WÜRZBURG / MARKTHEIDENFELD

Christian Staude: Ein Diener wie Jesus Christus

Ulrich Boom weiht Christian Staude (kniend) im Würzburger Kiliansdom zum Diakon.
Ulrich Boom weiht Christian Staude (kniend) im Würzburger Kiliansdom zum Diakon. Foto: Markus Hauck

Mit aufgelegter Hand und einem Gebet spendete Weihbischof Ulrich Boom am Samstag im Würzburger Kiliansdom dem 27-jährigen Christian Staude aus Mellrichstadt die Diakonenweihe. Staude absolviert seit einem Jahr sein Pastoralpraktikum in Marktheidenfeld in der katholischen Pfarreiengemeinschaft St. Laurentius im Spessart. Als Diakon wird er noch ein Jahr bleiben. Nach der für Mai 2018 geplanten Priesterweihe wird dann eine neue Aufgabe auf ihn warten.

Am Festgottesdienst in Würzburg nahmen unter anderem die emeritierten Bischöfe Friedhelm Hofmann und Paul-Werner Scheele, Domkapitular Thomas Keßler, Ständiger Vertreter des Diözesanadministrators, Personalreferent Domkapitular Monsignore Dietrich Seidel, Regens Stefan Michelberger, Mitglieder des Domkapitels, zahlreiche Priester und Diakone sowie Verwandte, Freunde und Bekannte des neuen Diakons teil. Insgesamt feierten rund 500 Gläubige den Weihegottesdienst mit.

Die Kraft neu entwickeln

In seiner Predigt betonte der Weihbischof, dass die Kirche gesandt sei, das Evangelium zu verkünden. Entscheidend sei daher nicht die Frage, was aus der Kirche werde, sondern was aus der Welt werde. „Eine Kirche, die der Überzeugung wäre, ihre große Zeit liege bereits hinter ihr und sie habe jetzt nur noch das Schlimmste zu verhüten und Restbestände der großen Vergangenheit zu bewahren, hätte geistig kapituliert, wäre damit auch als Kultur prägende Kraft am Ende“, zitierte der Weihbischof den Erzbischof von Paris, Kardinal Jean Maria Lustiger.

Es müsse im Gegenteil die Kraft neu entwickelt werden, auch die gegenwärtige Kultur, das Denken, die politische Wirklichkeit, die Wirtschaft und die Kunst aus dem Geist des Evangeliums neu prägen zu können. Weihbischof Boom warnte davor, durch vermeintliches Allwissen und Selbstgerechtigkeit die Welt verändern zu wollen. „Das Geheimnis, wie diese Welt sich ändert und wandelt, feiern wir in dieser Stunde.“ Es gelte, das Evangelium so zu übersetzen, dass die Welt Christus kennenlerne, sagte der Weihbischof mit einem geflügelten Wort des heiligen Hieronymus.

Keine Weihe durch die Kirche sei eine Belohnung dafür, dass ein Mensch etwas Besonderes und mehr sei. Vielmehr werde dadurch deutlich, dass Christus der erste, der unterste Diener sei. Diakone seien Diener Gottes. Die Welt erhalte eine andere Perspektive, wenn sie nicht vom Sich-bedienen-lassen lebe, sondern vom Dienen. „Jesus ist mir durch die Weihe nahe, damit ich und andere mehr und besser leben können.“ Je mehr in der Kirche Christus sichtbar gemacht würde, desto mehr würden im Blick auf die Zukunft von Kirche und Welt die dunklen Schatten der Ungewissheit und Hoffnungslosigkeit genommen. „Diakon ist Diener sein, wie Christus Diener aller Menschen ist. Dass Dir das gelingt, darum beten wir, rufen zu Gott und allen seinen Heiligen“, sagte Weihbischof Boom direkt an Staude gewandt.

Zu Beginn der Weihe wurde der Kandidat aufgerufen. Er versprach, sein Leben an Jesus Christus auszurichten und ihm besonders in Armen, Kranken, Heimatlosen, Notleidenden und allen Ausgegrenzten zu dienen. Dem Bischof gelobte er Gehorsam. Zudem erklärte Staude seine Bereitschaft, zukünftig zölibatär zu leben. Während der Anrufung der Heiligen lag er als Zeichen der Hingabe an Christus ausgestreckt auf dem Boden. Danach legte ihm Weihbischof Boom schweigend die Hände auf und sprach das Weihegebet. Nach der Weihe wurde der Diakon mit Stola und Dalmatik bekleidet und bekam das Evangelienbuch überreicht. Anschließend umarmten der Diözesanadministrator Weihbischof Boom, die Bischöfe Hofmann und Scheele sowie die Verantwortlichen für die Ausbildung im Priesterseminar den Neugeweihten als Zeichen der brüderlichen Verbundenheit.

Musik von Kantorei und Bläsern

Am Ende des Gottesdienstes dankte Staude allen, die ihn auf dem bisherigen Weg begleitet und an der Feier im Dom mitgewirkt hatten. Musikalisch gestalteten Domorganist Stefan Schmidt, die Katholische Kantorei Marktheidenfeld unter der Leitung von Hermann Grollmann, das Bläserensemble Marktheidenfeld unter der Leitung von Thomas Grön sowie Kantor Markus Althanns die Feier. Eine Begegnung auf dem Kiliansplatz zwischen Dom und Neumünster schloss sich an.

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