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Lohr

Erdbeben-Einsatz in Neuhütten

Mit dem Bohrhammer wurde die Wand geöffnet, um zu einem Verletzten zu gelangen. Foto: Katrin Brendolise

Alle Einheiten des THW Lohr waren bei der diesjährigen Herbst-Nachtübung gefragt. Zugführer Michael Neubauer hatte mit seinem Team einige knifflige Aufgaben in Neuhütten vorbereitet, wie das THW in einer Pressemitteilung berichtet. Folgendes Szenario bot sich den Einsatzkräften: Nach einem Erdbeben wurden mehrere Personen in einer zum Teil eingestürzten Scheune vermisst. Die Stromversorgung rund um das Einsatzgebiet war zusammengebrochen.

Zu Beginn erkundeten die Gruppenführer die Lage und meldeten ihren Bericht dem Zugtrupp. Dort liefen alle Fäden zusammen und die Einsatzaufträge wurden koordiniert.

Während sich die Ersthelfer um die Versorgung der Verletzten kümmerten, baute die weitere Mannschaft Stromversorgung und Beleuchtung auf. Der Zugang zum Schadensgebiet war nur durch einen Kriechgang möglich. Material und Helfer mussten diese Engstelle passieren. Der erste Verletzte klemmte unter einer zentnerschweren Betonplatte. Zügig hatten die Helfer die Zahnstangenwinde angesetzt. Hoben die Betonplatte an und befreiten den ersten Dummy.

Durchbruch zum Verletzten

Die Rettung des zweiten Vermissten gestaltete sich aufwendiger. Er wurde in einem Werkraum der Scheune entdeckt, alle Zugänge waren versperrt. Mit dem Bohrhammer entstand ein Durchbruch, durch den die Helfer in den Raum gelangten. Der Verletzte wurde erstversorgt und durch den Durchbruch nach draußen gebracht.

Mit dem Schneidbrenner musste dieser Träger durchtrennt werden, der den Zugang zur Scheune versperrte. Foto: Katrin Brendolise

Plötzlich wurden alle übenden Einheiten vom Zugführer zum Bereitstellungsraum gerufen. Nachbeben erschütterten die Region und die Helfer mussten sich in Sicherheit bringen. Bei der Vollzähligkeitsprüfung fiel auf, dass ein Helfer fehlte. Nachdem sich die Erde wieder beruhigt hatte, versperrte ein Stahlträger den Zugang zur Scheune. Mit dem Brennschneidgerät wurde dieser durchtrennt und die Helfer konnten sich auf die Suche nach ihrem vermissten Kollegen machen. Er wurde im Dachgeschoss gefunden. Hier die Übungsannahme: herabfallende Möbelstücke hatten seine Beine eingeklemmt und verletzt. Er konnte befreit werden und wurde mit dem Schleifkorb über eine zuvor errichtete schiefe Ebene gerettet.

Im Rettungssitz abgeseilt

Im Spitzboden der Scheune fanden die Helfer ein verletztes Kind. Abgeseilt mit dem Rettungssitz war damit auch die letzte vermisste Person in Sicherheit.

Ein weiterer "Einspieler" forderte die Fachgruppe Wasserschaden Pumpen: Ein vollgelaufener Kellerraum musste zugänglich gemacht werden. Die Fachgruppe setzte eine leistungsstarke Tauchpumpe ein, in Kürze war der Raum leer gepumpt. Hiermit näherte sich die Übung ihrem Ende und alle Szenarien waren erfolgreich abgearbeitet.

Verständnisvolle Neuhüttener

Bei der Schlussbesprechung direkt im Anschluss zogen Übungsteilnehmer und Organisatoren ein positives Resümee. Zugführer Michael Neubauer lobte die Einsatzkräfte für ihr Engagement und das gute Zusammenspiel. Ein Dank geht an die Neuhüttener Bürger, die das Übungsgeschehen interessiert verfolgten und Verständnis für nächtliche Lärmbelästigung zeigten. Nach Rückbau des Materials und Rückkunft in Lohr erwartete alle eine wärmende Gulaschsuppe, welche die THW-Küche für die 25-köpfige Mannschaft vorbereitet hatte.

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