MITTELSINN

Christbaumdorf begeistert: 10 000 Besucher

Kinder freuten sich besonders über die Tiere im Christbaumdorf, wie zum Beispiel dieses Alpaka. Foto: Jürgen Gabel

Die beiden ersten Veranstaltungen des jungen Vereins „Christbaumdorf Mittelsinn“, die Adventsmärkte am dritten und vierten Adventswochenende, waren gleich ein Erfolg: Weit über 10 000 Besucher strömten an den vier Tagen in die kleine Sinngrundgemeinde.

Weit mehr als sich die Veranstalter um den Vereinsvorsitzenden Uwe Klug erhofft hatten. Besonders an den Sonntagen erwies sich der Adventsmarkt als Besuchermagnet. Nach Klugs Bilanz steigerte sich die Besucherzahl am zweiten Wochenende noch einmal erheblich. Der Weihnachtsexpress brachte außer Gästen aus der Region auch welche aus den USA, Spanien und Island an den Bergsee.

20 Höfe und 50 Stände

20 Höfe und mehr als 50 Stände hatten sich für das Ereignis herausgeputzt. Feuer in Schalen und Körben luden die Besucher zum Aufwärmen ein. Luise Klug und Simone Engelhaupt hatten am zweiten Wochenende die Dorfstraßen mit Kerzen in Windlichtern geschmückt. Da die Höfe weit auseinanderliegen, gab es kein Gedrängel. Die Feuerwehren aus Mittelsinn, Aura und Obersinn lenkten den Verkehr auf die ausgewiesenen Parkplätze, sodass die Besucher im autofreien Christbaumdorf ungehindert flanieren konnten.

„Der Plan, viele Besucher nach Mittelsinn zu locken, ist voll aufgegangen“, lautet die Bilanz des Teams. Dabei sah der Verein den Verkauf der Christbäume von Anfang als zweitrangig an. Vielmehr sollten die Produkte aus Mittelsinn und Umgebung bei einem etwas anderen Adventsmarkt im Mittelpunkt stehen.

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Weihnachtsbaumkönigin Saskia Blümel eröffnet die Saison - Weihnachtsbaumkönigin Saskia Blümel aus dem niedersächsischen Moisburg eröffnet in Mittelsinn die Weihnachtsbaum-Saison.

Werbung für Mittelsinn

Die Märkte stellten die beste Werbung für die Gemeinde dar, sagt Bürgermeister Peter Paul. Die Besucher aus dem unterfränkischen Raum sowie dem Rhein-Main-Gebiet lernten die Sinngrund-Betriebe kennen und genossen die heimelige Dorfatmosphäre. Nach Pauls Einschätzung waren noch nie so viele Besucher auf einmal in der mit 850 Einwohnern kleinsten MSP-Gemeinde.

Der stellvertretende Vorsitzende des Christbaumdorf-Vereins, Uli Sachs, sieht in der Veranstaltung „eine Erfrischung der Mittelsinner Aktivitäten“. Er freute sich besonders über den Besuch der vielen Familien und über eine friedliche Veranstaltung ohne „Glühweinleichen“. Viele Gäste hätten die ruhige Atmosphäre gelobt, ohne nerviges Musikgedudel.

Die Familie von Hans-Eckehard Rösch hatte eine Marktlücke gefunden: Vier Tage lang holte Karl Künstler Brote, Dinkelbrötchen, Haxen, Zwiebel- und Blechkuchen aus dem 350 Grad heißen Holzbackofen. Am Sonntagabend meldete er ausverkauft. Hans-Karl Ullrich zeigte sich mit der Besucherzahl in seinem Hof sehr zufrieden. Bogenschießen und Geländefahrten mit dem Quad lockten besonders Familien an.

Stärkung der Dorfgemeinschaft

Damwildprodukten und Kochkäse bot der „Erfe-Hof“ an. Betreiberin Sonja Wolf betont den sozialen Aspekt der gelungenen Veranstaltung: Sie habe die Dorfgemeinschaft gestärkt. Obwohl der Arbeitsaufwand immens gewesen sei, habe es Spaß gemacht. Leider waren ihre Damwildwürste, die für vier Tage reichen sollten, bereits am ersten Samstag ausverkauft, sagt Wolf. Als Ersatz gab es Wildbratwürste. Oma Isolde's Kochkäse ging wegen der großen Nachfrage warm über die Theke. Auch Volker Richter sieht in den Adventsmärkten einen Gewinn für das Dorf. Nach seiner Meinung war die Straßensperrung allerdings nicht gut für das Christbaumgeschäft. Er hält es für ausreichend, wenn der Markt an den Samstagen erst um 15 Uhr beginnt. Viele Gäste hätten das bestätigt.

Martina Gebauer-Beiler gewann neue Kunden für ihren „Shabby-Chic-Laden“; ihre Erwartungen wurden weit übertroffen, sodass sie zweimal Ware nachordern musste. „Aufgrund des Zuspruchs muss ich meine Neueröffnung in Rieneck drei Wochen vorziehen und das Geschäft Mitte Januar starten“, sagt sie. Ehemann

Überzeugendes Konzept

Christian Beiler befürwortete das Konzept, regionalen Anbietern eine Plattform zu bieten. Zwei Personen waren an seinem Grill erforderlich, um die Nachfrage nach „Pulled Pork“ zu befriedigen. Seine Vorräte waren fast ausverkauft.

Stets von Besuchern umlagert waren Zelt und Lagerfeuer der Pfadfinder der Burg Rieneck, die knuspriges Stockbrot anboten. Besonders viel Vorbereitung investierte der „Ecke-Hof“ mit den Familien Roth und Blum. Die beheizte Kelterhalle lud zu Kaffee und Kuchen aus dem Holzbackofen ein. Bratäpfel mit Vanillesoße waren der Renner. Ingo Blum war im ganzen Dorf unterwegs, um Apfelnachschub zu bekommen. Die Besucher ließen sich zudem Würstchen aus dem heißen Kessel im frisch gebackenen „Hof-Weck“ oder heißen Apfelsaft munden. Am Abend meldete der Familienbetrieb „nix mehr da“.

„Es war sehr stressig, aber wir sind froh, mitgemacht zu haben. Das Lob der Leute hebt das Herz“, meinte Blum. Abschließend erklärte Vorsitzender Uwe Klug, dass der Verein für März einen weiteren Aktionstag plant, will aber noch nichts Näheres verraten.

Mengenweise Selbstgestricktes gegen die Kälte. Foto: Jürgen Gabel
Kleine und große Besucher flanierten durchs Christbaumdorf. Foto: Jürgen Gabel
Brot und Brötchen frisch aus dem Holzbackofen. Foto: Jürgen Gabel

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