Karlstadt

Dienstbesprechung: Ein Potpourri für Bürgermeister

Wenn sich die Bürgermeister aus Main-Spessart treffen, gibt's viel zu besprechen. Diesmal ging's um Digitales für Feuerwehren und Grundschulen sowie Seniorenpolitik.
Schon in der Grundschule kann die Arbeit mit dem Tablet sinnvoll sein. (Symbolbild)
Schon in der Grundschule kann die Arbeit mit dem Tablet sinnvoll sein. (Symbolbild) Foto: Armin Weigel

Wer glaubt, ein Bürgermeister habe nicht viel zu tun, der kann mal eine Bürgermeisterdienstbesprechung im Landratsamt besuchen. Die Vielfalt der Themen, mit denen sich Kommunen auseinanderzusetzen haben, spiegelt die Vielfalt von Main-Spessart wider. Am Mittwoch ging es unter anderem für die Ausstattung von Grundschulen mit mobilen Endgeräten, um Seniorenpolitik und um Digitalfunk für die Feuerwehren. 

Tablets für die Grundschulen

Felix Behl, Koordinator für digitale Bildung im Schulamt Main-Spessart, und Ellen Hüsam, Leiterin der Grundschule Steinfeld, warben dafür, schon die Grundschulen mit Tablets auszustatten. Mit digitalen Geräten zu arbeiten, motiviere die Kinder. "Erfolgreiches Lernen ist durch Herausforderung zu erreichen, nicht durch Unter- oder Überforderung", so Behl. Hüsam erklärte, dass mit den Tablets individuelle Aufgabenstellungen für verschiedene Niveaus möglich seien. Ohnehin besäßen schon 51 Prozent aller Grundschüler ein eigenes Handy oder Tablet. Die Schule könne einen sinnvollen Umgang damit lehren und auf Gefahren hinweisen.  

Karlstadts Bürgermeister Paul Kruck wies darauf hin, dass das Kultusministerium zwar die Anschaffung digitaler Geräte für Schulen fördere, die Wartung oder Ersatzkäufe aber Sache der Sachaufwandsträger, also der Gemeinden, seien. Felix Behl verabschiedete sich vom Gremium, er wird künftig den Schulamtsbezirk Aschaffenburg betreuen. Seine Nachfolgerin in Main-Spessart wird Sigrid Schwab, Lehrerin an der Karlstadter Mittelschule.   

Digitalfunk bei den Feuerwehren

Florian List, Gemündener Kreisbrandinspektor und im Landratsamt für die Feuerwehren zuständig, informierte die Bürgermeister über die Einführung der digitalen Alarmierung in Bayern. Diese soll ab Herbst 2023 im gesamten Freistaat funktionieren. Sie ermöglicht, genau jene Feuerwehrleute zu benachrichtigen, die für einen Einsatz benötigt werden, beispielsweise speziell Atemschutzgeräteträger. Zuvor sollen alle Wehren mit den nötigen Pagern und der Hardware ausgestattet werden. 

"Zurzeit gibt es 1207 analoge Pager im Landkreis", sagte List. Diese sollen durch die digitalen ersetzt werden. "Ein digitales Gerät kostet rund 700 Euro." Auch wenn es für die Anschaffung Fördermittel gibt, wird dies den Haushalt der Kommunen spürbar belasten.

Ein Konzept für die Senioren

"Der demografische Wandel lässt sich nicht aufhalten", sagte Landrat Thomas Schiebel. "Bereiten Sie Ihre Gemeinden darauf vor, kümmern Sie sich", empfahl er den Bürgermeistern. Monika Rothagen, die sich im Landratsamt um Seniorenthemen kümmert, gab dazu Anregungen. In zehn Jahren werden 40 bis 50 Prozent der Einwohner in einigen Landkreis-Kommunen über 60 Jahre alt sein, so Rothagen. Sie empfiehlt deshalb, einen Seniorenbeirat oder -vertreter zu benennen und die Barrierefreiheit herzustellen. 

"Die Nahversorgung mit Lebensmitteln sowie die medizinische Versorgung sind in vielen Orten problematisch", stellte sie fest. Auch der Pflegebedarf sei nicht überall abgedeckt. Viele Gemeinden würden daran gerne etwas ändern, doch es fehle an Geld, Personal und Fördermitteln. Konkrete Vorschläge hatte Rothagen gleichwohl nicht parat. Sie wies darauf hin, dass generationenübergreifende Ansätze sinnvoll seien, dass es für ehrenamtliche Nachbarschaftshilfen Fördermittel gibt und dass der Seniorenwegweiser des Landkreises aktualisiert wurde.

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