Marktheidenfeld

Das schwache Herz: oft ist hoher Blutdruck die Ursache

Chefarzt Dr.Schamberger bei seinem Vortrag
Chefarzt Dr.Schamberger bei seinem Vortrag Foto: Stefanie Engelhardt

Mit über 60 Interessenten sehr gut besucht war ein Vortrag im Krankenhaus Marktheidenfeld zum Thema "Das schwache Herz". Der Chefarzt der Kardiologie des Klinikums Main-Spessart, Dr. Rainer Schamberger, hatte zu diesem Thema wichtige Informationen zu Ursachen, Symptome, Diagnosemöglichkeiten und Therapie zusammengestellt. Die für alle verständliche Präsentation fesselte die Zuhörer, die zumeist in einem Alter waren, in dem das Herz schon einmal schwächeln kann. Wobei, ein schwaches Herz kann jedes Alter betreffen.

Dr. Schambeger zeigte auf, dass eine "Herzinsuffizienz", wie die Herzschwäche fachlich bezeichnet wird, eine schlechtere Prognose für die Lebenszeit hat, als Krebs. Während ein gesunder 65 bis 69 Jahre alter Mensch noch ungefähr 19 Jahre Lebenserwartung hat, reduziert sich diese Erartung bei einer Herzinsuffizienz auf  3,6 bis  4 Jahre.

Wichtig: Auf erste Anzeichen von Herzinsuffizienz achten

Durch die guten Therapiemöglichkeiten steigen Lebenszeit und Lebensqualität jedoch deutlich. Die Symptome einer Herzinsuffizienz sind schleichend und deshalb nicht leicht zu erkennen. "Es tut nicht weh, weshalb man zunächst nicht zum Arzt geht", so der Referent. Jedoch sollten Leistungsschwäche, Kurzatmigkeit, Hüsteln, Müdigkeit und Wassereinlagerungen immer ernst genommen und die Ursache erforscht werden. "Die Ursachen der Herzinsuffizienz", so  Schamberger, "sind zu 90 Prozent der Bluthochdruck oder eine Koronare Herzkrankheit". Weitere Ursachen, jedoch wesentlich seltener, können Herzklappenfehler, Herzmuskelerkrankungen, Herzrhythmusstörungen oder Herzmuskelentzündungen durch eine "verschleppte Grippe" sein.

Sehr gute Diagnosemöglichkeiten wie Ultraschall, EKG, Herzkatheteruntersuchung und Bluttests geben dem Arzt die Möglichkeit, die Herzschwäche zuverlässig zu erkennen. Der Chefarzt zeigte Bilder und Filme aus dem Herzkatheterlabor im Krankenhaus Lohr, durch die verdeutlicht wurde, wie sich zum Beispiel die Koronare Herzkrankheit, die sich durch eine "Brustenge" zeigt oder durch die ein Herzinfarkt ausgelöst werden kann, auf das Herz, die Durchblutung und die Muskelversorgung des Herzens auswirken. Dass dann, bei einer Schädigung der Muskulatur durch die Minderdurchblutung, eine Herzschwäche entstehen kann, war jedem einleuchtend.   

Zum Blutdrucksenken kann man selbst viel beitragen

Sehr deutlich wurde auch die Problematik durch die oft unterschätzte Gefahr des Bluthochdrucks.
"Der ideale Blutdruckwert liegt bei 120/80 mm HG", so der Referent. In Europa spricht man von einem Bluthochdruck ab einem systolischen Wert von über 140, in den USA schon von über 130 mm HG". "Jeder sollte seinen Blutdruck kennen und immer wieder selbst ermitteln". Wenn der zu hoch wird, kann man sehr viel dazu beitragen, dass er sich normalisiert oder zumindest sinkt.

Um den Blutdruck zu senken hilft oft eine Umstellung des Lebensstils. Eine gesunde Ernährung mit wenig Fett und Kohlehydraten, mit gesunden Pflanzenölen und Obst und Gemüse, tragen dazu bei, genauso wie viel Bewegung, mindestens 30 Minuten täglich. Übergewichtige sollten Gewicht reduzieren. Schamberger appellierte auch, unbedingt das Rauchen aufzuhören und wenig Alkohol zu trinken.

Sehr gute Medikamente aus den unterschiedlichsten Arzneimittelgruppen unterstützen die Therapie. Am Ende des sehr aufschlussreichen Vortrags hatten die Anwesenden die Möglichkeit, Fragen zu stellen, was auch gut genutzt wurde.

Mit dieser Vortragsreihe hat das Klinikum Main-Spessart viele interessierte Bürger angesprochen. Wie das Thema "Das schwache Herz" zeigte, können sehr viele Fragen und Unsicherheiten durch solche Informationsveranstaltungen aufgearbeitet werden.

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