bühnenrändern stehenden diabolisch beleuchteten Sensenmännern wurde das Bühnenbild um die aus dem letzten Jahr bereits bekannten Skelette optisch gelungen erweitert. Die ausgeprägte Spielfreude und die hervorragende Bühnenpräsenz von Final Breath übertrug sich sofort auf ihre Anhänger. Besonders die nach mehr als 20 Auftritten aufeinander abgestimmte Präzision unter den Musikern und der zum Vorjahr wesentlich selbstbewusstere Auftritt des Sängers Patrick Gajda überzeugte durchgehend.

Erst seit dem letzten Album mit an Bord, begeisterte Gajda durch seinen variierenden gutturalen Gesang, mit dem er den Breaks von Schlagzeuger Krumpholz und Bassist Thomas Wissel eine zusätzliche Note verlieh.

Die Gitarristen Jörg Breitenbach und Fabian Schwarz harmonierten im zweistimmigen Spiel, das vor allem bei den älteren Stücken wie »Let me be your tank« und »To live and to die« untermauert wurde. Die während des erstklassigen Konzertes immer weiter zunehmenden Moshpits unter den Fans waren der beste Beweis für ein Schwermetall-Konzert auf höchstem Niveau.

Zufriedene Anhänger

Mit einem Best-of-Metal-Mix spielte abschließend die Lohrer Coverband Slingshot Klassiker aus dem Genre und entließ vollauf zufriedene Anhänger einer Musikart, die wohl auch in den kommenden Jahren in der Stadthalle zum Kulturprogramm gehören wird, wie Funck und Krumpholz gegenüber der Redaktion bestätigten.

Final Breath spielen am 9. Dezember im Vorprogramm von Six Feet Under in der Posthalle in Würzburg und touren noch bis Mitte Dezember gemeinsam mit Destruction durch Deutschland.

Sänger Patrick Gajda überzeugte mit Bühnenpräsenz und seiner Gesangsleistung. Foto: Frank Zagel

Schlagworte

  • Lohr
  • Frank Zagel
  • Bassisten
  • Gesang
  • Gitarristen
  • Metal Rock
  • Musiker
  • Musikgruppen und Bands
  • Sänger
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0

Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!