Retzbach

Dekan Wehrwein sprach bei der Senioren-Union

Das „Union“ im Namen der CSU und der Senioren-Union entstand aus der Verbindung katholischer und evangelischer Christen in einer politischen Partei. Dies sei eine Erkenntnis aus den Erfahrungen in der Weimarer Republik gewesen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Senioren-Union Main-Spessart hat sich schon häufig mit Fragen von Glauben und Kirche beschäftigt und dabei Vertreter beider Konfessionen  eingeladen. Zur diesjährigen Adventsfeier war der  evangelische Dekan a.D. Michael Wehrwein aus Lohr Gast des Kreisverbandes auf der Benediktushöhe in Retzbach.

Das Thema seines Vortrags war „Weihnachten, Ökumene und wir“. Das Christfest bezeichnete er als das ökumenische Ereignis schlechthin. Die Weihnachtsbotschaft sei zeit- und grenzenlos. Diese zu verkünden sei Auftrag aller Christen. Deren Wort- und Tatzeugnis sei gefragt. Das gelte insbesondere für Christen in der Politik. Dort sei christliche Haltung der Maßstab für verantwortliches Handeln im Dienste der Menschen.

Die Kirchen hätten einen anderen Auftrag, mischten sich aber zunehmend in politische Debatten ein, so dass Predigten manchmal wie Parteitagsreden klängen. Die Kirchen sollten ihren Hauptauftrag in der Verkündung von  Nächstenliebe, Frieden und  Hoffnung sehen.

Dekan Wehrwein ging auch auf die ökumenischen Bestrebungen ein. Es habe erhebliche Fortschritte gegeben. Die Zusammenarbeit der Kirchen zeitige  vor allem im sozialen Bereich – Wehrwein nannte Caritas und Diakonie – viele positive Ergebnisse. Die Taufe beider Konfessionen würde  fast überall wechselseitig anerkannt.

Dennoch gebe es noch schmerzliche Punkte der Trennung, wie die fehlende Anerkennung einer lückenlosen Verbindung zum Auftrag Christi (Sukzession), wie das immer noch nicht mögliche gemeinsame Abendmahl, obwohl man im Verständnis der so genannten Realpräsenz sich schon angenähert habe.

Die evangelische Kirche lade zum Abendmahl ein, zu dem Jesus Christus der Gastgeber sei. „Wo Christus die Mitte ist, da ist auch Einheit; wo das Kirchenrecht herrscht, da wird es problematisch“, erklärte Wehrwein. Auch die  Heiligen-, und da vor allem die  Marienverehrung, sei ein schwieriges Kapitel, da die evangelische Kirche nur Christus als Mittler sehe.

Momentan sei manches im Fluss. Es sei zu hoffen, dass beide Kirchen zum Priestertum aller Gläubigen finden und dass damit auch Frauen gleichberechtigter Teil dieses Priestertums sein könnten.

Die katholische Kirche in Deutschland habe einen synodalen Weg eingeleitet. Als evangelischer Christ wisse er wohl, dass Synoden anstrengend seien, aber auch sehr befriedigend, weil man die Teilhabe spüren könne. Formen und Strukturen könnten sich ändern, die christliche Botschaft von Weihnachten bleibe bestehen. „Wir Christen sind die Vorhut der neuen Welt. Nicht Bedenken-, sondern Hoffnungsträger sollen wir sein" , schloss Dekan Wehrwein.

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