Arnstein

Ein Blick in Arnsteins Vergangenheit

Die Stadtarchivarin Josefine Koos und der Halsheimer Stadtrat Otto Weißenberger suchen historisches Material für die bevorstehende Jubiläumsfeier des Stadtteils. Foto: Günter Roth

Eine Abteilung der Arnsteiner Stadtverwaltung, die kaum einer kennt, wo sich nur selten Außenstehende blicken lassen, die aber dennoch unerlässlich ist für die reibungslose Arbeit der Stadtverwaltung, ist das Archiv. In Arnstein ist es auf zwei Ebenen im sogenannten Schwesternhaus neben dem Rathaus untergebracht. Um die baulichen Gegebenheiten kennenzulernen und auch Möglichkeiten der künftigen Nutzungsform zu erörtern, stattete der Stadtrat seinem Archiv einen Besuch ab.

Die Halsheimer Stadträte Otto Weißenberger und Christian Völker sind auf der Suche nach historischen Dokumenten ihres Heimatortes. Schließlich gehört der Stadtteil Halsheim zu den ältesten der Gesamtstadt und feiert in diesem Jahr sein 1250. Jubiläum. Dafür hat die Herrin des Stadtarchivs, Josefine Koos, möglicherweise eine Reihe noch nicht bekannter Schätze und Dokumente. Doch wie soll man die finden unter Tausenden von Schriftstücken, Bildern, Dias und alten Festschriften?

Für Koos ist das in der Regel kein Problem. Ein kurzer Blick in das entsprechende Regal, und im dritten Regalboden findet sich der Pappkarton mit der Aufschrift "Protokolle, Gemeinderechnungen 1806/07 - 1890/20". Vielleicht hilft ja der Inhalt des Kartons weiter. In jedem Fall zeigt der deutlich, dass die Bürokratie auch schon vor 200 Jahren für Arbeit gesorgt hat.

Gut 260 Regalmeter - das sind fast 1000 Kartons - sind hier nicht nur analog, also real erfasst, sondern sogar schon in digitalisierter Form. Dazu kommen fast noch einmal so viele, bei denen die Eingabe in die EDV noch ansteht. Bis zur Eingemeindung der Ortsteile in den 1970er Jahren sind die Unterlagen für die einzelnen Dörfer gesammelt. Von da an ist alles für die Gesamtstadt erfasst.

Der Karton aus Halsheim bringt dann doch recht Interessantes zutage: neben den Gemeinderechnungen auch alte Festschriften, Fotografien und andere Schriften aus der Ortsgeschichte. Vieles ist brauchbar und wird wohl auch neue Festschrift oder in die weiterzuführende Chronik einfließen. Ein besonderer Leckerbissen ist die Sammlung des Arnsteiner Michael Ignaz Schmidt, der die Bände "Schmidts Geschichte der Deutschen" um 1780 verfasst und herausgegeben hat. Zu finden sind auch gebundene Ausgaben der Werntalzeitung, beispielsweise aus dem Jahr 1949.

"Unser Stadtarchiv steht prinzipiell allen Bürgern offen, soweit der Datenschutz nicht verletzt wird", sagt die Archivarin. Und tatsächlich machten auch im vergangenen Jahr 28 Menschen Gebrauch von diesem Angebot. Allerdings ist es ratsam, sich zuvor bei Koos anzumelden, denn sie hat hier eine Teilzeitstelle mit zehn Wochenstunden.

Insgesamt zeigten sich Bürgermeister Franz-Josef Sauer und die Stadträte äußerst beeindruckt von der umfangreichen Sammlung und vor allem von der vorbildlichen Ordnung, die auch elektronisch gewiss nicht zuverlässiger funktionieren könnte - und womöglich manchmal auch nicht schneller.

Allerdings muss sich auch noch das Bauamt mit der Frage nach der Tragfähigkeit der Decken im Schwesternhaus befassen, zumal auch nach der Fertigstellung des sanierten Rathauses noch einige Ämter, wie eben das Bauamt, hierhin ausgelagert werden könnten.

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