MARKTHEIDENFELD

Facebook, WhatsApp und das Strafrecht

Projekttag an der Realschule: Auch der Workshop, der sich mit den technischen Details der Internetdienste auseinandersetzte, stieß auf großes Interesse. Foto: Martin Glückert

Sich in Facebook oder WhatsApp ohne Risiko und Probleme aufzuhalten, stellt gerade für junge Menschen eine Herausforderung dar. In vielen Fällen werden von den Jugendlichen Nutzerprofile erstellt, sie gehen leichtfertig mit ihren Daten um oder kommen unversehens mit dem Gesetz in Konflikt.

Eine ganze Reihe von Gründen für Johannes Martin, den Fachbetreuer für Informationstechnologie an der Staatlichen Realschule, einen Projekttag zu diesem Thema zu organisieren.

Martins Konzept war zweiteilig. Zunächst schulte der Fachbetreuer eine Reihe von Schülern aus den 10. Klassen. Diese betätigten sich dann selbst als Lehrende, indem sie alle Schüler der 7. Klassen über die Nutzung und mögliche Gefahren im Umgang mit Facebook sowie WhatsApp informierten. Im anschließenden Workshop am Abend wurden auch interessierte Eltern und Schüler aufgeklärt und übten sich mithilfe der Internetseite „klicksafe“ im kritischen Umgang.

Polizeihauptmeisterin Heike Ott rundete den Projekttag mit einem Vortrag ab. Sie arbeitet an der Beratungsstelle der Kriminalinspektion Würzburg und klärte präventiv über strafrechtliche Aspekte im Umgang mit Internetdiensten auf. Laut Ott besteht bei vielen Jugendlichen ein mangelndes Bewusstsein bei der Nutzung. Beleidigungen, üble Nachrede, Verleumdung, Drohung und Nötigung seien dabei häufige Vergehen. Schnell geraten Teenager in solche Straftatbestände, die mit Freiheitsstrafe geahndet werden können.

Daran denken viele junge Menschen nicht, wenn sie beispielsweise in WhatsApp ihren Hasstiraden freien Lauf lassen oder diskriminierende Gerüchte in die Welt setzen. Ebenfalls sei vielen Jugendlichen nicht bewusst, dass sie die Personen, die sie fotografiert haben, auch um Erlaubnis fragen müssen, bevor sie ein Bild von ihnen veröffentlichen.

Nicht selten bestehe auch Unkenntnis darüber, dass das Weitersenden von Gewaltdarstellungen oder das Veröffentlichen von Fotos aus dem höchstpersönlichen Lebensbereich strafbar ist.

Für die Kriminalhauptmeisterin sind folgende Tipps besonders wertvoll: Da das Smartphone als fester Alltagsbegleiter nicht mehr aus dem Leben der Kinder wegzudenken ist, gilt es dessen Bedeutung zu akzeptieren. Allerdings sind hier klare Regeln erforderlich. Ein Handy habe in der Nacht neben dem Bett eines Schülers nichts verloren. Auch sollte das Smartphone Familienthema sein. Denn nur wer im Gespräch bleibe, wisse, was der andere denkt und macht.

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