Himmelstadt

"Energiehelden": So kämpfen Himmelstädter fürs Klima

2019 wurden die Hemmelmanns für ihr Engagement ausgezeichnet. Nun suchen Bayernwerk und die Regierung von Unterfranken neue Energiewende-Projekte mit Vorbildcharakter.
2019 erhielt die Familie Hemmelmann aus Himmelstadt den Bürgerenergiepreis Unterfranken.
2019 erhielt die Familie Hemmelmann aus Himmelstadt den Bürgerenergiepreis Unterfranken. Foto: Nicolas Bettinger

Eine Heizung, die selbstständig den Wetterbericht verfolgt - ein Heizungsraum, der vier Generationen gleichzeitig versorgt. So oder so ähnlich könnte man das Projekt der Familie Hemmelmann aus Himmelstadt bezeichnen, für das sie im vergangenen Jahr mit 4000 Euro ausgezeichnet wurde. 2019 würdigte das Bayernwerk zusammen mit der Regierung von Unterfranken das klimafreundliche Engagement der Himmelstädter Familie. Nun stellte sie ihr Projekt noch einmal vor und gab den Startschuss für die erneute Suche nach neuen "Energiehelden" aus Untefranken.

Neun Personen aus vier Generationen leben auf dem Anwesen der Familie Hemmelmann. Von der 96-jährigen Großmutter bis zur siebenjährigen Urenkelin. Für die Gebäude in der Hauptstraße, deren Ursprung teilweise auf das 19. Jahrhundert zurückgeht, hat die Familie ein eigenes Nahwärmenetz installiert. Dabei versorgt ein einziger Heizungskeller fünf Wohnungen, insgesamt 450 Quadratmeter. Auch die neugebaute Weinscheune mit Platz für 50 Besucher wurde an das Netz angeschlossen. Der Wärme- und Warmwasserbedarf wird hierbei über eine Pelletheizung und eine Solarthermieanlage gedeckt. Drei Pufferspeicher sorgen dafür, dass die Pelletheizung in den Sommermonaten nur sehr selten eingesetzt werden muss.

Mit diesen Holzpellets beheizen die Hemmelmanns aus Himmelstadt mehrere Wohnungen.
Mit diesen Holzpellets beheizen die Hemmelmanns aus Himmelstadt mehrere Wohnungen. Foto: Nicolas Bettinger

Eine Heizung, die auf den Wetterbericht reagiert

Hinter dieser energetischen Sanierung steckt vor allem eines: "Überzeugung", betont Johannes Hemmelmann. Das System löste die alte Ölheizung ab. Und auch wenn sich das Projekt aufgrund der Anschaffung finanziell nicht sofort rechnet, entspricht es einem klimafreundlichen Verbrauch. Und genau das ist der Familie Hemmelmann wichtig. "Wir wissen ja auch, dass man etwas tun muss und die Initiative muss eben aus der Gesellschaft kommen", sagt Hemmelmann.

Sein Bruder Thomas kümmert sich um die Technik und betreut den Heizungskeller, der als Zentrale alle Wohneinheiten versorgt. Er verrät eine besondere Fähigkeit des intelligenten Heizsystems. "Die Heizung ist mit dem Internet verbunden und blickt jeden Morgen selbstständig auf den Wetterbericht", so Thomas Hemmelmann. Sind warme Temperaturen zu erwarten, so verbraucht die Heizung nur wenige Pellets. Im Keller lagern rund acht Tonnen dieser Pellets, die für ein ganzes Jahr ausreichen. "Für alle Wohneinheiten brauchen wir nur eine Lieferung, nur eine Abgasuntersuchung, nur einen Termin für den Kaminkehrer", schwärmt Hemmelmann von den Vorteilen. Die Kosten lassen sich übrigens von Wohnung zu Wohnung separat abrechnen.

Ab sofort können sich Bürger, Vereine und Bildungseinrichtungen bewerben

Der unterfränkische Regierungspräsident Eugen Ehmann, der Bayernwerk-Geschäftsleiter Ingo Schroers und die stellvertretende Landrätin Sabine Sitter lobten die Leistung und den Vorbildcharakter der Hemmelmanns bei einem Treffen in Himmelstadt. Dabei gaben sie für den Landkreis Main-Spessart den Startschuss für den diesjährigen Bürgerenergiepreis. Er ist mit 10 000 Euro dotiert und es werden drei Preisträger gesucht. "Wir belohnen damit vorbildliches Engagement und persönlichen Einsatz für die Energiewende", sagte Ingo Schroers.

"Die Heizung ist mit dem Internet verbunden und blickt jeden Morgen selbstständig auf den Wetterbericht."
Thomas Hemmelmann

Ab sofort können Bürger, Vereine und Bildungseinrichtungen ihre Ideen und Projekten über die Website des Bayernwerks einreichen. Die Aktion geht in diesem Jahr in Unterfranken bereits in die sechste Runde und wird von der Regierung begleitet. Bewerbungen können bis 29. Juni  eingereicht werden. "In den letzten Jahren haben wir viele innovative Lösungen rund um die Energie-Effizienz gesehen, darauf sind wir sehr stolz. Die Unterfranken leisten damit einen starken Beitrag zum Klimaschutz", sagte Regierungspräsident Eugen Ehmann.

Ingo Schroers betonte: "Menschen brauchen Vorbilder und diese finden sie in unseren Preisträgern. Indem wir ihre Ideen publik machen, regen sie andere zum Nachahmen an." Ziel sei es, möglichst viele Menschen zu ermutigen, ebenfalls zukunftsweisende Lösungen in ihrem Umfeld umzusetzen.

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