Karlstadt

Corona: Schiebel rechnet mit Dunkelziffer, Patienten aus Krankenhaus heimgeschickt

In einer Pressekonferenz zur Ausgangsbeschränkung erklärte der Landkreischef die besondere Situation im Main-Spessart-Kreis. Die Kliniken bereiten sich auf Patienten vor.
Abstand ist angesagt: Obwohl nur wenige Personen an der Pressekonferenz von Landrat Thomas Schiebel  teilnahmen, wurde der große Sitzungssaal gewählt.
Abstand ist angesagt: Obwohl nur wenige Personen an der Pressekonferenz von Landrat Thomas Schiebel teilnahmen, wurde der große Sitzungssaal gewählt. Foto: Karlheinz Haase

176 Personen sind im Landkreis Main-Spessart vom Gesundheitsamt in Quarantäne geschickt worden. Das ist der Stand vom Freitag 13 Uhr. Wie Landrat Thomas Schiebel in einer Pressekonferenz zur Ausgangsbeschränkung in Bayern erklärte, stehen sie im Verdacht, vom Coronavirus infiziert zu sein. Durch Tests bewiesen sind die meisten Fälle nicht. Lediglich in elf Fällen liegen positive Tests vor.

Schiebel rechnet darüber hinaus mit einer Dunkelziffer an erkrankten Personen, von denen das Gesundheitsamt nichts weiß. Leider seien die Möglichkeiten, Abstriche im Labor untersuchen zu lassen, begrenzt. "Wir würden uns auch schnellere Ergebnisse wünschen", sagte der Landrat. Gerade bei negativ ausfallenden Tests dauere es zwei bis drei Tage bis zur Bekanntgabe.

Orte werden nicht genannt

Oft gehen im Landratsamt Anrufe besorgter Eltern oder Angehöriger ein, ob beispielsweise Erzieherinnen erkrankt sind. "Wir werden aber nur die Zahl der Fälle bekanntgeben und keine weiteren Einzelheiten", betont Schiebel. Wo die Fälle daheim sind, weiß nur das Gesundheitsamt. Der Landrat: "Ich selbst kümmere mich nicht darum. Es ist eine Infomation, die ich nicht unbedingt haben muss." Denn jetzt gehe es darum, dass sich ohnehin jeder Mensch so  verhalten sollte, als ob er infizert wäre. Mit der Ausgangsbeschränkung, die ab Samstag 0 Uhr gilt, und den weiterhin zu beachtenden Hygieneregeln soll die Verbreitung des Virus eingedämmt werden.

Planbare Operationen werden im Klinikum Main-Spessart verschoben, um eine möglichst hohe Bettenkapazität vorzuhalten. Von den rund 200 Betten in Lohr sind etwa 100 belegt. Sofern es medizinisch vertretbar war, wurden Patienten nach Hause geschickt. Hinzu kommen 80 Betten in Marktheidenfeld. Dort bereitet man sich auf Krankheitsfälle vor. Zwei Schichten seien so ausgelegt, dass noch eine Reserve da ist. Leider gebe es lediglich sechs Beatmungsplätze in Main-Spessart. Schiebel: "Wir wollen auf zwölf kommen, aber bisher fehlen die Geräte."

Der Katastrophenschutzstab arbeite gerade daran, ein Notfallkrankenhaus aufzubauen. Es werden geeignete Standorte geprüft. Es sei denkbar, dass schwer kranke Menschen von außerhalb des Landkreises hier aufgenommen werden. "Wenn Menschen um ihr Leben kämpfen und Main-Spessart hat noch Kapazität, werden wir helfen."   

Die Müllabfuhr soll weiterhin kommen

Die öffentliche Infrastruktur soll weiterhin funktionieren, sagt Schiebel. Beispielsweise wird weiterhin die Müllabfuhr kommen. Die Bevölkerung wird aber gebeten, auf Entrümpelungsaktionen zu verzichten. Geschlossen sind die Wertstoffhöfe in Kreuzwertheim, Lohr und Rieneck. Die Kreismülldeponie in Karlstadt hat aktuell regulär geöffnet. Dort soll vorrangig per EC-Karte gezahlt werden.

Das Landratsamt selbst ist für den Publikumsverkehr geschlossen. Es wird allerdings weitergearbeitet. Wo es möglich ist, werden die Anliegen telefonisch behandelt.

Fahrzeugzulassungen sind nur in Ausnahmefällen möglich. Ausnahmegenehmigungen sind für Gewerbe (vor allem Speditionen und Busunternehmen), Hilfsorganisationen, Mitarbeiter in systemrelevanten Einrichtungen (dazu gehören, Ärzte. Pflegepersonal, Telekommunikation), Behindertenfahrzeuge und Landwirtschaft im Vollerwerb denkbar. Nötig ist jeweils ein Nachweis. Für Motorräder oder Wohnmobile ist die Zulassungsstelle geschlossen. Auch die Schildergeschäfte sind geschlossen. Kennzeichen gibt es nur über den Onlinehandel. Wer ein Fahrzeug zulassen muss, ruft im Landratsamt an unter (09353) 793 und nimmt eine der folgenden Durchwahlen: -1435, -1434, -1433, -1432, -1431. Telefonisch wird geklärt, ob die Voraussetzungen für die Zulassung gegeben sind. Dann wird ein Termin vereinbart.    

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