KARLSTADT

Die Karlstadter Wirtschaftstage sind eröffnet

Erst zögerte der Geschäftsführer der Karlstadter Stadtmarketing GmbH, Dietholf Schröder, dann rückte er doch mit der Sprache raus: 5000 Besucher sind das Ziel, das man sich für die ersten Karlstadter Wirtschaftstage gesetzt hat. Bei der Eröffnung im Karlstadter Rathaussaal stand der bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) als Schirmherr im Mittelpunkt.

Die Wirtschaftstage selbst finden allerdings in den Hallen von Wiesenfeld (Thema Bauen und Renovieren), Gambach (Gesundheit und Lifestyle) und Stetten (Energie) statt. Drei Busse bringen im Pendelverkehr die Besucher zu den Hallen. Mehr als 60 Unternehmen und Institutionen stellen aus. Zentraler Treffpunkt für die Mitfahrer ist am Bahnhof in Karlstadt. Ein Bus fährt ständig die Parkplätze rund um die Altstadt an und bringt die Besucher zu diesem Bahnhofs-Treffpunkt. Geöffnet ist täglich von Donnerstag bis Sonntag zwischen 10 und 18 Uhr.

Diskussionsrunde

Die Eröffnungsfeier war so angelegt, dass sich die Gäste nach einer Podiumsrunde mit Minister Zeil, dem Karlstadter Landtagsabgeordneten Harald Schneider (SPD), Bürgermeister Paul Kruck und Dietholf Schröder in die Diskussion einschalten konnten. So kam etwas Spannung ins Spiel. Zeil musste sich beispielsweise Kritik zum Ladenschlussgesetz anhören. 90 Prozent der Unternehmer auf der einen, die Sozialverbände und Beschäftigten auf der anderen Seite würden die Ausweitung der Öffnungszeiten nicht wollen. Letztlich würden längere Öffnungszeiten zu Lasten der innerörtlichen Geschäftsstandorte gehen, bemängelte ein Teilnehmer. Nutznießer dagegen seien die Factory Outlet Center.

„Moderne Öffnungszeiten“

Zeil dazu: „Es wird kein Mensch gezwungen, den Laden zu öffnen.“ Man müsse den Kommunen aber die Möglichkeit geben, ihre Infrastruktur frei zu regeln. 14 von 16 Bundesländern hätten moderne Ladenöffnungszeiten. Und er fügte hinzu, dass in weltberühmten bayerischen Kurorten Läden pleite gehen, weil dort nicht zu Zeiten Trachten verkauft werden können, in denen das Publikum da ist. Er behauptete: „Es gibt keine Märkte auf der grünen Wiese.“ – Dass es die schon am Karlstadter Hammersteig gibt, darauf wies ihn keiner der im Rathaussaal Versammelten hin.

Ein zentrales Thema des Abends war der Breitbandausbau. In seiner vorangegangenen Ansprache zur Eröffnung der Wirtschaftstage hatte Zeil geschwärmt: „Kein anderes Land nimmt so viel Geld für den Ausbau des schnellen Internets in die Hand wie Bayern.“ Bekanntlich gibt es ein Förderprogramm, das eine halbe Milliarde Euro umfasst. Bürgermeister Paul Kruck hielt ihm entgegen, dass die Regierung leicht Ziele beim Breitbandausbau vorgeben könne. Da Karlstadt mehr als zwei Millionen Euro für den Ausbau des Breitbandnetzes brauche, die Förderung des Freistaats aber auf einen halbe Million gedeckelt sei, müsse die Stadt in den nächsten Jahren 1,5 bis 1,7 Millionen selbst aufbringen. Kruck: „Es wäre mehr Hilfe für die Kommunen nötig.“ Zeil erinnerte im Gegenzug an die Schuldenkrise: Der Staat könne nicht beliebig viel Geld ausgeben. Außerdem müsse nicht jeder Haushalt 50 MB haben. 16 seien für Privatzwecke auch ausreichend. Wo aber fünf Firmen einen schnellen Anschluss bräuchten, gebe es Hilfe durch das Förderprogramm.

In seiner Rede pries der Wirtschaftsminister die bayerische Politik. Ein Schwerpunkt sei die Bildung. Das beginne schon im Kleinkindalter, wo bis 2014 mehr als eine viertel Milliarde für die Einrichtung von Krippenplätzen zur Verfügung gestellt würden. Und das gehe bis hin zu der Regelung, wonach Meister jetzt Zugang zu den Hochschulen haben. Ab 1. September zahle der Freistaat einen Meisterbonus von 1000 Euro für jeden, der die Meisterprüfung absolviert. Die hiesige Berufsbildung sei weltweit einzigartig. Und bei der Ausbildung in Pflegeberufen werde das Schulgeld übernommen.

Arbeitsplätze am wichtigsten

Zeil sagte, er begrüße es sehr, wenn es im ländlichen Raum Veranstaltungen wie die Wirtschaftstage gebe. Diese würden Identität stiften und zugleich zeigen, was es alles in der Stadt gibt. Am wichtigsten für eine Region seien die Arbeitsplätze.

Zum Auftakt war ein Animationsfilm vorgeführt worden über Karlstadt, das darin im Zeitraffer gezeigt wird. Dadurch entsteht eine ungeheure Dynamik, in der die Stadt förmlich zu explodieren scheint, vor allem beim Schwenk aufs Zementwerk mit heftig dampfendem Schlot.

Durch den Abend führte der Radiomoderator Daniel Pesch. Aufgelockert wurde der Festakt durch musikalische Darbietungen zweier Schülerinnen der privaten Musikschule Lengler-Amthor – Luisa Weiglein (Karlstadt) an der Querflöte und die Jugendkulturpreisträgerin 2012 Evamaria Schäfer mit dem Song „Halleluja“. Ingrid Lengler-Amthor trat zudem selbst mit einem Streichquintett aus ihrem Freundeskreis auf.

Am Freitag sind die Geschäfte ind er Karlstadter Altstadt bis 20 Uhr geöffnet. Auf dem Marktplatz gibt es ab 18 Uhr eine Doppelgänger-Show. Höhepunkt ist eine Doppelgängerin von Andrea Berg.

Der Eintritt für die Wirtschaftstage kostet einmalig 5 Euro. Damit kann jede Halle einmal besucht werden, auch an verschiedenen Tagen. Ebenso sind nur einmal 3 Euro zu zahlen für alle drei Busfahrten zu den Hallen. Kinder bis 16 Jahre haben freien Eintritt und freie Fahrt.

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