Lohr

Ein großer Fürsprecher des Waldes und der Jägerschaft

Siegfried Wegmann. Foto: Annette Helfmann

Der Wald war sein Leben und in den Wald kehrt er zurück: Im Alter von 76 Jahren ist am Sonntag Siegfried Wegmann gestorben, langjähriger Revierleiter, Jäger und Jagdausbilder. Wegmann war bekannt für klare Worte, wenn es um die Interessen der Waldbesitzer und Jäger ging. Nach den vorliegenden Informationen wird die Urne mit seiner Asche in der kommenden Woche im Ruheforst Steinfeld beigesetzt.

Die Begeisterung für den Wald war ihm in die Wiege gelegt, denn er kam als Sohn eines Forstbeamten im September 1943 in Memmingen zur Welt. Nach der praktischen Lehrzeit an Forstämtern in Schwaben legte er 1967 die Revierförsterprüfung ab. 1973 wurde er an die Forstschule in Lohr versetzt.

Lehrer für 6000 Forstleute

Fast 6000 Forstleute aller Laufbahnen lernten ihn dort als Lehrer kennen. 1986 übernahm er ein großes Privat- und Körperschaftswaldrevier um Lohr, das er 22 Jahre lang leitete. Daneben erfüllte Wegmann für 1700 Hektar Kommunalwald, 1760 Hektar Kleinprivatwald mit 2200 Waldbesitzern und 1530 Hektar Großprivatwald Hoheits-, Beratungs- und Förderaufgaben.

20 Jahre lang war er Jagdberater am Landratsamt Main-Spessart. Von 1981 bis 2014 leitete er die Kreisgruppe Lohr im Bayerischen Jagdschutz- und Jägerverband (BJV). Seit 1974 war er Lehrer bei Jungjägerkursen (von 1981 bis 2001 Ausbildungsleiter), seit 1984 gehörte er dem Jägerprüfungsausschusses für Unterfranken an.

Was er geleistet hat, sieht man daran, dass seine Funktion im staatlichen Forstdienst nach seiner Pensionierung 2008 drei Forstbeamte übernahmen. Bis zuletzt beteiligte sich Wegmann an Sitzungen des BJV-Kreisvorstandes und fungierte als Rechtsberater der Kreisgruppe. In Jägerkursen kümmerte er sich immer noch um die Ausbildung in den Bereichen Recht und Hund.

Siegfried Wegmann war ein Mann der klaren Worte und der festen Überzeugungen. Man könne nicht nur den Wald oder nur das Wild einzeln betrachten, meinte er anlässlich seiner Pensionierung. Lange, bevor es modern wurde, ging es ihm um den Aufbau zukunftsfähiger, stabiler Wälder.

Fließende Übergänge

Seine Zielvorstellung war ein Waldbau mit fließenden Übergängen, wo man gar nicht merkt, dass Bäume entnommen wurden. Die betriebswirtschaftliche Seite verlor er nie aus dem Blick, denn er hatte viel mit Stadt- und Gemeinderäten zu tun. Feuchtbiotope seien schön und gut, »aber davon können wir nicht leben«, war ein typischer Satz.

Moderne Errungenschaften wie Computer lösten bei Wegmann keine Begeisterung aus. Viele seiner Ideen seien ihm auf dem Hochsitz gekommen, sagte er einmal. Früher sei man noch "mit Genuss und Ruhe" in den Wald gegangen, "im Zeitalter des Computers muss man sich die Zeit dafür abstehlen".

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