Lohr

Das Richtfest auf dem Lohrer Brauereiareal steht bevor

Endhöhe erreicht: Derzeit wird noch am obersten Flachdach gearbeitet. Ansonsten steht der Rohbau des neuen Wohn- und Geschäftskomplexes auf dem ehemaligen Brauereiareal in Lohr.
Endhöhe erreicht: Derzeit wird noch am obersten Flachdach gearbeitet. Ansonsten steht der Rohbau des neuen Wohn- und Geschäftskomplexes auf dem ehemaligen Brauereiareal in Lohr. Foto: Johannes Ungemach

In der kommenden Woche, am 17. Dezember, steht für die Großbaustelle auf dem ehemaligen Lohrer Brauereiareal ein Meilenstein an: das Richtfest. Es markiert den weitgehenden Abschluss des Rohbaus. Auf der größten Lohrer Baustelle hat der Innenausbau begonnen. Zeit für einen Baustellenrundgang.

Noch steht das Gerüst auch an der Alfred-Stumpf-Straße. Im März oder April soll es abgebaut werden.
Noch steht das Gerüst auch an der Alfred-Stumpf-Straße. Im März oder April soll es abgebaut werden. Foto: Johannes Ungemach

Man kann sich fast verlaufen. Vier Stockwerke plus Tiefgarage, 17 500 Quadratmeter Geschossfläche, verschiedene Nutzungen, 50 Wohneinheiten. Aber Jochen Harth findet den Weg.

Der 51-jährige Architekt aus Neustadt fungiert im Auftrag des Bauherrn vor Ort als Bauleiter. Seit Beginn der Abrissarbeiten Ende März 2018 ist er im Einsatz.

50 bis 65 Arbeiter vor Ort

Mittlerweile hat der Rohbau seine Endhöhe erreicht. Die höchste Fassade ragt an der Ignatius Taschner Straße rund 16 Meter in die Höhe. Während am dortigen "Bauteil Süd" in den nächsten Tagen noch die Decke drauf kommt, laufen im Bauteil Nord, also zur Ludwigstraße hin, bereits der Innenaus- und Fenstereinbau. Zwischen 50 und 65 Arbeiter sind laut Harth momentan täglich im Einsatz.

Die Tiefgarage ist weitgehend fertig. Sie bietet 112 Stellplätze. Vorgesehen sind auch vier Ladesäulen für Elektro-Autos.
Die Tiefgarage ist weitgehend fertig. Sie bietet 112 Stellplätze. Vorgesehen sind auch vier Ladesäulen für Elektro-Autos. Foto: Johannes Ungemach

In den oberen drei Stockwerken lassen die ersten Trockenbauwände den Zuschnitt der künftigen Wohnungen bereits erahnen. Ganz unten, in der Tiefgarage, könnten fast schon die ersten Autos parken. Die Markierungen für die 112 Parkplätze sind schon vorhanden. Was noch fehlt, sind die Schranken und die Ticketautomaten.

Außerdem steht in der Tiefgarage noch ein Hindernis: Der große Baukran ragt durch das gesamte Gebäude bis in die unterste Ebene. Voraussichtlich Ende Januar wird auch er abgebaut. Dann können die letzten Löcher in den Decken geschlossen werden. Der kleinere, gelbe Kran, der auf der Alfred-Stumpf Straße steht, soll bereits Ende kommender Woche verschwinden.

Bauleiter Jochen Harth blickt vom Baugerüst auf die Lohrer?Altstadt.
Bauleiter Jochen Harth blickt vom Baugerüst auf die Lohrer?Altstadt. Foto: Johannes Ungemach

Zwischendurch, so sagt Harth, habe die Baustelle fast ein Vierteljahr hinter dem Zeitplan gelegen. Zum einen sei beim Aushub belastetes Material aufgetaucht, welches beprobt, getrennt gelagert und entsorgt werden musste. Daneben sei das Unterfangen der Baugrube sehr aufwendig gewesen. Und schließlich, so erklärt Harth den Verzug, habe auch die Nutzung des ehemaligen Brauereibrunnens via Wärmetauscher für die Heizung zusätzliche Zeit gebraucht. Mittlerweile habe man den Rückstand zumindest beim Rohbau jedoch wieder aufgeholt. Lediglich beim Innenbau hinke man noch etwas hinter dem Zeitplan her.

Straße bis Mai 2020 gesperrt

Noch abgedeckt aber bereits eingebaut: Die Rolltreppe von der Tiefgarage hinauf in die Einkaufsebene.
Noch abgedeckt aber bereits eingebaut: Die Rolltreppe von der Tiefgarage hinauf in die Einkaufsebene. Foto: Johannes Ungemach

Als nächste Schritte sollen laut Harth nun der Innenausbau vorangetrieben und die Fenster komplett eingebaut werden. Danach seien Wärmedämmung und Fassade dran. Voraussichtlich im März oder April soll das Gerüst abgebaut werden. Die Alfred-Stumpf-Straße bleibe wohl bis Mai gesperrt, so der Bauleiter.

Erklärtes Ziel sei, dass die beiden Märkte im Erdgeschoss im August 2020 an die Mieter Rewe und DM übergeben werden. Die Innenausstattung der Märkte sei dann Sache der Mieter, so Harth.

Wohl gegen Ende des Jahres 2020 sollen dann auch die Wohneinheiten in den Oberen Stockwerken fertig sein. Bauleiter Harth hat eine klare Vorstellung zum Abschluss des der Großbaustelle: "Weihnachten 2020 möchte ich hier verschwunden sein."

Großflächig: Bauleiter Harth in den Räumen des künftigen Rewe-Marktes mit einer Verkaufsfläche von 1550 Quadratmetern.
Großflächig: Bauleiter Harth in den Räumen des künftigen Rewe-Marktes mit einer Verkaufsfläche von 1550 Quadratmetern. Foto: Johannes Ungemach
Zahlen und Fakten zum Neubau auf dem Brauereigelände
Der auf 20 Millionen Euro veranschlagte Neubau des Wohn- und Geschäftskomplexes auf dem ehemaligen Brauereiareal ist die derzeit größte Baustelle in Lohr. Die Dimension des Projektes der Bamberg KRE-Gruppe lässt sich mit einigen Zahlen verdeutlichen. So wurden insgesamt rund 10 000 Kubikmeter beziehungsweise knapp 24 000 Tonnen Beton und 1250 Tonnen Stahl verbaut. Der umbaute Raum sind 62 000 Kubikmeter.
Auf dem Grundstück mit einer Grundfläche von etwas über 5000 Quadratmetern wird es eine Tiefgarage mit 112 Stellplätzen und einer Ladestation für vier Elektroautos geben. Im Erdgeschoss entsteht ein Rewe-Markt (1550 Quadratmeter Verkaufsfläche) und ein dm-Markt (760 Quadratmeter). Dazwischen liegt eine Passage von der Alfred-Stumpf-Straße zur Ludwigspassage.
Im ersten und zweiten Obergeschoss entstehen 43 Einheiten für betreutes Wohnen. Die Wohnungen sind zwischen 40 und 80 Quadratmeter groß. Betreut und verwaltet werden sie von der Berliner Advita Pflegedienst GmbH.
Im obersten Stock wird Katja Bundschuh ein Boardinghouse mit 17 Appartements zur Kurzzeitmiete betreiben. Diese sind 30 bis 35 Quadratmeter groß. Zur Ludwigstraße hin gibt es einen 130 Quadratmeter großen Geschäftsraum, im ersten Stock daneben eine 380 Quadratmeter große Einheit beispielsweise für eine Arztpraxis oder freie Berufe.

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