LOHR

Erntedank einmal anders

Demenzgottesdienst im BKH: Schwester Claudia Stahl und Sandra Kraft, Sozialpädagogin am Haus St. Martin, lesen die Fürbitten und lassen die Gäste an den Früchten der Natur teilhaben. Foto: Melissa Rüb

Bereits zum zweiten Mal feierten Menschen mit einer Demenzerkrankung einen ökumenischen Gottesdienst unter dem Motto „Erntedank einmal anders“ in der St.-Elisabeth-Kirche des Bezirkskrankenhauses Lohr.

Etwa 50 Menschen versammelten sich am Freitag in der Kirche. Vorne am Altar standen Körbe mit Obst und Gemüse. Jeder Besucher wurde zu Beginn persönlich durch das Seelsorgeteam vom Sommerberg begrüßt. Der Gottesdienst wurde auf die Bedürfnisse von Demenzkranken ausgerichtet. „Wichtig ist, den Gottesdienst anschaulich zu gestalten und alle Sinne anzusprechen“, erklärte Sr. Nicole Klübenspies, die zusammen mit Sr. Claudia Stahl, Pfarrer Heiner Spittler und Heinz Weigand das Seelsorgeteam vervollständigt.

Dies begann schon mit dem Hören des Klanges der Glocken, dem Raumerleben, dem mit Blumen und Kerzen geschmückte Altar, der Orgelmusik und dem Geruch des Raumes. All dies weckte die Erinnerung. Deshalb wurde besonders darauf geachtet, dass der Ablauf gleich und strukturiert erfolgte. Denn neue Lieder und veränderte Abläufe sind für die Menschen mit einer Demenzerkrankung nur schwer nachvollziehbar. Die vertrauten Gebete und bekannten Lieder kamen bei den Besuchern gut an. Gerade die Musik spielt eine wichtige Rolle, um die erkrankten Menschen zu erreichen und anzuregen.

Der Einladung folgten nicht nur Patienten des Bezirkskrankenhauses und Bewohner der Heime am Sommerberg, auch Bewohner des Seniorenzentrums St. Martin sowie Demenzkranke, die in der häuslichen Umgebung betreut werden. „ Über die externen Gäste haben wir uns sehr gefreut“, betonte der Ärztliche Direktor der Klinik, Dr. Dominikus Bönsch. „Häufig erleben wir, dass sich die Angehörigen mit ihren an Demenz erkrankten Familienmitgliedern isolieren. Wir möchten den Betroffenen durch die Teilnahme ein Stück Anteil am sozialen Leben ermöglichen“, so Bönsch.

Im Anschluss trafen sich die Gäste im Festsaal zu einer gemütlichen Runde bei Kaffee und Kuchen. Der Fahrdienst der Heime am Sommerberg brachte die Gäste anschließend nach Hause.

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