HOMBURG

Des Laudators hinreißende Liebeserklärung

Blicken heiter zurück: Die Mitglieder, die von Anfang an beim Homburger Carnevalsverein dabei sind. Foto: Stefanie Engelhardt

Das goldene Vereinsjubiläum – 50 Jahre Homburger Carnevalsverein (HCV) – wurde am Samstag mit einem Kommersabend in der Schlossscheune gefeiert – fröhlich und kurzweilig.

Viele Geburtstagsgäste kamen, um eine große und großartige Vereinsfamilie zu beglückwünschen. Unter ihnen der stellvertretende Bürgermeister Werner Thamm für die Gemeinde Triefenstein, Karl-Heinz Hübner (Kreisvorsitzender des Bayerischen Landessportverbandes), Michael Metzger (unterfränkischer Bezirkspräsident des Fastnachtsverbands in Franken), Roland Wagner (Jugendbeauftragter des Fastnachtsverbandes Franken) sowie zahlreiche Vertreter der fränkischen Fastnacht. Auch die Weinhoheiten aus Homburg und Dertingen vertraten ihre Gemeinden.

Applaus! Stefan Götz, Präsident des HCV und die stellvertretende Vorsitzende Heike Klier-Brand betreten die Bühne zur Begrüßung – und schon geht es karnevalistisch zu. Eine Diashow zeigt die Zeit vom Beginn des HCV bis zum heutigen Tag.

Viele Anwesende erkenne sich auf alten Bildern und lachen, denn geladen sind auch die Mitglieder, die von Anfang an dabei waren. Udo Wirsching, Sitzungspräsident reiht sich ein und das Steeaisel-Geburtstagslied – auf einmal ist man 50 – wird von der Gratulantenschar im „Steeaiselstall“ mitgesungen.

Das erstklassige Kinderballett der HCV-Steeaisel brilliert mit einem Happy-Birthday-Tanz und einer überdimensionalen Geburtstagstorte auf der Bühne.

Till hält den Spiegel vor und gemeinsam mit der Steeaiselin sinniert: Was wohl mit dem HCV in 100 Jahren passiert? Musikalisch sprechen sie den Wunsch aus: „Narren sterben nie“. Auch die Purzelgarde hat einen Tanz einstudiert und gratulierte mit überdimensionalen Luftballonblüten.

Die Festrede Heiko Friedrichs ist eine Liebeserklärung an den Verein, wie sie viele Homburger Steeaisel abgeben könnten. Er erinnert an viele Stunden und Gelegenheiten, die ihn und viele andere Menschen mit dem Verein verbinden.

So alt wie der Pirelli-Kalender

Was so alles 50 Jahre feiert: die Stiftung Warentest, der Pirelli-Kalender und auch Nutella. Da studiert man immer noch, ob unter die Nutella auf das Brot Butter gehört oder nicht.

Friedrich informiert beeindruckend, wie die unterschiedlichsten Persönlichkeiten den HCV mitgeprägt haben. Unvergessen dabei Josef „Sepp“ Roos. In seiner eigenen Handschrift, humorvoll und weithin bekannt leitete er 20 Jahren die Sitzungen als Präsident. Sein bestes Rezept war die Spontanität. Er war ein Hauptgewinn für Alle, die ihn auf der Bühne erleben durften.

Vorgänger waren Hans Gritzner und Wilfrid Wirsching, Nachfolger Alfred Weidmann und Manfred Wirsching und – seit 2003 bis heute – Udo Wirsching. Vorsitzende waren Willi Martin, Gottfried Kuhn, Fritz Linser, Hans Gritzner, Manfred Wirsching (20 Jahre lang), Konrad Bauer, Armin Huth und nun schon seit 2008 Stefan Götz.

Friedrich beteuert, dass jeder im Verein wichtig ist und seine Rolle übernimmt. Wichtig sei, dass etwas im Verein passiert. Er zeigt sich dankbar für die vielen Arbeitsstunden, die vielen Arbeitsjahre und auch für die „Vereinsmeier“, die jeder Verein brauche.

Verschiedene Auftrittsorte für die Prunksitzungen wurden gefunden, bevor man den „Aiselstall“ in der Schlossscheune bezog. Doch neben dem humorvollen und kurzweiligen Rückblick zeigte Friedrich auch auf, dass der HCV zukunftsorientiert und von starkem Optimismus geprägt ist.

Steeaisel-Pflegerin Inge

Wenig optimistisch war man beim Anblick auf den Homburger Esel, dem Sinnbild des Vereins. Er war in die Jahre gekommen, in der Schlossscheune verstaubt. Nun wurde er fein säuberlich wieder hergerichtet. Als geeignete Steeaisel-Pflegerin guckten sich die Narren Inge Gerstenberger aus, die das Amt – vollkommen überrascht – annimmt und verspricht, das Maskottchen zu hegen und zu pflegen „wie ein eigenes Kind“.

Ja, der HCV kann feiern! Die Prinzenpaare werden auf die Bühne gerufen. Das sind dann so viele, dass der halbe Saal geleert ist. Das wollte man auch so, bekräftigt Stefan Götz: Jeder soll sehen, wie viele Menschen den Homburger Carneval schon einmal als Tollitäten vertreten haben.

Total begeistert ist das kundige Publikum auch vom „Kanal Triefenstein“, der vor 15 Jahren zum letzten Mal auf die Homburger Bühne gebracht wurde und jetzt einen „reloaded-Auftritt“ hat. Eddis heiße Viertelstunde und ein Schwank aus dem Leben der Familie Huber werden begeistert mit Applaus belohnt.

Die „Eselsohren-Sänger“, die „Stallsänger“ und das Männerballett komplettieren die Feierstunden mit erstklassigen Darbietungen.

Das Publikum würdigt den herrlichen, kurzweiligen, humorvollen und informativen Abend mit starkem Applaus.

Ein halbes Jahrhundert dabei

Mit Ehrennadel und Rose zeichneten Heike Klier-Brand und Stefan Götz für 50-jährige Mitgliedschaft aus: Manfred Wirsching (Ehrenmitglied und Ehrensitzungspräsident), Ilse Gerstenberger, Karl-Heinz Scheurich, Irmtraud Wiegand, Ernst Albert, Berthold Dietel, Leo Dornbusch, Elisabeth Wiegand, Manfred Freund, Elmar Hefner, Sieglinde Knoll, Edgar Kuhn, Herbert Roos, Josef Kuhn, Berthold Schäfer, Lothar Schäfer, Kurt Schnapp und Wilfried Wirsching. stet

Grußworte

Michael Metzger, unterfränkischer Bezirkspräsident des Fastnachtsvereins in Franken zitierte Frank Kafka: „Jeder, der sich die Fähigkeit erhält, Schönes zu erkennen wird nie alt werden.“ Dazu gab's einen Jubiläumsteller.

Karl-Heinz Hübner, Kreisvorsitzender des Bayerischen Landessportverbandes: „Helau, helau – die Steeaisel sind beim BLSV… suchst du Humor und guten Wein, dann geh nach Homerich am Main“. Dazu gab's eine Urkunde und einen Gutschein für die Jugendarbeit.

Roland Wagner, Jugendbeauftragter im Fastnachtsverband Franken, zeigte sich beeindruckt von der Wortfindung der Steeaisel: „Homburg ist eine Hochburg in Sachen Jugendarbeit bei der Fastnacht. Nicht umsonst fällt bei den Fernsehveranstaltungen des Fastnachtsverbandes immer wieder die Ansage: Steeaisel aus Homerich.“

Gratulierten tänzerisch: die Tanzmariechen.
Frohgelaunt: Michael Metzger (Mitte), Heike Klier-Brand, Stefan Götz.

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