LAUDENBACH

Erhalt der Synagoge und Jugendarbeit stehen oben auf der Agenda

Den Erhalt und die Sanierung der Synagoge in Laudenbach will der Förderkreis ehemalige Synagoge Laudenbach voranbringen. Momentan ist das Gebäude mit einer Plane geschützt. Foto: Armin Marschall

Georg Schirmer, der Vorsitzende des Förderkreises ehemalige Synagoge Laudenbach, blickte in der Jahreshauptversammlung des Vereins auf ein ereignisreiches Jahr zurück. Die Erhaltung und Sanierung der Synagoge und entscheidende Weichenstellung für die Jugendarbeit sind die Hauptthemen, die man voranbringen will, heißt es in einer Pressemitteilung.

Der Stadtrat hat sich in einem einstimmig gefassten Beschluss für den Ankauf der Synagoge entschieden. Für die Befunduntersuchung des Gebäudes sind bereits 20 000 Euro in den Haushalt gestellt worden, erst nach dieser Untersuchung wird man einschätzen können, welchen Umfang eine Sanierung annehmen wird.

Im Bereich der Jugendarbeit hat der Verein einen „Pädagogischen Arbeitskreis“ mit Lehrkräften aus verschiedenen Schulen gegründet, der sich um eine Aufarbeitung der jüdischen Geschichte Laudenbachs für Schüler bemüht. Mit dem Jüdischen Museum in Frankfurt wurden Kontakte geknüpft.

Es soll ein Themenweg im Ort eingerichtet werden. Bekanntlich gibt es in Laudenbach ein komplett erhaltenes Ensemble an kulturellen Stätten einer Landjudengemeinde: einen Judenhof, die Mazzenbäckerei, eine Mikwe, den großen Verbandsfriedhof und die Synagoge. Kinder und Jugendliche sollen sich hier vor Ort anhand von Stelltafeln ein Bild vom jahrhundertelangen Zusammenleben zwischen Juden und Christen machen können.

Daneben hat der Förderkreis eine Fülle von öffentlichen kulturellen Veranstaltungen, Vorträgen und Führungen organisiert, um sein Anliegen bekannt zu machen. Hervorzuheben sind auch die Zeitzeugengespräche, die Mitarbeiter des Förderkreises zusammen mit Schülern des Johann-Schöner-Gymnasiums in Laudenbach durchgeführt haben. Man will so die Erinnerungen bewahren, bevor sie endgültig verloren gehen.

Georg Schirmer dankte allen Mitgliedern und Helfern für die vielen Ideen und das große Engagement. Der Förderkreis Ehemalige Synagoge Laudenbach sei ein überaus lebendiger und kreativer Verein, der auf das bisher Erreichte stolz sein darf.

Der Förderkreis veranstaltet am 12. Mai um 19 Uhr eine szenische Lesung mit Musik in der Hohen Kemenate in Karlstadt aus dem Roman „Die Jünger Jesu“ von Leonhard Frank mit dem Titel „Ruth Freudenheim: Schicksalhafte Wege durch den Spessart“. Ausführende sind Tobias Jennewein, Wolfgang Tröster und Georg Schirmer, der die Lesung am Klavier mit Liedern von Georg Kreisler und Kurt Weill ergänzt.

Am 6. und 9. Juni finden jeweils um 19.30 Uhr im Theater in der Gerbergasse Wiederholungen der Heine-Revue „Schlage die Trommel und küsse die Marketenderin“ statt.

Am 14. September wird sich der Förderkreis am europäischen Tag der jüdischen Kultur mit dem Thema „Frauen im Judentum“ beteiligen.

Der Eintritt ist jeweils frei, der Förderkreis Ehemalige Synagoge Laudenbach bittet um Spenden für seine Arbeit.

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