Marktheidenfeld

Ein Gottesdienst schließt keinen aus

Einen für Demenzkranke geeigneten Gottesdienst boten die evangelische und katholische Altenheimseelsorge in der Kapelle von Haus Lehmgruben in Marktheidenfeld an. Foto: Friederike Döring

„Gott, der rote Faden meines Lebens“- mit diesem Thema hatte die evangelische und katholische Altenheimseelsorge zu einem ökumenischen Gottesdienst in die Kapelle des Hauses Lehmgruben in Marktheidenfeld eingeladen. Laut Pressemitteilung sollte der demenzsensible Gottesdienst vor allem die Sinne ansprechen. Er steht in einer Reihe von Veranstaltungen, die das vor gut einem Jahr gegründete Netzwerk für Demenz und Pflege im Landkreis Main-Spessart anbietet.

Ute Töpfer und Rita Geißler freuten sich über rund 60 Senioren, Pflegerinnen und Angehörige, die der Einladung gefolgt waren. „Schau mal, was da hängt!“ Gleich bei der Ankunft fielen den Gottesdienstbesuchern Kinderpullover, Topflappen und Socken auf, die an einer Wäscheleine in der Kapelle des Hauses Lehmgruben hingen. Ein mit Wollknäueln gefüllter Korb stand am Altar. Alle konnten mitmachen, als zu Beginn ein weiterer Korb mit selbstgestrickten Schals, Pullovern und Mützen zum Anfassen herumgereicht wurde.

Der Faden des Lebens liegt in Gottes Hand, war die Botschaft des demenzsensiblen Gottesdienstes. Foto: Friederike Döring

Erinnerungen sollten dabei lebendig werden. Und um Wolle, genauer um ein Stück davon, um den Faden, den roten Faden sollte es im Gottesdienst gehen. In der Ansprache wurde der Bogen von  den Lebens- zu den Glaubenserfahrungen der Gottesdienstbesucher gespannt. Mit verschiedenen Sprichwörtern zum „Faden“ war es leicht, an die Lebenswelten der Besucher anzuknüpfen, die sichtlich bewegt mitgingen. Es wurde deutlich: Wenn uns der Faden verloren geht, weil vielleicht das Gedächtnis verloren geht, behält dennoch Gott den Faden des Lebens in seiner Hand. Er verliert ihn nicht.  Zum Zeichen dafür wurde zum Schluss ganz anschaulich ein dicker roter Faden um das Altarkreuz gelegt.

Bekannte Lieder auf der Orgel, gespielt von Wolfgang Bönig, sowie vertraute und kurze  Bibeltexte und Gebete gaben ein Gefühl der Geborgenheit und des Wohlbefindens. Der Segen, der sich gegenseitig zugesprochen wurde, bekräftigte diese Erfahrung. Anschließend war im Speisesaal des Hauses Lehmgruben eine Kaffeetafel vorbereitet und so klang der Nachmittag in einer schönen Gemeinschaft aus.

Schlagworte

  • Marktheidenfeld
  • Michael Fillies
  • Emotion und Gefühl
  • Evangelische Kirche
  • Freude
  • Gottesdienstbesucher
  • Gottesdienste
  • Kinderpullover
  • Mützen
  • Pullover
  • Senioren
  • Socken
  • Wohlbefinden
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!