Mittelsinn

Denkmal für Deportation stammt aus von Juden bewohntem Haus in Mittelsinn

Vor rund eineinhalb Jahren hatte der Mittelsinner Gemeinderat seine Bereitschaft erklärt, sich am "DenkOrt Aumühle", dem unterfrankenweiten Projekt einer Erinnerungsstätte zum Gedenken seiner deportierten Juden zu beteiligen, sagte Bürgermeister Peter Paul bei der jüngsten Zusammenkunft des Gemeinderates. Dieses wachsende Denkmal soll aus Gepäckstücken bestehen. Jede Gemeinde mit jüdischen Wurzeln in den Jahren 1932/1933 wurde gebeten, sich mit einem Gepäckstück an dem Denkmal zu beteiligen und ein zweites im eigenen Ort aufzustellen.

Nachdem beim Start des Projekts noch der kleine Güterbahnhof "Aumühle", der einst der zentrale Ort der Deportationen aus Unterfranken, der Standort der Gedenkstätte sein sollte, wurde dieser 2019 an den Würzburger Hauptbahnhof verlegt. In der jüngsten Zusammenkunft erklärte Paul, dass die beiden Gepäckstücke, je ein Koffer, von der Mittelsinner Schreinerei Alexander Otte gefertigt sind. Freundlicherweise hat der Meister die Erinnerungsstücke spendiert. Die Koffer entstanden aus Eichenbalken eines alten abgerissenen Hauses, in welchem sinnigerweise einmal Juden lebten. Dieser schlichte Holzblock sollte außen keinesfalls gehobelt werden, sondern das spröde Holz muss sichtbar bleiben.

Das Gremium hatte den Standort im Schulhof, direkt gegenüber der ehemaligen Synagoge festgelegt. Segnung und Übergabe der Erinnerungstafel sind für Samstag, 21. März, um 14 Uhr geplant. Das Gegenstück des Koffers wird an der Gedenkstätte in Würzburg installiert. Aus Recherchen konnte Peter Paul berichten, dass aus Mittelsinn fünf jüdische Mitbürger deportiert wurden.

Burgsinner sammelt für Mittelsinner Hilfsaktion

Ein junger Burgsinner Bürger sammelte dort erfolgreich Spenden für die Mittelsinner Hilfsaktion "Helfende Hand". Paul sprach sich anerkennend für die lobenswerte Initiative aus, der Sammler benötige jedoch eine kommunale Genehmigung.

Auch die Gemeinde Mittelsinn beteiligt sich am Projekt "Wald erFahren", einer Verdichtung der Lademöglichkeiten für E-Bikes in den Landkreisen, Aschaffenburg, Main-Spessart und Miltenberg mit gemeinsamer Öffentlichkeitsarbeit, betonte der Bürgermeister. Jetzt können die Bauhöfe die Ladestationen in Aschaffenburg abholen. Mitte Februar kann auf dem Parkplatz unterhalb der Gemeindekanzlei die Station rechtzeitig zu Beginn der neuen Radlersaison installiert werden.

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