Roden

Dorfflohmarkt: Christbaumkugeln, Nüsse und zu viel Regen in Roden

Die 16-jährige Maja aus Böttigheim trotzte zunächst dem Regen und versteckte ihre Schätze erst mal unter einer Folie. Foto: Susanne Feistle

"Der ist aber echt schön", meinte der siebenjährige Jonas aus der Nähe von Würzburg und zeigte stolz seinen großen Gummi-Dino, den er eben auf dem siebten Rodener Dorfflohmarkt ergattert hatte. Eine ältere Dame freute sich hingegen, dass sie zwei Bücher ihres Lieblingsautors gefunden hat. Überhaupt liefen Bücher dieses Jahr "echt gut" und – Christbaumkugeln, wie gleich mehrere Verkäufer berichteten.

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Dorfflohmarkt

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Ansonsten gab es eigentlich alles was man sich auf einem Flohmarkt vorstellen kann: Spielsachen, Kleidung, Deko und Schmuck. Auch selbst Genähtes und Gebasteltes kam gut an. So verkaufte Winfried Herold aus Karbach selbstgemachte Kerzenständer aus alten Weinstöcken. Diese hat er erst mit einem Hochdruckreiniger abgespritzt, mit Glaspapier geschliffen und dann mit einer Lasur für Kindermöbel lackiert.

Winfried Herold aus Karbach bot seine selbstgemachten Kerzenständer aus alten Weinstöcken zum Verkauf an. Foto: Susanne Feistle

Ein Kinderwagen aus den 50er Jahren wurde zwar oft bewundert: "Oh, schade dass wir keinen mehr brauchen" oder "Die hatten halt noch ne g'scheite Federung", aber am Ende wurde er eben so wenig verkauft wie eine noch ältere Nähmaschine. Über 60 Jahre alte Koffer, die sicherlich viele Geschichten erzählen könnten, waren ebenso im Angebot wie alte Krüge und Schreibmaschinen. Ein Verkäufer hatte einen ganzen Anhänger mit Schallplatten dabei, andere boten körbeweise Kleidung an. Manche verschenkten einige ihrer Sachen einfach, andere boten alles für einen Euro an oder Nüsse als Kiloware.

Besucher kamen aus weiten Teilen Unterfrankens

Bis zur Mittagszeit zogen wahre Menschenmassen durch die Straßen des kleinen Örtchens, aber dann setzte der Regen ein. Während die meisten Verkäufer und Besucher das zunächst trotzdem noch gut gelaunt hinnahmen, gingen Feuchtigkeit und Kälte schließlich mit der Zeit aber doch auf die Knochen. Das war vielen dann zu unangenehm und so gingen sie doch schneller als geplant zu ihren Autos. An den Nummernschildern konnte man erkennen, dass die Interessierten nicht nur aus Main-Spessart, sondern auch aus den Landkreisen Kitzingen, Würzburg und Bad Kissingen angereist kamen.

James, Linus, Fine und Leonie (von links) verkauften manches ihrer Spielsachen und kauften sich dafür gleich ein neues S... Foto: Susanne Feistle

Am frühen Nachmittag waren die Dorfstraßen in Roden wieder wie leer gefegt. Trotzdem zeigten sich die meisten Verkäufer zufrieden mit ihrem Umsatz und auch die Käufer freuten sich über besondere Schnäppchen, die sie gerade während des Regens gemacht hatten.

Bereits Tage vorher war im Dorf zu erkennen gewesen, dass ein Großereignis ansteht. Da wurden eifrig Garagen geputzt, Höfe gekehrt und Pavillons aufgebaut. Außerdem wurden Wiesen gemäht, Parkplätze abgesteckt und Park- und Parkverbotsschilder aufgestellt.

Bei der Premiere 30, nun bereits 90 Verkäufer

Die Idee zum Rodener Dorfflohmarkt kam vor rund acht Jahren von Jutta und Georg Möllmann. Zögerlich fanden sich damals ein paar Interessierte, die mitmachen wollten und es gab erste Treffen, wie man das Ganze aufziehen könnte. Als dann im Oktober 2013 der erste Flohmarkt in Roden startete, waren es weniger als 30 Verkäufer, aber der Zuspruch von den Besuchern war sofort enorm.

Auch Heiligenfiguren und -bilder wurden am siebten Rodener Dorfflohmarkt angeboten. Foto: Susanne Feistle

In diesem Jahr gab es über 70 Stände und mehr als 90 Verkäufer – bei einem Dorf mit gerade mal rund 540 Einwohnern. Manche machten schon das siebte mal mit, andere waren das erste Mal dabei.

Zusätzlich gab es acht Verpflegungsstationen von den örtlichen Vereinen. So wurden bis zum Mittag bei der Feuerwehr 400 Bratwürste und 80 Kilogramm Pommes verkauft, bei dem Stand des FC Bayern Fanclubs waren es 250 Currywürste und im Schützenhaus 90 Dönerteller.

Und trotz des schlechten Wetters brachte es eine Frau, die Besucherin und Verkäuferin zugleich war, auf den Punkt: "Ich geh ja auf viele Flohmärkte, aber in Roden ist es echt am schönsten".

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