LANGENPROZELTEN

Ein beliebter Pädagoge geht

Die Orff-Gruppe spielte die von Alfons Schlereth einstudierte Amboss-Polka. Foto: Ferdinand Heilgenthal

Die Feier in der Langenprozeltener TSV-Turnhalle war ganz nach dem Geschmack von Rektor Alfons Schlereth. Bei seiner Verabschiedung in den Ruhestand waren die Angehörigen und Kollegen sowie viele Weggefährten und Freunde dabei. Und natürlich trugen manche Musikbeiträge seiner Schüler die Handschrift des erfahrenen und beliebten Pädagogen, der sich nach 17 Jahren aus Proazelle verabschiedet. Die weiteren vielfältigen Beiträge der Gesangs- und Instrumentalgruppen leitete Fridericke Kraus.

Schulrätin Karin Auth überreichte die offizielle Urkunde für den Ruhestand und blickte auf die berufliche Laufbahn Schlereths zurück, der nach dem Abitur 1975 in Würzburg Lehramt studierte und ab 1978 als Referendar eingesetzt wurde. Seine Stationen als Lehrer waren an den Schulen in Eußenheim, Burgsinn, Gemünden und schließlich in Langenprozelten: „Wo Du warst, da warst Du präsent; Du hast viel für das Schulleben gemacht. Bei der Kreativität kanntest Du keine Grenzen, Theater, Musik Sport und sogar das Schafkopfspielen als Unterricht gehörten dazu.“ Musik und Sport, da waren sich alle Redner und auch die befragten Schüler einig, waren die Lieblingsfächer ihres scheidenden Schulleiters aus Gössenheim. Diese Vorlieben hat der in Schweinfurt geborene und in Greßthal aufgewachsen Alfons Schlereth immer gepflegt – mit einer gehörigen Portion hintergründigem, fränkischem Humor.

Kein Wunder, dass viel gelacht wurde, bei den Anekdoten, die die Kollegen zum Besten gaben. So berichtete die Gemündener Kollegin Anne-Dorothee Kade aus der gemeinsamen Burgsinner Zeit, bei der Alfons Schlereth einer evangelischen Kollegin weißmachen wollte, das der Kopierer nur katholische Kirchenlieder kopiert, indem er heimlich die versehentlich offenstehende und defekte Klappe des Papiereinzugs mit dem Knie schloss oder aufstieß. Auch Bürgermeister Jürgen Lippert würdigte die fachlichen und charakterlichen Vorzüge Schlereths. So wie er in seiner Heimatgemeinde Gössenheim als traditionsbewusster Ehrenbürger, Gemeinderat, Sportler, Musikant und Aktiver in den Vereinen als Motor des Dorflebens gelte, so sei er auch der Motor an der Grundschule Langenprozelten gewesen. Wie alle Redner bedankte sich Lippert für die gute Zusammenarbeit und wünschte einen gesunden Ruhestand im Kreise der Familie: „Du hast Dein Klassenziel erreicht, Du darfst in den Ruhestand treten.“ Landtagsmitglied Günther Felbinger bedankte sich als Vertreter des Vereinsrings: „Wenn man als Nicht-Proazeller bei der Bevölkerung diese hohe Akzeptanz erreicht, dann heißt das schon etwas.“ Eines von Schlereths Projekten war unter anderem die Zusammenarbeit mit dem Musikverein Langenprozelten.

In seiner Schlussrede danke Schlereth allen, mit denen er zusammenarbeiten durfte: Der Geistlichkeit, die von Pfarrer Richard Englert und Diakon Anton Siegler vertreten war, den vielen Lehrerkollegen, den Vertretern der Stadt, den Vereinen und dem Elternbeirat, der vorher ein Quiz mit ihm veranstaltet hatte. Er habe in seiner langen beruflichen Tätigkeit auch gelernt, dass der Wille alleine nicht genüge, sondern ab und zu auch Diplomatie gefragt sei. Er freue er sich auf den neuen Lebensabschnitt und darauf, dass er jetzt mehr Zeit für sich und seine Familie habe.

Die Ehrengäste (vorne von links): Jürgen Lippert, Charlotte Renner, Ludger Maag, Karin Auth und Alfons Schlereth mit Familie.

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