HOFSTETTEN

Der Rückbau der Pumpenanlagen steht noch immer aus

Immer noch befinden sich die sechs Brunnenanlagen der Fernwasserversorgung Mittelmain trotz Rückbauanordnung auf Hofstettener Gemarkung. Ferdinand Heilgenthal – hier auf einem Foto im Jahr 2009 – will mit der Bürgerinitiative Wasser „am Ball bleiben”.
Immer noch befinden sich die sechs Brunnenanlagen der Fernwasserversorgung Mittelmain trotz Rückbauanordnung auf Hofstettener Gemarkung. Ferdinand Heilgenthal – hier auf einem Foto im Jahr 2009 – will mit der Bürgerinitiative Wasser „am Ball bleiben”. Foto: Michael Fillies

Gegen den Widerstand des Zweckverbandes Fernwasserversorgung Mittelmain ist dieser durch die Wasserwirtschaftsbehörden verpflichtet worden, seine untauglichen und nie in Betrieb gegangenen Brunnenanlagen auf Hofstettener Gemarkung zurückzubauen. Dem ist der Verband bisher nicht nachgekommen. In der Jahresversammlung bekräftigte die „Bürgerinitiative Wasser“, in der Frage nicht lockerzulassen und notfalls den Rückbau gerichtlich durchzusetzen.

In der Versammlung der Hofstettener Bürgerinitiative bestätigten die 23 Stimmberechtigten einstimmig die bisherigen Vorstandsmitglieder für weitere fünf Jahre in ihren Ämtern. Dem Verein steht weiterhin Stadtrat Ferdinand Heilgenthal vor, sein Stellvertreter ist Reiner Mehrlich. Die Kasse führt Walter Christof, und für den Schriftverkehr ist Sandra Fella zuständig. Den Vorstand erweitern die Beisitzer Ferdinand Haas, Waldemar Krebs und Friedhelm Rahtz.

Von Auflagen befreit

Im Tätigkeitsbericht betonte Heilgenthal: Es sei keine Selbstverständlichkeit, dass heute in Hofstetten wieder die Eigentümer von Grund und Boden ihre Rechte ohne die Einschränkungen durch große Wasserschutzgebiete wahrnehmen können. Das sei das Verdienst des Vereins und seiner jahrzehntelangen Arbeit: „Heute kann wieder ohne große Auflagen gebaut werden, und der Friedhof und das halbe Dorf liegen auch nicht mehr in den erweiterten Schutzzonen.“

Gerade vor dem Hintergrund der immer dichter aufeinanderfolgenden trockenen Jahre sei nicht auszudenken, was geschehen wäre, wenn der Fernwasserverband Mittelmain (FVM) seine seit den 1960er Jahren mit Millionen von Steuergeldern betriebenen Maßnahmen hätte zu Ende bringen dürfen: Beim Pumpversuch des Verbandes im Jahr 2000 war der Grundwasserspiegel in der unteren Flur mit ihren Streuobstbeständen um zehn Meter abgesunken.

Beschluss nicht vollzogen

Obwohl der Beschluss zum Rückbau der Brunnenanlagen, wie von der Fachbehörden gefordert, am 3. Juli 2017 in der FWM-Teilnehmerversammlung gefasst worden ist, zeigt sich die Versammlung skeptisch. Über ein Jahr ist wieder nichts passiert, sind die Brunnenanlagen immer noch vorhanden. Nach eigenen Angaben schiebt der Verband einen „riesigen Investitionsstau“ vor sich her. Daher müsse man weiter wachsam sein. Vorsitzender Heilgenthal teilt diese Meinung und ergänzte, dass die in jüngster Vergangenheit aufgetretenen Keim-Belastungen in den Anlagen des FVM wohl eher zu noch höherem Investitionsbedarf führen. Daher müsse man tatsächlich am Ball bleiben, um mit dem Rückbau nicht als Einsparmöglichkeit nach hinten durchgereicht zu werden.

Die Versammlung beauftragte den Vorstand, der FVM die Bedenken des Vereins mitzuteilen und die Bekanntgabe eines definitiven Rückbautermins zu fordern: „Das muss gemäß der gesetzlichen Vorgaben durchgeführt werden, auch wenn es die Abnehmer (des FWM-Wassers) zusätzlich Geld kostet. Woanders müssen auch Beiträge für die Wasserversorgung erhoben werden.“ Notfalls müsse man doch noch den Rechtsweg beschreiten. Dazu erklärten die Mitglieder ihre Bereitschaft.

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