THÜNGEN

Erste Begegnung im Kindergarten

Bürgermeister Lorenz Strifsky (links) ließ es sich nicht nehmen, im Namen der Marktgemeinde Thüngen zum besonderen Ehejubiläum zu gratulieren und überreichte dem Ehepaar Kreß eine Urkunde und einen Einkaufsgutschein.
Bürgermeister Lorenz Strifsky (links) ließ es sich nicht nehmen, im Namen der Marktgemeinde Thüngen zum besonderen Ehejubiläum zu gratulieren und überreichte dem Ehepaar Kreß eine Urkunde und einen Einkaufsgutschein. Foto: Andrea Stiel

Auf einen langen, gemeinsamen Lebensweg können Helene und Richard Kreß aus Thüngen zurückblicken. Sie sind 60 Jahre verheiratet und feierten am Dreikönigstag diamantene Hochzeit im Kreise ihrer Familie.

Dabei kennen sie sich sogar noch viel länger – quasi von Kindesbeinen an. Beide sind in Thüngen geboren und aufgewachsen – sie in der Untergasse, er am alten Sportplatz im Hause Lauer am unteren Fußballtor. Schon im Kindergarten ist Helene ihrem späteren Ehemann aufgefallen: „Ich erinnere mich noch genau an den Tag, als ihre Schwester sie das erste Mal mit in den Kindergarten gebracht hat. Sie hatte damals so schöne blonde ,Engelsrollen‘ auf dem Kopf“, schwärmt der Jubilar noch heute.

Helene war damals gerade drei Jahre alt, Richard drei Jahre älter. Als er dann in die Schule kam, verliefen sich die Wege zunächst – noch mehr als Helene von 1951 bis 1953 die Handelsschule in Kitzingen besuchte und in dieser Zeit bei ihrer Patin in Sickershausen wohnt. Doch als sie dann mit 18 Jahren Ehrendame beim Feuerwehrfest in Thüngen wurde, wurde Richard erneut auf sie aufmerksam.

1957 läuten die Kirchenglocken. Die standesamtliche Trauung am 5. Januar nahm der damalige Bürgermeister Fürst vor. „Wir haben im wahrsten Sinne des Wortes ,fürstlich‘ geheiratet“, scherzt der Jubilar, der trotz seines Alters – er feiert im kommenden April seinen 84. Geburtstag – immer einen flotten Spruch auf den Lippen hat.

Nach der Eheschließung gab Helene Kreß ihre Arbeit als Kontoristin beim Zeitschriftenvertrieb Jäger in Arnstein auf und stieg mit in das Schuhgeschäft ihrer Schwiegereltern ein. Ihr Mann ist als gelernter Schuhmacher in die Fußstapfen seines Vaters getreten, machte später noch seinen Meister und legte auch die Meisterprüfung als Orthopädieschuhmacher ab. Während Helene vor allem die Buchhaltung erledigte, kümmerte sich die Schwiegermutter um den Haushalt. „Wir hatten 35 Jahre eine gemeinsame Küche“, erinnert sich die Jubilarin. „Aber das hat sehr gut funktioniert“, fügt sie hinzu. Zum Kochen hätte sie wegen des Geschäftes ja ohnehin nicht viel Zeit gehabt. Denn die Kundschaft damals kam reichlich.

Auch heute noch gibt es Kunden, die ausdrücklich zu Richard Kreß wollen und auf einen Plausch mit dem rüstigen Rentner aus sind. Denn der steht noch immer in der Werkstatt, auch wenn er es wesentlich geruhsamer angehen lässt. Er ist sehr dankbar, dass das Schuhgeschäft inzwischen in der dritten Generation geführt wird. Sein einziger Sohn Helmut hat ebenfalls das Orthopädieschuhmacherhandwerk erlernt und führt das Geschäft seit vielen Jahren gemeinsam mit seiner Ehefrau Regina.

Für die beiden hatten Helene und Richard seinerzeit ein benachbartes Grundstück erworben und ein zweites Wohnhaus angebaut. Auch das Schuhhaus in der Hauptstraße konnte dadurch wesentlich vergrößert werden.

In der Bauzeit freilich blieb damals wenig Zeit für Urlaube. Doch später zog es die Jubilare immer wieder ins Gebirge und vor allem an die See. Richard ist begeisterter Angler. Der Grundstock dafür wurde bereits als Kind an der Wern gelegt. Später begründete er dann den Retzbacher Anglerverein mit und unterstützte diesen jahrelang als aktives Mitglied.

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