Mittelsinn

Das giftige Wasserkreuzkraut hat sich im Sinngrund ausgebreitet

Jakobs-Kreuzkraut
Jakobs-Kreuzkraut Foto: Simone Hepp

Dem aktiven Naturschutz hat sich die Gemeinde Mittelsinn verschrieben. Nachdem man in den vergangenen Jahren das besonders für Pferde giftige Jakobskreuzkraut gemeinsam mit Bauhof und engagierten Landwirten bekämpft hatte, hat sich jetzt das leicht verwechselbare Wasserkreuzkraut in den Wiesen im Naturschutz- und FFH-Gebiet Sinngrund breit gemacht.

Bürgermeister Peter Paul erklärte in der jüngsten Gemeinderatssitzung, dass diese recht neue giftige Pflanze auf sumpfigen, feuchten Wiesen im Sinntal prächtig gedeiht, während das Jakobskreuzkraut trockenen Standort bevorzugt. Gemeinderat und aktiver Landwirt Marco Blum habe gar festgestellt, dass auf einer Wiese im feuchten Teilstück das Wasserkreuzkraut vorkommt, während am trockeneren Randbereich bis zu einem Meter hohes Jakobskreuzkraut prächtig gedeiht.

Die Sinngrundwiesen zählen zu den artenreichsten, wertvollsten und schönsten Wiesen Bayerns, führte Paul weiter aus. Ihren Ruf haben sie besonders der Schachbrettblume (Fritillaria meleagris) zu verdanken, die hier ihre größte Population mit rund zwei Millionen Exemplaren europaweit genießt. Andererseits werden diese Talwiesen seit Jahrhunderten zur Viehfuttergewinnung genutzt und bieten dabei Lebensraum für Hunderte von Tier- und Pflanzenarten.

Der Naturpark Spessart sieht dieses nachhaltige System jedoch gefährdet, denn im Sinngrund hat sich großflächig das giftige Wasserkreuzkraut ausgebreitet. Somit drohen viele dieser einzigartigen Wiesen aus der Heunutzung zu fallen. Dringender Handlungsbedarf besteht auf Wirtschaftsgrünland, wenn das Futter für Kühe und Pferde eingesetzt wird, zog Paul ein nüchternes Fazit.

Erfreulicherweise hat sich jetzt eine Allianz aus Naturschutzbehörden, Naturpark Spessart, Landwirten und Gemeinden der Problematik durch koordinierte Pflegemaßnahmen angenommen, das "Giftkraut" zurückzudrängen und somit die Heunutzung der Talwiesen zu gewährleisten und wiederherstellen. Die Verantwortlichen im Naturpark Spessart haben die Wiesen von Schaippach bis Obersinn unter der Regie des Gebietsbetreuers für Grünland, Christian Salomon, ins Visier genommen und die Vorkommen kartiert.

Jetzt sollen im Frühjahr 2020 im Rahmen eines "Bergwaldprojekts" die Kreuzkrautpflanzen in den geschützten Feuchtwiesen aufwendig von fleißigen Helfern ausgestochen werden, was als die effektivste und schonendste Maßnahme gilt. Für Mittelsinn beteiligt sich Marco Blum an diesem Pflegeinsatz, sagte Paul.

"Die Arbeitsgruppe wird rund eine Woche im Bereich Mittelsinn eingesetzt, und für uns sind einmalige Kosten von 1500 Euro veranschlagt." Der Gemeinderat erkannte die Notwendigkeit des Einsatzes, würdigte das Engagement des Naturparks und sagte einstimmig seine Beteiligung zu.

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Mittelsinn
  • Jürgen Gabel
  • Bürgermeister und Oberbürgermeister
  • Naturparks
  • Naturschutz
  • Naturschutzbehörden
  • Peter Paul
  • Pferde
  • Pflanzen und Pflanzenwelt
  • Stadträte und Gemeinderäte
  • Tiere und Tierwelt
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!