Wiesenfeld

Elf Infotafeln für Wiesenfeld

Interessantes über die Dorfgeschichte und ortsbildprägende Bauwerke findet sich auf Bild- und Texttafeln.
Elf Infotafeln informieren über Wiesenfeldfer Historie. An der Verwirklichung dieses Projektes maßgeblich beteiligt waren (von links) Gunter Scherkl (Gestaltung und Fotos), Theo Dittmaier (Initiator und Organisation) und Hermann Schaub (Texte und Bilder). Foto: Josef Riedmann

In der von 1990 bis 2017 durchgeführten Dorferneuerung Wiesenfelds wurden ortsprägende Gebäude saniert, Plätze gestaltet und Straßenabschnitte aufgewertet. Die Historie dieser ortsgeschichtlich bedeutenden Gebäude, Wirtschaftsbetriebe, Relikte der Daseinsfürsorge oder jüdischen Lebens sowie Geschichten von Menschen dokumentieren Informationstafeln an elf Standorten in Wiesenfeld, Erlenbach und Rettersbach.

Aus der Bevölkerung kam der Wunsch, ortsgeschichtlich wichtige und interessante Daten auf Dauer erfahrbar zu machen. So entstand die Idee, einzelne Informationstafeln vor Ort aufzustellen. Das Amt für Ländliche Entwicklung Unterfranken und die Stadt Karlstadt ließen sich für die Finanzierung gewinnen. Stadtrat Theo Dittmaier übernahm als Ideengeber die Organisation des Projekts und führte Gespräche zur Finanzierung und Umsetzung des Vorhabens.

Teamwork bei Inhalten, Gestaltung und Fertigung

Die Gestaltung übernahm Gunter Scherkl, der auch Fotos beisteuerte. Die Texte lieferte Hermann Schaub, der dabei auf seine in Jahrzehnten akribisch recherchierten Daten zur Ortsgeschichte Wiesenfelds zurückgriff. Auch Sachverhalte aus Adolf Links Dorfchronik "Wiesenfeld im Waldsassengau" flossen mit ein. Die Tafeln druckte die Firma Richard Reitz, Karlstadt, die frei stehenden eloxierten Aluminiumrahmen fertigte die Wiesenfelder Firma Binner Metallbau. Aufgestellt wurden die Bildrahmen von Erich Arnold, Hermann Schaub und Theo Dittmaier.

Am Mühlweg informiert eine Tafel über den barocken Gartenpavillon von 1771 sowie über die auf dem Gartenareal gebaute Schwesternstation und den Kindergarten. Vor der ehemaligen Synagoge in der Erlenbacher Straße berichtet eine Tafel über die Geschichte der Synagogen in Wiesenfeld. Gleich gegenüber erinnert eine Tafel an den bei Straßenarbeiten wieder freigelegten Lindenbrunnen und an die 37 öffentlichen und privaten Brunnen im Ort. Das Brückle über die Lohrer Straße ist Thema einer Bildtafel in der Büttnergasse. Die ursprüngliche Steinbogenbrücke von 1584 musste nach 1945 zwei Mal als Holzkonstruktion mit Ziegeldach erneuert werden. Am Kirchberg gibt eine Tafel Erklärungen zur Pfarrkirche und Vorgängerbauten mit Kirchenburg, zu Pfarrhof und Schulen. Die wechselhafte Geschichte des benachbarten Gutshofes handelt ein Infopunkt am östlichen Eingang ab. Hier hat heute der Dorfladen Wiesenfeld seine Heimat gefunden.

Die Wiesenfelderin Ruth Westheimer

Ebenfalls am Kirchberg verweist eine Tafel auf die ehemalige jüdische Schule, die Wohnung der jüdischen Lehrer und die Mikwe. Der als Karola Ruth Siegel 1928 in Wiesenfeld geborenen Ruth Westheimer ist in der Eckartshofer Straße eine Infotafel gewidmet. Das jüdische Kind überlebte in der Schweiz den Holocaust und konnte sich in den USA als Psychologin in den Medien über Fragen zu Sexualität und Familienplanung einen Namen machen. Auch die Geschichte der ehemaligen jüdischen Gemeinde wird hier erwähnt.

In der Karlstadter Straße behandelt eine Tafel die diversen Nutzungen des Rathauses von 1858, die benachbarte Kolonialwarenhandlung Röder, die von 1890 bis 1894 die erste Postexpedition beherbergte, und den ehemaligen Gasthof Adler.

Beim Kirchlein im Weiler Erlenbach informiert eine Tafel über die Ortsgeschichte, ehemalige Schule, Kirche sowie den Heimatdichter Hermann Josef Sendelbach. Beim Brunnen im Weiler Rettersbach erfährt der interessierte Leser Einiges zur Ortsgeschichte und die ehemalige Gaststätte mit seinem regen Pensionsbetrieb.

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