Lohr

Drei versenkbare Poller für Wombach

Die Showtanzgruppe des Faschingsvereins Pflochsbach brachte indisches Flair nach Lohr.  Foto: Frank Zagel

Bürgermeister Mario Paul verkleidet als Bauhof-Arbeiter mit Schutzhelm und Bierflasche in der Hand. Pressesprecher Dieter Daus galant als Edeldame "Miss Raten" im taillenbetonten Kleidchen und mit rosa Perücke: Die fünfte Jahreszeit hat bei der Stadt Lohr Einzug genommen.

Etwa 100 Närrinen und Narren waren am Mittwoch zum Bürgermeisterempfang für alle Faschingsvereine in der Alten Turnhalle erschienen: Lohrer Mopper, Sendelbicher Sandhoase, Steebicher Edelmannsköpf, Rodebicher Eulen, Pflöcksber Keil, Wombicher Klössköpf und sogar die Römer aus Ruppertshütten.

 

Närrische Moderation von Paul

 

Paul zeigte sich als launiger Moderator mit zahlreichen Pointen bürgernah. Seine Ausflüge in die Lohrer Mundart ließen so manchen Einheimischen erstaunt aufhorchen. Den Überraschungsmoment hatte Paul auf seiner Seite, als er eine Fernbedienung für die in den Wombacher Prunksitzungen gescholtenen Pfosten im Beisein von "Miss Raten" Daus, drei Vertretern aus Wombach aushändigte. "Wir sind eine bürgerfreundliche Stadt und reagieren sofort", führte Paul aus. Er komme gerade als Bauarbeiter von der Baustelle in Wombach, wo die drei Pfosten jetzt per Knopfdruck in den Boden zu versenken seien und keine Radfahrer mehr gefährden können. "Ich wollte in Lohr schon immer einmal versenkbare Poller haben", so Paul.

Bürgermeister Paul moderierte launig als Bauarbeiter. Foto: Frank Zagel

 

Büttenreden und Showtänze

 

Büttenreden und Showtänze der Faschingsvereine im rund zweistündigen Programm brachten das Publikum zum Toben. In einer Prozession zog Kardinal Cannelloni (Gerhard Wiesner) mit seinem polnischen Amtskollegen (Jürgen Wiesner) samt Gefolge, nebst einer Gießkanne als Weihrauchkessel, auf die Bühne. "Heute blau und morgen blau und übermorgen wieder« beteten die Kardinale leiernd in ihre Mikrofone, um ein "und wenn wir einmal nüchtern sind, besaufen wir uns wieder" von ihren Gläubigen entgegnet zu bekommen.

Die Amigos der Lohrer Mopper (Günter Lutz und Stefan Petschner) kamen dem Original des Schlager-Duos in Gesangskunst, Mimik und emotionsloser Leidenschaft beängstigend nahe. Eine Autogrammstunde auf allen Körperteilen boten sie den unter 40-Jährigen an, während sie die älteren Fans mit Autogrammwünschen an Stadtrat Matthias Schneider, den Vorsitzenden der Lohrer Mopper, verwiesen.

Mit gleich mehreren Hommagen für sein aufopferungsvolles Austragen von Paketen und Briefen wurde der stadtbekannte Briefträger Richard Eirich von Geburtstagskind und Gesangstalent Manfred Müller am Piano und Akkordeon geehrt. Auch den sich im ersten Moment nicht erschließenden Reim aus Stadthalle, Stadtstrand und Stadtrat konnte Müller in einem Gstanzl gesanglich erklären: "Sieben Ecken, Eis zum Lecken und im Stadtrat tun sie die Zähne blecken."

Selbstredend, dass die abschließende Polonaise vom Bürgermeister höchstpersönlich angeführt wurde. Politik kann so kurzweilig sein – zumindest im Fasching.

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