GEMÜNDEN

Das Städteband hält seit 30 Jahren

Beim Pflanzen des diesjährigen Gemündener Freundschaftsbaums im Duivener Gemünden-Park mussten fast alle mitschaufeln.
Beim Pflanzen des diesjährigen Gemündener Freundschaftsbaums im Duivener Gemünden-Park mussten fast alle mitschaufeln.

Seit 1988 pflegen die Gemündener die Freundschaft mit der Gemeinde Duiven in den Niederlanden. Deshalb starteten am Freitagabend an der Gemündener Lindenwiese zwei Reisebusse und einige Privatautos in die Provinz Gelderland, um mit den Freunden dort das 30-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft zu feiern.

Fotoserie

Städtepartnerschaft

zur Fotoansicht

Der 96-köpfigen Reisegesellschaft mit Bürgermeister Jürgen Lippert und seinem Vorgänger und Landrat Thomas Schiebel an der Spitze gehörten Ehrenbürgerin Hedwig Wiesmann und Ehrenringsträger Günther Metz, der halbe Stadtrat, Kulturamtsleiterin Jasna Blaic und Bauamtsleiter Jörg Breitenbach, Mitglieder des Freundschaftskomitees sowie Vereinsvertreter, Langenprozeltener Kunstradfahrer, das Gemündener Fischertrachtenpaar Roth, Jugendfußballer des FV Gemünden-Seifriedsburg und interessierte Gemündener Bürger an.

Die Verantwortlichen der nahe der deutschen Grenze gelegenen Gemeinde mit 25 500 Einwohnern hatten ein interessantes Programm ausgearbeitet, eine gelungene Mischung von Festlichkeiten und Informationsveranstaltungen. Bereits bei der offiziellen Begrüßung im Rathaus, mit dem Eintrag ins goldene Buch der Stadt, betonte der gastgebende Bürgermeister Rik de Lange, dass die Partnerschaft zwischen den beiden Orten vor allem durch den regen Kontakt der Bevölkerung lebt. Im Laufe der Jahre hätten sich persönliche Freundschaften entwickelt und man habe Gewohnheiten und Bräuche kennengelernt.

Bürgermeister Jürgen Lippert bestätigte Rik de Lange und freute sich besonders über die vielen Jugendlichen, die dabei waren und somit die Pflege der Freundschaft in die Zukunft tragen. Landrat Thomas Schiebel, in Duiven als ehemaliger Gemündener Bürgermeister gern gesehener Gast, bekannte, dass er mit Freude dabei sei und überreichte zwecks Motivation für weitere Aktivitäten den Landratsschoppen. Sein Vorgänger Michael Schmidt, kurzfristig erkrankt, ließ die holländischen Freunde grüßen.

Am Samstag wurde traditionell wie bei jedem Besuch ein Baum im Gemünden-am-Main-Park gepflanzt. Anschließend standen verschiedene Aktivitäten zur Auswahl, unter anderem eine Fahrt mit vier Pferdeplanwagen, bei der praktische Beispiele der Stadtentwicklung, Nachhaltigkeit und Seniorenbetreuung vorgestellt wurden.

Die Idee der Völkerverbindung in einem geeinten Europa, gefördert durch Städtepartnerschaften, wurde auch am Festabend, bei dem auch ehemalige Bürgermeister, Rats- und Komiteemitglieder aus Duiven anwesend waren, immer wieder betont. Gerade vor dem Hintergrund der sich rasant verändernden weltpolitischen Situation müsse Europa eng zusammenstehen und sich für seine Werte einsetzen.

Bemerkenswert war, dass die Bürgermeister Rik de Lange und Jürgen Lippert sowie die Komiteevorsitzenden Mat Gijsbers und Michael Fillies ihre Reden jeweils auf Niederländisch und Deutsch hielten. Vor allem die Worte der deutschen Gäste in Niederländisch wurden von den Duivener Zuhörern, die meistens gut Deutsch sprechen, mit viel Beifall honoriert. Die Bürgermeister lobten die Arbeit der beiden Komitees, die seit drei Jahrzehnten dafür sorgen, dass die Freundschaft der beiden in Nachbarländern beheimateten Gemeinden „spürbar, lebendig und sichtbar“ ist. Mat Gijsbers verwies auf sich schnell verändernde politische Gegebenheiten: „Bei der Gründung unserer Freundschaft vor 30 Jahren hätte niemand daran gedacht, dass es zwei Jahre später ein vereinigtes Deutschland geben würde.“

Gijsbers wurde nach 20 Jahren als Vorsitzender des Duivener Komitees mit einem Geschenkkorb von Michael Fillies verabschiedet, ebenso das langjährige Vorstandsmitglied Ans Venhorst. Als Gastgeschenk erhielt Bürgermeister Lippert von den Duivenern einen Scheck über 500 Euro zur Verwendung für den neuen Wassererlebnisweg in der Dreiflüssestadt; die Gemündener überreichten eine aus einem Holzstück gefertigte und daher untrennbare 2,50 Meter lange Kette vom „Kettensägenkünstler“ Bernhard Försch aus Gräfendorf, zu der die Malerin Anneliese Friedrich (ebenfalls Gräfendorf) beide Gemeindewappen beigesteuert hat.

Den geselligen Teil des Abends gestalteten der mehrfach ausgezeichnete Popchor Repeat und eine gemischte Kapelle der Musikvereine Excelsior und St. Andries, die schon häufig in Gemünden zu hören waren.

Von ebenfalls viel Beifall begleitet, lieferten die weltmeisterlichen Kunstradfahrer aus Langenprozelten Melissa Breitenbach und Michael Rauch mit den Jugendlichen Milena Ditterich und Sarah Höfling einen sportlichen Beitrag. Von vielen Augenpaaren bestaunt, schnitt Kettensägenkünstler Försch aus einem Baumstamm in nur zehn Minuten einen kleinen Stuhl für Bürgermeister de Lange.

Beim ökumenischen Festgottesdienst am Sonntag, an dem Gemündens Prädikant Manfred Dorsch mitwirkte, standen das Thema Freundschaft und „Eine Welt“ im Mittelpunkt: „Der gute Geist Gottes hilft uns, richtige Brüder und Schwestern zu sein, auch über Grenzen hinweg.“ Der Vorsitzende des Gemündener Eine-Welt-Vereins Esperanza, Wolfgang Fella, überreichte zusammen mit Doris Betz und Elke Herkert-Mai fair gehandelte Produkte aus dem Weltladen der „Fair-Trade-Stadt“ Gemünden. Geschenke bekam auch Guus Daams, der einer der Organisatoren der Jugendfußballer-Begegnungen ist.

Nach einer Stärkung für den Nachhauseweg und der offiziellen Verabschiedung machten sich die Gemündener wieder auf die 420 Kilometer lange Heimreise, die trotz der vielen Autobahnbaustellen reibungslos verlief. „Schön war's wieder einmal!“, war allgemein zu hören, „wir freuen uns auf den nächsten Besuch der Duivener zum Herbstmarkt bei uns“. Schon in vier Wochen, vom 6. bis zum 8. Juli, werden wieder rund 50 Jugendfußballer aus Duiven zu Gast sein, diesmal in Seifriedsburg.

Landrat Thomas Schiebel beim Grußwort im Duivener Rathaus.
Landrat Thomas Schiebel beim Grußwort im Duivener Rathaus.
Mit einem Riesenscheck über 500 Euro unterstützen die Gemeinde und das Comité Duiven den geplanten Wassererlebnisweg in Gemünden.
Mit einem Riesenscheck über 500 Euro unterstützen die Gemeinde und das Comité Duiven den geplanten Wassererlebnisweg in Gemünden.
Immer wieder beeindruckend: die Langenprozeltener Kunstradfahrer.
Immer wieder beeindruckend: die Langenprozeltener Kunstradfahrer.
2,50 Meter lang ist die aus einem einzigen dicken Brett gefertigte Wappenkette, das Gastgeschenk der Gemündener für Duiven. Im Bild (von links): Mat Gijsbers, die Bürgermeister Rik de Lange und Jürgen Lippert, die Komitee-Vorstandsmitglieder Gert Pröschl, Gisela Fischer, Silke Stich, Ferdinand Heilgenthal, Jürgen Stich, Anton Schiebel, Irmgard Pröschl und Michael Fillies (es fehlen Sabine Winkler und Udo Friedel) sowie Kettensägenkünstler Bernhard Försch.
2,50 Meter lang ist die aus einem einzigen dicken Brett gefertigte Wappenkette, das Gastgeschenk der Gemündener für Duiven. Im Bild (von links): Mat Gijsbers, die Bürgermeister Rik de Lange und Jürgen Lippert, die Komitee-Vorstandsmitglieder Gert Pröschl, Gisela Fischer, Silke Stich, Ferdinand Heilgenthal, Jürgen Stich, Anton Schiebel, Irmgard Pröschl und Michael Fillies (es fehlen Sabine Winkler und Udo Friedel) sowie Kettensägenkünstler Bernhard Försch. Foto: Alle Ruth Heilgenthal
Beim Festgottesdienst warben (von links) Elke Herkert-Mai, Doris Betz und Wolfgang Fella für Fair-Trade-Produkte und Gerechtigkeit in der Welt.
Beim Festgottesdienst warben (von links) Elke Herkert-Mai, Doris Betz und Wolfgang Fella für Fair-Trade-Produkte und Gerechtigkeit in der Welt.

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Gemünden
  • Ferdinand Heilgenthal
  • Freundschaft
  • Gemünden
  • Jürgen Lippert
  • Michael Rauch
  • Thomas Schiebel
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!