LOHR

Ein Fenster zur aktuellen Kunstszene

Kunst im Turm: Norbert Komorowski (links) stellt gemeinsam mit seiner Frau Monika Benge im Lohrer Spessartmuseum aus. Museumsleiter Herbert Bald eröffnete die Ausstellung, die bis 30. September zu sehen ist, am Dienstag.
Kunst im Turm: Norbert Komorowski (links) stellt gemeinsam mit seiner Frau Monika Benge im Lohrer Spessartmuseum aus. Museumsleiter Herbert Bald eröffnete die Ausstellung, die bis 30. September zu sehen ist, am Dienstag. Foto: Yvonne Vogeltanz

„Kunst im Turm“ geht in die nächste Runde: Am Dienstag wurde im Turmzimmer im ersten Stock des Lohrer Spessartmuseums die zweite Ausstellung in dieser Reihe eröffnet. Das Rothenfelser Künstler-Ehepaar Norbert Komorowski und Monika Benge zeigt dort bis 30. September ausgewählte Gemälde und Skulpturen.

Wie Museumsleiter Herbert Bald sagte, stelle das Museum im Turmzimmer Arbeiten von Künstlern aus, die im Spessart wohnen, deren Arbeiten sich mit dem Thema Spessart befassen oder die mit Materialien aus dem Spessart arbeiten. Mit der Ausstellung „Kunst im Turm“ neben dem Schiestl-Zimmer, so Bald, sollen Kontraste geschaffen werden. Nachdem seit Anfang des Jahres die erste Ausstellung mit Werken – wie etwa moderne Holzfiguren – des Partensteiner Bilderhauers und Malers Michael Henning, sowie Anna-Katharina Hesse und David Henning zu sehen war, folgt nun für die nächsten Monate eine kleine, aber feine Ausstellung des Rothenfelser Künstler-Ehepaares Komorowoski/Benge. Zu sehen sind insgesamt sechs Exponate.

Monika Benge zeigt zum einen zwei „Traumschiffe“, die aus Ton und am Mainufer gefundenen Objekten geschaffen wurden. Benge ist Bildhauerin und besuchte das Abendstudium bei Ann Reeder für bildhauerische Techniken an der Städelschule in Frankfurt. An der Hochschule für bildende Künste in Berlin lernte sie Steinbildhauerei bei Robert Schmitt-Matt. Sie lernte figürliche Plastik bei Hans Gassmann an der Europäischen Akademie für bildende Künste in Trier und Plastik bei Peter Rübsam in Düsseldorf. Für ihre „Traumschiffe“ hat Benge Abfallstücke der modernen Welt mit organischem Material vereint.

Natur und Kultur

Bald bezeichnete dies als „Begegnung von Natur und Kultur“. Muscheln, Eisen, Ketten, Schwemmholz, Messuhren oder Hanfsäcke fügen sich zu einem Objekt zusammen. „Man findet viele ungewöhnliche Sachen am Main“, fügte Norbert Komorowski hinzu. „An sich sind sie wertlos, haben aber doch ihren großen Reiz.“ Weiter stellt Monika Benge, die den menschlichen Körper und besonders die weibliche Figur in den Mittelpunkt ihrer künstlerischen Arbeit stellt, einen weiblichen Torso aus Bronze aus. Das Thema Erotik, so Museumsleiter Bald, stehe hier in Kontrast zur Schiestl-Ausstellung mit dem historischen Schlafzimmer aus Holz.

Der Maler und Grafiker Komorowski stellt drei Gemälde aus. Zwei zeigen expressive Nachtaufnahmen der Frankfurter Großstadtwelt mit ihrer Skyline und dem Main. Außerdem ist ein Ölgemälde einer Frau zu sehen, die über ihre nackte Schulter blickt. Dem Gemälde hat er den Titel „Der Blick“ gegeben.

Komorowski absolvierte eine Ausbildung zum Schauwerbegestalter, ehe er bei Walter Hergenhahn und Karl Bohrmann die Städel-Abendschule besuchte. Es folgte ein Kunststudium der Malerei und Grafik an der Städelschule in Frankfurt bei Christian Kruck (Druckgrafik) und Johann Schreiter (Freie Malerei). 1975 wurde er Preisträger der Deutschen Leasing AG. Er arbeitete mehrere Jahre als Kursleiter für Lithografie und Radierung an der Volkshochschule Frankfurt und ist Vorstandsmitglied der „Frankfurter Künstlergesellschaft“. In seinen Arbeiten widmet er sich vor allem der Großstadtwelt und Landschaften wie dem Spessart. „Der Main ist sehr reizvoll. Die Stimmung mit den Lichteindrücken, die Spiegelungen auf der Wasseroberfläche sind idyllisch“, sagte Komorowski, der mit seiner Frau seit 2007 in Rothenfels lebt.

Komorowski freute sich, seine Werke im Spessartmuseums präsentieren zu dürfen. „Ich finde es toll, dass es diese Möglichkeit gibt und wir gefragt wurden.“ „Kunst im Turm“ sei „ein Fenster in die Gegenwart der aktuellen Kunstszene, die im Spessart vorhanden ist“.

Informationen zum Künstlerpaar unter www.benge-komorowski.beepworld.de. Öffnungszeiten des Spessartmuseums: Dienstag bis Samstag 10 bis 16 Uhr, Sonn- und Feiertage 10 bis 17 Uhr.

Die Frau als Kunstobjekt.
Die Frau als Kunstobjekt. Foto: Yvonne Vogeltanz
Großstadtwelt und Traumschiff.
Großstadtwelt und Traumschiff. Foto: Yvonne Vogeltanz

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