Karlstadt

Die Beratungsstelle für Eltern und Kinder ist auch jetzt da

Constanze Friedl ist die zuständige Fachkraft im Landratsamt.
Constanze Friedl ist die zuständige Fachkraft im Landratsamt. Foto: Mandy Feser

Die Corona-Krise ist für Familien eine schwierige Zeit. Kindergärten und Schulen sind geschlossen. Von heute auf Morgen wurden eingespielte familiäre Routinen auf den Kopf gestellt, heißt es in einer Pressemitteilung. Eltern haben bis auf Weiteres eine rund um die Uhr Betreuung zu organisieren. Sie werden zu Hilfslehrern und sollen in ihrem Job im Homeoffice Leistung bringen. Obwohl alle hoffen, dass baldmöglichst wieder Normalität einkehrt, können Experten und Politiker heute noch nicht sagen, wie lange das tägliche Leben eingeschränkt bleiben muss.

Jüngere Kinder spüren und reagieren stark auf Unsicherheit in ihrem Umfeld. Sie sind aber für ihr seelisches Wohlbefinden auf emotional stabile Bindungspersonen und verlässliche Routinen angewiesen. Für ältere Kinder sind entwicklungsbedingt Themen wie Abgrenzung von den Eltern und die Erkundung eigener Wege wichtig. Sie können sich derzeit nicht mit ihren Freunden treffen, stattdessen verlagern sich diese Kontakte noch mehr auf die sozialen Medien. Das Gefühl, eingeengt und begrenzt zu werden, bedingt, dass Jugendliche reiz- und streitbarer sind.

Beratungsstelle ist telefonisch erreichbar

In dieser Ausnahmesituation sind alle in der Familie angespannter als sonst. Auch wenn sich Eltern noch so sehr anstrengen, alles richtig zu machen, werden Spannungen und emotionaler Stress im familiären Zusammenleben nicht zu vermeiden sein.

Da aktuell keine persönlichen Termine in der Beratungsstelle möglich sind, möchte die Beratungsstelle in dieser nicht einfachen Zeit ein offenes Ohr bieten.

Eine telefonische  Ansprechpartner ist in der Beratungsstelle unter der Tel.: (09353) 793 1580 von Montag bis Freitag, 7.30 Uhr bis 16.30, freitags bis 12 Uhr zu erreichen. Zusätzliche hilfreiche Infos gibt es auch unter www.erziehungsberatung-msp.de

Familienstützpunkte sind beliebte Treffpunkte geworden

Familienstützpunkte schalten Krisentelefon und das Familieninformationszentrum hält viele Ideen bereit, um die Kinder zu beschäftigen. Die vier Familienstützpunkte im Landkreis haben sich in den letzten Jahren zu einem beliebten Treffpunkt von Eltern und Kindern und auch zur bewährten Anlaufstelle bei allen Fragen rund um das Thema Familie entwickelt "Nachdem wir diese Hilfestellung momentan nicht bieten können, aber gerade jetzt viele Familien Rat und Unterstützung benötigen, haben wir ein Krisentelefon eingerichtet", so Constanze Friedl, die zuständige Fachkraft im Landratsamt.

"Wir sind für Sie telefonisch da. Wir hören zu, können Sie emotional unterstützen, Ihnen für konkrete Situationen einen Rat geben und gemeinsam nach einer Lösung suchen. Bei Bedarf vermitteln wir Sie an weitere Stellen. Sie erreichen uns immer von Montag bis Freitag von 9 bis 12 und von 13.30 bis 16 Uhr unter Tel.: (09353) 793-1333 oder per Mail: Constanze.Friedl@Lramsp.de", heißt es in der Pressemitteilung.

Web App des Familieninformationszentrums

Viele hilfreiche Tipps und Vorschläge für die Beschäftigung zu Hause finden sich auch in der sogenannten Progressive Web App des Familieninformationszentrums des Landkreises. Unter Videos und Downloads stehen Ideen bereit, um die Zeit der Ausgangsbeschränkungen mit Kindern sinnvoll zu gestalten. Zu finden sind diese unter https://meinefamilie.app Sportstunden, Bastelideen, es wird vorgelesen und gekocht. Das Familieninformationszentrum ist telefonisch zu erreichen unter Tel.: (09353) 793 1162, und per Mail unter Familieninformationszentrum@Lramsp.de

Das Jugendamt ist Ansprechpartner bei Kindeswohlgefährdung

In Einzelfällen können Eltern durch die ungewohnte Familiensituation so überfordert sein, dass es zu häuslichen Krisen kommt. Meldungen einer Kindeswohlgefährdung werden unter Hinzuziehung mehrerer Fachkräfte geprüft und entsprechend bewertet. Sollten sich gewichtige Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung aufgrund von Gewalt oder Vernachlässigung ergeben, die einen Hausbesuch notwendig machen, wird dieser unter Wahrung der entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen durchgeführt. Der Kinderschutz ist somit nach wie vor sichergestellt. Wenn Bürger den Verdacht haben, dass es in ihrer Nachbarschaft zu häuslicher Gewalt kommt, ist das Jugendamt unter Tel.: (09353) 793-1511 erreichbar.

Außerhalb der üblichen Öffnungszeiten sollte die örtliche Polizeidienststelle verständigt werden. Hilfen bieten auch mehrere andere Organisationen.

Weitere wichtige Telefonnummern:
Sorgentelefon der Caritas Main-Spessart, Tel.: (09352) 843-142 oder www.caritas-msp.de
Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen Tel.: (0800) 00 116 016 oder www.hilfetelefon.de
Hilfetelefon sexueller Missbrauch Tel.: (0800) 22 55 530 oder www.anrufen-hilft.de
Beratung für Männer: www.männerberatungsnetz.de hilft bei der Suche nach Beratung und Unterstützung für Jungen, Männer und Väter.
Ökumenische Telefonseelsorge Tel.: (0800) 111 0 111 oder Tel.: (0800) 111 0 222 www.telefonseelsorge.de
Sucht- und Drogenhotline Tel.: (01805) 31 30 31 www.sucht-und-drogen-hotline.de
Opfer-Telefon Weißer Ring Tel.: 116 006 www.weisser-ring.de/hilfe-fuer-opfer/opfer-telefon

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