MARKTHEIDENFELD / ERLENBACH

Digitalisieren für die Nachwelt

Alte Ausgaben des „Marktheidenfelder Boten“ beziehungsweise des „Marktheidenfelder Bezirksblatts“.
Alte Ausgaben des „Marktheidenfelder Boten“ beziehungsweise des „Marktheidenfelder Bezirksblatts“. Foto: Michael Deubert

Alte Lokalzeitungen sind wertvolle Fundgruben für Informationen über Ereignisse in unserer Heimat. Dies gilt auch für den „Marktheidenfelder Boten“.

„In der Erlenbacher Chronik von 2014 haben wir die Errichtung und Einweihung des ,Kriegsdenkmals‘, wie es damals hieß, nur durch den Rückgriff auf den ,Marktheidenfelder Boten‘ und das ,Marktheidenfelder Bezirksblatt‘ von Ende September 1921 darstellen können“, betont der Chronist Wolfram Blasch. Er ergänzt: „Aufschlussreich waren für uns auch Inserate der Auswandereragenturen für eine Auswanderung in die USA gegen Ende des 19. Jahrhunderts.“

Wolfram Blasch und Josef Roßmann sind nun einem Aufruf von Kreisarchivpfleger Leonhard Scherg an die Archivbetreuer der Gemeinden gefolgt und haben die Zeitungsbestände des Erlenbacher Heimatmuseums gesichtet. Dabei stießen sie auch auf einen verschnürten Packen mit „Marktheidenfelder Boten“, größtenteils vom Anfang der 1940er Jahre. Vermutlich ist der Packen für die Altpapiersammlung bestimmt gewesen, dieser aber entgangen.

Blasch und Roßmann haben die Zeitungen an den Vorsitzenden des Historischen Vereins Marktheidenfeld und Umgebung, Michael Deubert, zur Auswertung und zur Weiterleitung an das Marktheidenfelder Stadtarchiv übergeben. Dank der Unterstützung aus dem Marktheidenfelder Umland können im Archiv die oft großen Lücken im Bestand des „Marktheidenfelder Boten“ verkleinert werden. Komplette Jahrgänge des „Marktheidenfelder Boten“ sind nur aus den 1880er und frühen 1890er Jahren erhalten. Sie sind mit der Sammlung von Heinz Eschenbacher ins Archiv gekommen.

Die alten Zeitungen sollen gescannt werden und sind dann digital nutzbar. Das ist wichtig, weil das Zeitungspapier wegen seines Alters einem Zersetzungsprozess ausgesetzt ist, der durch jede Benutzung beschleunigt wird.

Scherg und Deubert hoffen, dass das Erlenbacher Beispiel Schule macht. Was nicht bald gesichert werde, gehe für immer verloren. Nach dem Scannen werden die Zeitungen an die Leihgeber zurückgegeben, wenn diese das möchten.

Ursprünglich stammen die jetzt dem Archiv zur Verfügung gestellten „Marktheidenfelder Boten“ aus dem Nachlass von Martin Endres aus Birkenfeld. Dessen Vater war Miteigentümer der Ziegelhütte in Erlenbach.

Wer das Stadtarchiv mit der Überlassung von alten Ausgaben des „Marktheidenfelder Boten“ unterstützen möchte, kann sich an Anja Stenger wenden. E-Mail: anja.stenger@marktheidenfeld.de, Tel. (0 93 91) 91 73 61.

Marktheidenfelder Bote

Die Zeitung wurde im Jahr 1880 von Heinrich Eisenacher gegründet und etwa um 1884 von Balthasar Dürr übernommen, dann ab 1919 bis 1945 von Hubert Väth fortgeführt und 1949/50 noch einmal kurzfristig wiederbelebt. Die Zeitung erschien als Lokalblatt und Amtsblatt der Amtsgerichte Marktheidenfeld und Stadtprozelten zunächst dreimal wöchentlich, etwa ab 1910 mit einer Sonntagsausgabe viermal. Von 1919 an erschien sie täglich außer sonn- und feiertags. Daneben gab es ab etwa 1897 als eigene Ausgabe das „Marktheidenfelder Bezirksblatt“. DEU

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