Karlstadt

Das große Ziel: Mehr FDP für MSP

In Lohr, Karlstadt und Arnstein planen die Liberalen, mit Stadtratslisten anzutreten. "Wir wollen Schwung reinbringen", sagt der Kreisvorsitzende Helge Ziegler.
FDP-Vertreter (von links): Helge Ziegler, Sebastian Inderwies, Paul Merklein, Karsten Klein. Foto: Markus Rill

Die Mitgliederzahl der FDP in Main-Spessart ist "so hoch wie seit 15 Jahren nicht", sagt der Kreisvorsitzende Helge Ziegler. Deshalb trauen sich die Liberalen zu, "Schwung" reinzubringen in die Politik im Landkreis Main-Spessart. In Lohr, Karlstadt und Arnstein will die FDP jeweils Stadtratslisten für die Kommunalwahlen im März 2020 aufstellen, für die Kreistagswahl ist ebenfalls eine Liste geplant. Klingt einfach, ist es aber nicht. Denn der Mitgliederhöchststand der FDP Main-Spessart ist gar so hoch nicht. "Wir haben an die 40 Mitglieder im Landkreis", erklärt Helge Ziegler. 

In Lohr stehen die zwölf Namen, die auf die Stadtratsliste sollen, schon fest. Sebastian Inderwies aus Ruppertshütten, Vorsitzender der Jungen Liberalen im Kreis, ist dort umtriebig und hat einige Kandidaten akquiriert. In Karlstadt soll Paul Merklein, früherer Bürgermeister von Giebelstadt, die Liste anführen. "Wir gehen von fünf Kandidaten aus", sagt er. Auch in Arnstein gebe es, "vier, fünf Leute", die für die FDP-Liste infrage kommen. Der Ortsverein Karlstadt-Arnstein wurde erst im Herbst 2018 gegründet. 

Zum Pressegespräch, in dem die Main-Spessarter Freidemokraten für ihre Partei und ihre Positionen werben wollen, kommen nicht nur Ziegler, Inderwies und Merklein in die Redaktion. Auch der Bundestagsabgeordnete Karsten Klein aus Aschaffenburg unterstützt ihre Mission. "Ich bin Vorsitzender des FDP-Bezirksverbands Unterfranken", erklärt Klein. "Außerdem gibt es viele thematische Überschneidungen zwischen dem Landkreis Aschaffenburg und Main-Spessart." Der 41-Jährige betont: "Zwischen den Ballungsräumen Rhein-Main und Würzburg sollte keine Lücke entstehen."

Fokus auf dem Digitalausbau

Die FDP, die traditionell in Großstädten und bei Selbstständigen gut abschneidet, wolle sich verstärkt um den ländlichen Raum bemühen. "Es gibt dort eine hohe Lebensqualität – wenn denn der Digitalausbau klappt", so Klein. "Und warum sollten Menschen in Main-Spessart weniger liberal sein als anderswo?", fragt Helge Ziegler. In allen unterfränkischen Kreistagen und den Stadträten der kreisfreien Städte ist die FDP vertreten. In Miltenberg und Karlstein (Lkr. Aschaffenburg) stellt sie sogar den Bürgermeister.  Der Einzug in MSP-Stadträte und mehr Gewicht im Kreistag, in dem zurzeit mit Hubert Fröhlich nur ein Liberaler sitzt, sind die nächsten Ziele. 

"Freiheit ist unser übergeordnetes Thema", stellt Ziegler klar. "Jeder Mensch soll sich nach seinen Möglichkeiten entwickeln können; der Staat gibt die Leitplanken vor." Die Entwicklung des Einzelhandels in den Kommunen, den demografischen Wandel und die Infrastruktur sehen die FDP-Vertreter als wichtige Themen. Wie auch die Freien Wähler, CSU, Grüne und SPD. "Wir sehen uns als frische, neue Kraft", sagt Sebastian Inderwies. "Wir können als ausgleichendes, vermittelndes Element wirken", meint Ziegler.

Konzepte sind wichtiger als Ideologie

Auf kommunaler Ebene gehe es nicht um Ideologien, sondern um gute Konzepte, beteuern die FDPler. Zur Schließung der ehemaligen Kreiskrankenhäuser und deren Nachnutzung fällt ihnen aber auch nicht mehr ein als: "Das hätte man besser machen müssen" (Merklein) und "Letztlich ist der Neubau in Lohr wohl das Vernünftigste" (Ziegler). Zur B26n? "Wir brauchen die", sagt Paul Merklein bestimmt. "Karlstadt ist zu weit weg von der Autobahn."  

Andererseits: Neue Industrie komme wohl kaum nach Karlstadt. Als er Bürgermeister in Giebelstadt war, habe er von Unternehmen gehört, dass die Autobahn in weniger als fünf Minuten erreichbar sein müsse. Karlstadt müsse deshalb auf den Tourismus setzen, sagt Merklein. "Der Bootstourismus ist eine Chance." Zudem könne er sich einen weiteren Campingplatz vorstellen. "Auch eine Jugendherberge ist denkbar", so Merklein, der übrigens bisher kein Mitglied der FDP ist.

Im März 2020 wird sich zeigen, ob diese Ideen in Karlstadt und im Landkreis überzeugen. Sympathisanten und an einer Mitarbeit interessierte Bürger fordert Helge Ziegler auf, sich bei ihm zu melden. "Wer im demokratischen Spektrum zu Hause ist, ist uns willkommen", sagt er.  

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Karlstadt
  • Markus Rill
  • Autobahnen
  • Bundesstraße 26n
  • Bürger
  • Bürgermeister und Oberbürgermeister
  • CSU
  • Demographie
  • FDP
  • Freie Wähler
  • Großstädte
  • Kommunalwahlen
  • Ruppertshütten
  • SPD
  • Staaten
  • Städte
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!