Bergrothenfels

Die Kunst des Hauens und Stechens auf Burg Rothenfels geübt

Ein Stück Mittelalter wurde wieder lebendig bei dem Wochenendseminar "Hieb, Stich und Schnitt". Zum Reden war nicht viel Zeit - zumindest nicht bei der Trainingseinheit.
Einigen Teilnehmern sah man an, dass sie nicht zum ersten Mal ein Schwert in der Hand hatten Foto: Susanne Feistle

Von Freitag bis Sonntag fand das Wochenendseminar "Hieb, Stich und Schnitt" der Burglandschaft Spessart und Odenwald und Historisches Fechten Würzburg statt.

"Ich freue mich, euch die Ganzheit der historischen Kampfkunst vorzustellen", begrüßte Jürgen Jung, Geschäftsführer der Burgenlandschaft Spessart und Odenwald, die Teilnehmer im Rittersaal von Burg Rothenfels. Dann ging es auch schon los mit dem ersten Workshop mit dem Langen Schwert.

Nach kurzen Aufwärmübungen, die besonders für den richtigen Stand wichtig sind, gingen die Teilnehmer sofort ans Schwert. Seminarleiter Frank Walter erklärte zunächst wie man ein solches richtig festhält: "Wie ein Vögelchen. So, dass es nicht wegfliegt, aber auch so, dass man es nicht zerquetscht."

Die Teilnehmer lernten zunächst den senkrechten Schlag von oben nach unten, den man "Oberhau" nennt. Außerdem die diagonalen Schläge "Bauernschlag" und "Unterhau" sowie den horizontalen Schlag, den sogenannten "Querhau". Diese galt es dann technisch sinnvoll zu verbinden. Mit wechselnden Partnern probierten sie das Gelernte gleich aus und sie bekamen noch den Tipp: "Korrigiert Eure Gegner und sagt was Ihr macht".

"Wie ein Vögelchen. So, dass es nicht wegfliegt, aber auch so, dass man es nicht zerquetscht."
Anleitung von Seminarleiter Frank Walter zur korrekten Schwerthaltung

Einigen sah man an, dass sie nicht zum ersten Mal ein Schwert in der Hand hielten. Andere taten sich anfangs noch ein wenig schwer, das Schwert richtig zu führen. Aber alle waren konzentriert und mit Spaß bei der Sache.

Zusätzlich beschäftigten sich die Teilnehmer in weiteren Seminaren im Umgang mit dem einhändigen Schwert, Stangenwaffen, Dolchkampf und Ringen, Hellebarde und Mordaxt. Neben den verschiedenen Workshops gab es noch Raum für freies Fechten mit verschiedenen Trainingspartnern, sowie für  Gespräche und Diskussionen mit Gleichgesinnten. Ein Vortrag über die Jagd mit Pfeil und Bogen im Mittelalter und ein gemeinsames Abendessen im Rothenfelser Bayer Bräu rundeten das Angebot ab.  

Die Teilnehmer zu Beginn des Seminarwochenendes im Rittersaal der Burg Rothenfels Foto: Susanne Feistle

Neun der insgesamt 44 Teilnehmer waren Frauen. Viele der Teilnehmer kamen aus dem Würzburger Raum, aber auch aus Fulda, Kleinwallstadt und Schlüchtern waren welche angereist. Einer der Teilnehmer hatte sogar seine Schwiegermutter dabei, die sich ebenfalls interessiert am Schwert probierte. Die meisten blieben das ganze Wochenende über auf der Burg. Die sechs Referenten arbeiteten kostenlos. Das Seminarwochenende wurde vom Leader-Projekt unterstützt. 

Das Teilnehmer-Spektrum: vom Fliesenleger bis zum Historiker

Laut Thomas Hönle - er ist stellvertretender Vorsitzender des Vereins Historisches Fechten Würzburg und freier Mitarbeiter bei der Burgenlandschaft - waren unter den Teilnehmern unter anderem Studenten, Fliesenleger, Metallbauer, Sozialpädagogen und ein Historiker. Die Beweggründe zur Teilnahme seien ebenso unterschiedlich wie das Alter der Teilnehmer, das sich zwischen 20 bis 50 Jahren bewegt. Manche machten einfach aus Neugierde mit, so Hönle, andere weil sie sich für die methodisch durchdachten, historischen Kampfkünste interessieren. Die Burg Rothenfels habe man sich wegen des Ambientes und den Räumlichkeiten für das Wochenende ausgesucht.

Beim Fechten wird nicht planlos aufeinander eingehauen

Ziel des Burgen- und Schlössernetzwerks Burglandschaft in Spessart und Odenwald ist die gemeinschaftliche Inwertsetzung und aktive Bewerbung von kulturhistorisch bedeutenden Denkmälern. Dazu gehört auch, die spannende Geschichte zu spezifischen Themen - etwa die Kampfkünste des Mittelalters - aktiv und erlebbar zu vermitteln. Beim Historischen Fechten handelt es sich um die Kampfkünste des Europäischen Mittelalters. Anders als oftmals vermutet, bestanden diese Kampfkünste nicht aus einem planlosen aufeinander Einhauen der Fechtpartner, sondern aus einem fundierten System verschiedenster Techniken.

Auch die Frauen zierten sich nicht und hoben mutig das Schwert Foto: Susanne Feistle

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